Birgit Zypress hat Rat 25 Jahre angehört

Gemeinde Kirchseelte schafft Defi und Laubsauger an

Mit Blumen und Präsenten verabschiedete Bürgermeister Klaus Stark (rechts) am Donnerstagabend im „Dreimädelhaus“ Carsten Eicke, Birgit Zypress, André Laukstadt und Hans-Joachim Dyck (von links) aus dem Rat der Gemeinde Kirchseelte.
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Mit Blumen und Präsenten verabschiedete Bürgermeister Klaus Stark (rechts) am Donnerstagabend im „Dreimädelhaus“ Carsten Eicke, Birgit Zypress, André Laukstadt und Hans-Joachim Dyck (von links) aus dem Rat der Gemeinde Kirchseelte.

Kirchseelte – Die Gemeinde Kirchseelte wird einen automatisierten externen Defibrillator (AED) für das Dorfgemeinschaftshaus anschaffen. Das Gerät soll jedermann im Notfall für die Reanimation zur Verfügung stehen. André Laukstadt (SPD) sprach sich am Donnerstagabend im Gemeinderat dafür aus, den AED außen anzubringen, um eine schnelle, unkomplizierte Zugänglichkeit sicherzustellen. Dieser Vorschlag fand zumindest im Großen und Ganzen Zustimmung.

Geklärt werden will hingegen noch, welcher Technik-Features – von der Notrufaufschaltung bis hin zu vorbeugendem Diebstahlsschutz – es im Detail wirklich bedarf. Der Rat beließ es zunächst bei einem Grundsatzbeschluss. Die Preise inklusive Zusatzkosten, die Ratsmitglieder aufgrund eigener Nachforschungen ins Spiel brachten, variierten stark, sodass sich daraus keine Entscheidungshilfe ergab. Welches Gerät letztlich angeschafft wird, soll sich nach fachlicher Beratung herauskristallisieren.

Kleiner Zuschuss für Nistkasten-Aktion

Gemeinsam „Qualitätszeit“ verbringen und dabei auch noch etwas Nützliches für die heimische Vogelwelt tun können Erwachsene mit ihren Kindern am Sonnabend, 13. November, von 10 bis 13 Uhr auf dem Hof von Stefan Meyer-Jacob an der Klosterseelter Straße 2 in Kirchseelte. Auf Einladung des Vereins „Dorf und Natur“ besteht dort dann die Möglichkeit, Nistkästen zu bauen. An Materialkosten fallen pro Kasten und Kind acht Euro an – sowie pro Kasten und Erwachsenem zehn Euro. Die Aktion soll in erster Linie Familien ansprechen. Stärkungen werden in Form von Bratwürsten und Getränken zur Verfügung gestellt. Anmeldungen nimmt Stefan Meyer-Jacob bis zum 5. November via WhatsApp-Nachricht unter Tel.: 0172/40 65 601 oder per E-Mail an s.m-j78@web.de entgegen.

Wer möchte, der darf gern mehr als einen Vogelnistkasten bauen. Exemplare, die nicht für den Eigenbedarf benötigt werden, könnten im öffentlichen Raum aufgehängt werden. Für diese überzähligen Kästen müssen die Erbauer nichts zahlen. Stefan Meyer-Jacob, auch Ratsherr, hat während der jüngsten Sitzung des Kirchseelter Rates einen kleinen Zuschuss erwirkt: Die Gemeinde gibt bis zu 200 Euro dazu.

Nägel mit Köpfen hat der Rat hingegen in einer anderen Angelegenheit gemacht: Für den Gemeindearbeiter schafft die Gemeinde einen Laubsauger an, der rund 3 000 Euro kostet und sofort verfügbar ist. Zunächst war ein weniger leistungsstarkes Gerät ins Auge gefasst worden, das zugleich das Laub gehäckselt hätte. Ausgeliefert worden wäre es allerdings erst im August 2022.

Dem Rat lag daran, dem Gemeindearbeiter schon jetzt die Arbeit zu erleichtern, zumal der Laubfall eingesetzt hat. Der nun einstimmig beschlossene Laubsauger häckselt nicht. Er schreddert somit auch keine Kleinstlebewesen. Der Vorteil des „verworfenen“ Geräts: Gehäckseltes Laub hätte sich direkt auf Felder ausbringen lassen.

Der Gemeindearbeiter wohnte der Sitzung im „Dreimädelhaus“ bei und zeigte sich hochzufrieden mit der beschlossenen Anschaffung. Das Gerät, für das sich der Gemeinderat entschieden hat, eignet sich nach seiner Einschätzung – auch vom Schlauchdurchmesser her – für größere Flächen.

Brückenschäden: Tendenz geht in Richtung Neubau

„Heute Nachmittag habe ich einen Anruf vom Bassumer Bauamt bekommen. Die Stadt hat wieder ihre im zweijährigen Turnus anstehende Brückenschau durchführen lassen. Der Gutachter sah sich auch unsere Fußgänger- und Fahrradbrücke über den Klosterbach nach Gräfinghausen an. Er stellte fest, dass sich der Zustand der Gründung weiter verschlechtert hat. Die Empfehlung geht jetzt wieder in Richtung Neubau“, teilte Kirchseeltes Bürgermeister Klaus Stark (SPD) am Donnerstagabend während der Gemeinderatssitzung im „Dreimädelhaus“ mit.

