Kaum Zustimmung zu Freibad-Anregungen

Kinzel hätte sich mehr erhofft

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Das Rosenfreibad sei ein Juwel, werde aber nicht hinreichend und nicht professionell genug vermarktet. An dieser Einschätzung von Wolfgang Kinzel aus Harpstedt hat ein aus seiner Sicht ernüchterndes Gespräch mit Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse nichts geändert. Dass sich der Verwaltungschef anderthalb Stunden Zeit für ihn nahm, war aus seiner Sicht schon fast das Positivste an dem Meinungsaustausch.

Kinzel hatte Wöbse Vorschläge in einem offenen Brief unterbreitet, die ihm größtenteils andere Freibadnutzer angetragen hatten und die sich mit erschwinglichem oder ohne Kostenaufwand in die Praxis umsetzen ließen. Doch kaum etwas davon habe Zustimmung gefunden.

Dass ein Eintrag der Freibads in die Gelben Seiten vermutlich wenig brächte, sieht Kinzel schon ähnlich wie Wöbse. Gleichwohl stehen viele Bäder der Umgebung drin. Völlig nutzlos wäre der Eintrag also vielleicht doch nicht, glaubt Kinzel. Es treffe zu, wie Wöbse eingeworfen habe, dass sich viele Leute mittlerweile online informierten, aber auch via Internet gebe es ja die Möglichkeit, in die Gelben Seiten zu schauen.

Dem Vorschlag, auf das Freibad mit Schildern oder Transparenten an Bauzäunen aufmerksam zu machen, habe Wöbse praktisch-rechtliche Hürden entgegengesetzt. Auch mit der Anregung, das Freibad mit einer Facebook-Seite zu bewerben, konnte Kinzel nicht punkten. Wöbse habe auf die Gefahr inhaltlich bedenklicher Posts und Kommentare hingewiesen. Kinzel sieht indes in dem sozialen Netzwerk eine Chance, vor allem junge Menschen zu erreichen. Viele Einrichtungen nutzten Facebook, ohne Probleme mit unsachlicher Kritik zu bekommen. 

Kinzels Meinung: In Sachen Facebook vertrete Wöbse einen „etwas altmodischen“ Standpunkt. Online ist das Freibad aktuell über den Button „Einrichtungen“ auf harpstedt.de zu finden. Eintrittspreise und Öffnungszeiten sind für jedermann einsehbar. Eine Vermarktung, etwa mit Fotos, aber fehlt. Kinzel hatte angeregt, eine eigene Website für das Freibad zu entwerfen; überhaupt findet der den Online-Auftritt der Samtgemeinde nicht besonders ansprechend. Dazu habe sich Wöbse „nicht groß geäußert“.

Zumindest in einem Punkt habe Einigkeit bestanden: Über Kinzels Hinweis, wonach die Nutzer des Freibades sehr zufrieden mit dem Fachpersonal seien und das Kiosk-Angebot des neuen Pächters ausgesprochen gut ankomme, habe sich Wöbse gefreut. Was Kinzel wiederum freute: Das Freibad bekommt eine neue Uhr. 

„Die alte geht schon seit Wochen nicht mehr“, weiß der Harpstedter, der selbst zu den Frühschwimmern zählt. Was indes fehle, aber eigentlich zum Einmaleins des Marketings gehöre, sei ein Schild am Eingang mit dem Namen des Freibades in gut sichtbaren Lettern und den Öffnungszeiten. An der Idee, einen Freibad-Förderverein zu gründen, hält Kinzel fest. Diesbezüglich habe sich Wöbse zumindest „nicht ablehnend“ geäußert.

Die in besagtem offenen Brief enthaltene Bemerkung, der Samtgemeindebürgermeister habe noch nicht einmal selbst das Rosenfreibad aufgesucht, habe Herwig Wöbse „nicht gut“ gefunden. Kinzel steht dazu. Er vertritt den Standpunkt, es stünde dem Amtshof-Chef gut zu Gesicht, sich nicht nur von seinen Mitarbeitern sagen zu lassen, „wo’s hapert“, sondern zumindest dann und wann auch persönlich in die Einrichtungen der Samtgemeinde Harpstedt zu gehen, um sich aus erster Hand zu informieren.

Rubriklistenbild: © dpa

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