Überschaubare laufende Kosten

Bürgerauto überfordert Gemeinde Kirchseelte finanziell nicht

Im September 2020 gab es hinterm Dorfgemeinschaftshaus Kirchseelte eine Abschlussveranstaltung zum Bürgerauto-Förderprojekt. Manuela Schöne, Klimaschutzmanagerin des Landkreises, verriet damals, die insgesamt fünf Elektrofahrzeuge hätten bislang 36 950 Kilometer zurückgelegt. Vorn links Kirchseeltes Bürgermeister Klaus Stark.
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Im September 2020 gab es hinterm Dorfgemeinschaftshaus Kirchseelte eine Abschlussveranstaltung zum Bürgerauto-Förderprojekt. Manuela Schöne, Klimaschutzmanagerin des Landkreises, verriet damals, die insgesamt fünf Elektrofahrzeuge hätten bislang 36 950 Kilometer zurückgelegt. Vorn links Kirchseeltes Bürgermeister Klaus Stark.

Kirchseelte – Wie wirtschaftlich ist das Kirchseelter Bürgerauto? Zu dieser Frage hat sich Bürgermeister Klaus Stark Gedanken gemacht. Er trug Zahlenmaterial zusammen und erläuterte es im Gemeinderat.

288 Fahrten und 9006 Kilometer Laufleistung beinhaltet die Nutzungsbilanz für die vergangenen zwei Jahre. Im stärksten Monat, im September 2020, absolvierte das Bürgerauto 31 Fahrten. Hingegen blieb der E-Motor im April und Juli 2019 nahezu aus; in beiden Monaten kam der Siebensitzer nur je einmal zum Einsatz. Zwischen diesen Extremen gibt es starke Schwankungen. Dass die Nutzung in der Anfangszeit, direkt nach der Anschaffung des Vans, vergleichsweise schwach war, verwundert nicht.

41 Fahrten von Januar bis März

In diesem Jahr hat es das Bürgerauto von Januar bis März auf sechs, 14 und 21 Fahrten gebracht. Jeder, der das Fahrservice-Angebot nutzen wollte, sei bislang auch zum Zuge gekommen, betonte der Bürgermeister.

Die Kostenseite blieb dem Rat nicht verborgen: Die hoch bezuschusste Anschaffung des Vans, der im alten Teil des Dorfgemeinschaftshauses untergebracht ist, schlug inklusive Folierung, Wallbox und Marketing/Bewerbung mit einem gemeindlichen Eigenanteil von 7. 088,95 Euro zu Buche (das sind 20 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 35 .444,75 Euro).

Stromkosten von 16,56 Euro im Monat

Die Aufwendungen für den laufenden Betrieb sind indes kaum der Rede wert. Der steuerbefreite Siebensitzer mit E-Antrieb verbraucht durchschnittlich 18,5 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Macht 1666,11 Kilowattstunden für die bisher zurückgelegten 9 006 Kilometer. Daraus resultierten seit Inbetriebnahme Stromkosten von 397,37 Euro – also von gerade mal 16,56 Euro pro Monat. Dazu kamen etwa 800 Euro Versicherung pro Jahr. Für Wartung und Instandhaltung fielen seit der Inbetriebnahme insgesamt 150 Euro an, für Autowäschen 40 Euro und für eine Reparatur (kaputter Reifen) 75 Euro.

Außerdem profitiert die Gemeinde unterm Strich leicht davon, dass der Bürgermeister auf seinen Fahrtkostenzuschuss verzichtet und dafür das Bürgerauto für Dienstfahrten mitnutzt. Befürchtungen einiger Ratsmitglieder, die Gemeinde könne sich das Fahrzeug womöglich gar nicht leisten, haben sich – den vorgelegten Zahlen zufolge – nicht bestätigt.

Aktuell sieben ehrenamtliche Fahrer

Ein Appell von Reinhard Wixforth (SPD) an den Rat, mehr Engagement für das Bürgerauto zu zeigen, erntete Widerspruch. Aufgabe der Politik sei es gewesen, das Projekt aus der Taufe zu heben; der laufende Betrieb hätte eigentlich – wie in der Nachbargemeinde Dünsen – in die Hände eines Vereins gelegt werden sollen, argumentierte Bernd Meyer (CDU). Was Reinhard Wixforth aber eigentlich gemeint habe, so Bürgermeister Klaus Stark, sei der Wunsch nach mehr ratsseitiger Wertschätzung des Bürgerautos – nach mehr Anerkennung.

Vermehrt Fahrten zum Impfzentrum

Im Augenblick könnten sieben zur Verfügung stehende Ehrenamtliche Fahrdienste leisten. Wöchentliche Einkaufsfahrten für Seniorinnen und Senioren übernimmt Gudrun Stark, die Frau des Bürgermeisters. Dieses Angebot gab es von Anfang an.

Ansonsten wird der Van derzeit für Fahrten zu Ärzten und – vermehrt – zum Impfzentrum genutzt. Zur Tafel geht’s hingegen gar nicht. Hier fehlt schlicht die Nachfrage.

Anfangs haben nach Angaben von Klaus Stark auch die Jugendfeuerwehr, die Schützen und der Verein „Dorf und Natur“ den Siebensitzer in Anspruch genommen. Das sei aber mit Beginn der Pandemie zum Erliegen gekommen.

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