Kapazitäten vor allem im Flecken erschöpft / Fachausschuss berät über eine Übergangslösung

33 Kindergartenplätze zu wenig

Die Kapazitäten der Kindergärten in der Samtgemeinde Harpstedt reichen nicht mehr aus. Für bis zu 33 Mädchen und Jungen im Vorschulalter muss eine räumliche Übergangslösung her. Symbolfoto: Monika Skolimowska/dpa

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Die Anmeldezahlen für die kommunalen Kindergärten hat die Samtgemeindeverwaltung ausgewertet. Das Ergebnis offenbart Handlungsbedarf: Für 33 angemeldete Mädchen und Jungen stehen keine Plätze zur Verfügung. Davon entfallen allein 25 auf den Flecken Harpstedt. Je zwei Plätze fehlen in Beckeln und Dünsen; vier sind noch keiner Kita zugeordnet.

In der „Waldburg“ in Harpstedt und im Kindergarten „Luftikus“ in Groß Ippener werden aktuell neun sogenannte „Flexikinder“ betreut. Von ihnen besuchen möglicherweise einige nach den Sommerferien die Schule. Den Eltern verbleibt noch bis zum 1. Mai Zeit, darüber zu entscheiden. Um die Zahl der in die Schule wechselnden „Flexikinder“ reduziert sich wiederum die Anzahl der fehlenden Betreuungsplätze.

Der erhöhte Platzbedarf – vor allem im Flecken – ist laut Samtgemeindeverwaltung nicht absehbar gewesen, zumal sich die Jahrgangsstärke in etwa auf dem Niveau der Vorjahre oder sogar leicht darunter bewegt. Die erhöhte Nachfrage nach Kinderbetreuung sei wohl nur mit dem Zuzug im Harpstedter Neubaugebiet und der zunehmenden Berufstätigkeit von Müttern zu begründen. Hinzu komme: Kindergartengebühren gebe es nicht mehr; für viele Frauen mit Kindern sei eine Teilzeitbeschäftigung als Folge der Beitragsfreiheit attraktiver geworden.

Damit die Samtgemeinde den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für alle angemeldeten Mädchen und Jungen erfüllen kann, müsse eine weitere Gruppe „mit einer Betreuungszeit bis in den Nachmittagsbereich“, also bis 15 oder 16 Uhr, geschaffen werden. Über das Wie und Wo berät am Montag, 2. März, der Schul- und Sozialausschuss, der ab 18 Uhr öffentlich im Hotel „Zur Wasserburg“ tagt. „Es ist zu entscheiden, ob (...) vorübergehend für ein Jahr eine Kindergartengruppe in Harpstedt oder ortsnah eingerichtet werden soll“, heißt es in der Beratungsvorlage. Die Sitzung ist wegen der Dringlichkeit der Angelegenheit zusätzlich anberaumt worden.

Aktuell prüft die Verwaltung denkbare Übergangslösungen. In Betracht käme die Nutzung eines vorhandenen kommunalen Gebäudes in der Samtgemeinde, in dem es noch Platzreserven gibt – die Zustimmung des Landesjugendamtes vorausgesetzt. Ein Mobilbau gilt als unwahrscheinlich. Wohin auch damit? Bei der „Waldburg“ steht schon ein Container, der wieder als Gruppenraum genutzt wird. Und bei der Kita „Zwergnase“ wird demnächst bekanntlich der – aktuell in der Planung befindliche – Anbau realisiert. Damit schafft die Samtgemeinde Platz für zwei zusätzliche Krippen- und eine Kindergartengruppe (allerdings soll die räumliche Zuordnung innerhalb der Einrichtung so gestaltet werden, dass in dem neuen Gebäudeteil ausschließlich Krippenkinder betreut werden). Den Anbau will die Samtgemeinde möglichst bis zum Beginn des Kindergartenjahres 2021/22 fertiggestellt haben.

Im Krippenbereich sehe es, was die Deckung der Nachfrage betrifft, noch einigermaßen gut aus, sagte Sozialamtsleiterin Edda Masemann auf Nachfrage: „Wir gehen davon aus, dass wir das nächste Jahr mit den Kapazitäten über die Runden kommen.“

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