Storchenpaar lässt sich in Kirchseelte nieder

Adebar steht auf „Altbau“

Ein Storch im Nest, daneben ein zweiter, der wegfliegt.
+
Abflug! Der Fotograf ist dem Storchenpaar zu sehr auf die Pelle gerückt (Bild bitte durch Anklicken unten rechts ganz öffnen).

Kirchseelte – Weißes Gefieder, schwarze Schwungfedern und Oberflügeldecken, lange rote Stelzen, spitze Langschnäbel: Ein Weißstorchenpaar hat sich in Kirchseelte niedergelassen. Und zwar in einem von Menschen gemachten Nest – hergerichtet nach Expertenempfehlungen.

Meister Adebar zieht inzwischen die Aufmerksamkeit der Einwohnerschaft auf sich. Selbst ältere Mitbürger können sich nicht erinnern, wann sich zum letzten Mal solche „tierischen Gäste“ im Ort ansiedelten. „Bis zum vorletzten Jahr habe ich hier noch keinen Storch gesehen, solange ich in Kirchseelte lebe“, sagt Herbert Brinkmann. Nach Auskunft seiner Frau Monika soll sich Annegret Sündermann, die Witwe des früheren Bürgermeisters Helmut Sündermann, ganz ähnlich geäußert haben. Heiner Cordes soll sogar von einem Wunder gesprochen haben. Auch er leitete einst als Bürgermeister die gemeindlichen Geschicke.

 Wir bekamen geraten, das Nest mit Rindenmulch auszukleiden. Es hieß, die Störche hätten gern eine voll ausgestattete Wohnung.“

Tobias Brinkmann

Im Spätsommer 2019 ließ sich nach Kenntnis von Tobias Brinkmann zunächst ein einzelner Storch in der Gemeinde blicken. Anlass genug für den 33-Jährigen und seine Eltern Monika und Herbert Brinkmann, über die Schaffung einer Nistmöglichkeit nachzudenken. Auch Nachbar Jürgen von Essen ließ sich für dieses Vorhaben begeistern. Er packte bei den Arbeiten mit an.

Meister Adebar – als hätte er sich in Pose gesetzt.

Nistkorb aus Metall

Einen alten, acht Meter langen Mast, der nun mit einem soliden Fundament im Erdboden verankert ist, stiftete Arne Poggenburg. Das „Plateau“ mit Nistkorb aus Metall schweißte Herbert Brinkmann aus Baustahl zusammen. Seine Familie hatte sich bei der Storchenpflegestation Wesermarsch in Berne erkundigt, was alles zu beachten ist. „Wir bekamen geraten, das Nest mit Rindenmulch auszukleiden. Es hieß, die Störche hätten gern eine voll ausgestattete Wohnung“, entsinnt sich Tobias Brinkmann. Ihn und seine Eltern verblüffte die benötigte Menge: Ein halber Pkw-Anhänger Mulch passte in das Nest. Die Brinkmanns beherzigten obendrein den Ratschlag, die Behausung „benutzt“ – nach „Altbau“ – aussehen zu lassen: Dazu besprenkelten sie das Reisig ein wenig mit weißer Farbe.

Das im Februar 2020 fertiggestellte Nest besuchte nur einige Wochen später ein einzelner Storch. „Der kehrte in diesem Jahr zurück, wurde aber dann offenbar von jenem Pärchen vertrieben, das sich nun in dem Nest niedergelassen hat“, erzählt Tobias Brinkmann.

Kämpfe um die Behausung

Den Kampf um die „Behausung“ erlebte seine Mutter Monika hautnah mit. Die imposanten Großvögel hätten sich „ganz schön gefetzt“. Der einzelne Storch kam wiederholt. Seine bisherigen Bemühungen, das Nest zurückzuerobern, scheiterten allerdings kläglich.

Auf Nahrungssuche: Hier, im Bereich „Strodthoffs Kamp“, war mal ein Baugebiet ins Auge gefasst. Die Planungen haben sich bekanntlich zerschlagen.

Weißstörche benötigen täglich etwa ein Siebtel ihres Körpergewichts an Nahrung. Auf ihrem Speiseplan stehen unter anderem Frösche, Mäuse, Regenwürmer und Insekten. Das Kirchseelter Storchenpaar hält gern nahe dem Klosterbach Ausschau nach Fressbarem. Ebenso auf der Fläche „Strodthoffs Kamp“ an der Ortsdurchfahrt (L 338) gegenüber dem früheren Geschäft Wagenfeld, wo der Kirchseelter Rat vor noch gar nicht so langer Zeit die Entwicklung eines Baugebietes in Erwägung gezogen hatte. Dass diese Planungen in einem landschaftlich reizvollen Umfeld nicht umsetzbar waren, freut die direkten Nachbarn. Daraus machen die Brinkmanns keinen Hehl.

Hoffen auf Storchennachwuchs

Nun hoffen sie natürlich auf Storchennachwuchs. Offenbar sind das männliche und das weibliche Tier nicht abgeneigt. „Sie paaren sich jedenfalls ständig“, fällt Herbert Brinkmann auf.

Weißstörche werden erst im Alter von etwa vier Jahren geschlechtsreif. Die Brutzeit liegt nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) zwischen Anfang April und Anfang August, und die Brutdauer beträgt 32 oder 33 Tage. Das Gelege besteht aus zwei bis maximal acht (im Durchschnitt vier) Eiern, jeweils etwa doppelt so groß wie ein Hühnerei. Charakteristisch für die weiße Schale ist eine feine Körnung. Am Ausbrüten sind beide Elterntiere beteiligt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Meistgelesene Artikel

Versenktes Diebesgut: Taucher stoßen auf Tresor im Zwischenahner Meer

Versenktes Diebesgut: Taucher stoßen auf Tresor im Zwischenahner Meer

Versenktes Diebesgut: Taucher stoßen auf Tresor im Zwischenahner Meer
176 Menschen im Landkreis mit Corona infiziert

176 Menschen im Landkreis mit Corona infiziert

176 Menschen im Landkreis mit Corona infiziert
Geldstrafe und Gebissreparatur zu zahlen

Geldstrafe und Gebissreparatur zu zahlen

Geldstrafe und Gebissreparatur zu zahlen

Kommentare