Über das Thema werde der neue Rat relativ kurzfristig „zumindest beraten“ müssen. 2018 sei der Belag erneuert worden. Nun brächen die Geländer der Brücke „ein bisschen weg“. Das Hauptproblem aber sei der Unterbau, die Gründung. „Ich werde wohl in der kommenden Woche ein Gespräch mit dem Bauamt haben“, kündigte Stark an. Wie ließen sich die Schäden beheben? Wer macht was? Woher könnten etwaige Fördergelder kommen? Antworten auf diese und weitere Fragen erhofft sich der Bürgermeister. Ohne Zuschüsse dürfte es der Gemeinde Kirchseelte nach seiner Ansicht schwerfallen, ihren 50-prozentigen Anteil an der Finanzierung zu stemmen, spielte er auf einen Vertrag mit der Stadt Bassum an, der eine Fifty-fifty-Kostenteilung beinhaltet.

Ratsherr Hans-Joachim Dyck (Bündnis 90/Die Grünen) erwähnte im weiteren Verlauf eine schlecht besuchte „szenische Lesung“ in Kirchseelte. Trotz des moderaten Eintritts von 14 Euro kamen nur zwölf Besucher. Der Verein „ProSzenium“ habe wegen des zu zahlenden Festpreises für die Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) Verlust gemacht, verriet Dyck. Er regte an, die Höhe der DGH-Mietkosten künftig für Kulturevents nach der Menge der Zuschauer zu bemessen. Denn gehe „ProSzenium“ wiederholt mit einem Minus aus Veranstaltungen in Kirchseelte raus, werde die Zahl der Auftritte sicherlich gezählt sein. „Wir werden darüber im neuen Gemeinderat beraten“, sicherte der Bürgermeister zu.

„Geliehene Zeit“

Ratsarbeit sei „geliehene Zeit“, leitete Klaus Stark zu den Verabschiedungen von Mandatsträgern über, die dem nächsten Kommunalparlament nicht mehr angehören werden. „Es ist immer schade, wenn uns Leute aus dieser Runde verlassen, gehört aber zum Leben einfach dazu“, sagte der Bürgermeister. Gutschein, Urkunde und Wanduhr mit Kirchseelter Wappen gab es jeweils zum Abschied für André Laukstadt (SPD) und Hans-Joachim Dyck (Grüne) nach fünf Jahren Ratsarbeit sowie für Carsten Eicke (SPD) nach zehn und Birgit Zypress (CDU) nach 25 Jahren.

Welcher Standort für Ahornbaum ist der beste?

Einen Zuschuss der Bingo-Umweltstiftung für die Kinderfeuerwehr erwähnte Bürgermeister Klaus Stark ebenfalls. Daraus resultiere unter anderem, dass jede Jugendfeuerwehr in der Samtgemeinde Harpstedt einen Baum erhalte. So auch die Kirch- und Klosterseelter Nachwuchsbrandschützer. Als Pflanzort schlage Ortsbrandmeister Klaus Grubert den Grünstreifen zwischen den Parkplätzen der Feuerwehr und des Dorfgemeinschaftshauses vor – etwas hinter einem vorhandenen Baum „am großen Stein“. Marko Kleinert (CDU) reagierte skeptisch: „Ist das der beste Standort?“ Der Grünstreifen sei nicht allzu breit“, gab Gerfried Holthusen (FDP) zu bedenken. „Nicht, dass wir das gleiche Problem kriegen wie vorne am Dorfgemeinschaftshaus. Der Baum wächst ja auch. Irgendwann ist er so groß, dass er wieder die Pflasterung hochdrückt“, befürchtete der Ratsherr. „Hinter den Altkleiderbehältern“ wäre der Ahornbaum nach seiner Ansicht besser platziert. Der Bürgermeister zeigte sich offen für alternative Standortvorschläge. Er werde über die Angelegenheit noch einmal mit Grubert reden, um einen „vernünftigen Platz“ zu finden. Die Pflanzung sei auf den 4. November terminiert.

„Du warst lange die einzige Frau in diesem Rat. Du hast deine ,Jungs" immer gut im Griff gehabt, warst sehr verbunden mit den Bürgern und immer ansprechbar“, sagte Stark zu Birgit Zypress – sehr wohl wissend um die Wichtigkeit eines guten Informationsaustausches zwischen Rat und Einwohnern. Wohlwollende Worte fand er auch für die übrigen zu Ehrenden. Es sei ja nicht so, „dass ihr alle aus dem Ort verschwindet, sondern ihr steht sicher noch für die eine oder andere ,Schandtat’ zur Verfügung“. Stark hoffte darauf, die ehemaligen Ratsmitglieder dann und wann in Sitzungen als Zuhörer wiederzusehen. Ebenso zeigte er sich offen, mit ihnen bei passender Gelegenheit aus zeitlicher Distanz die Ratsarbeit zu reflektieren, und zwar einschließlich der Dinge, „die nicht so gut funktioniert haben“.

Ihr habt viel Zeit investiert und bekommt ein bisschen Zeit zurück.“

Klaus Stark

Besonders Hans-Joachim Dyck habe es als erster Grüner im Rat nicht leicht gehabt, seine Positionen durchzusetzen. Als Fraktion mit künftig zwei Ratsmitgliedern hätten die Grünen sicherlich einen weniger schweren Stand. Außerdem habe sich ja auch „in den Köpfen der Bürger ein bisschen was geändert“, so der Bürgermeister.

„Ihr habt viel Zeit investiert und bekommt ein bisschen Zeit zurück“, sagte Klaus Stark beim Überreichen der „Kirchseelte-Uhren“.

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