Kindergartenkinder rufen und singen ihn auf Weihnachtsmarkt in Dünsen herbei

Gabenbringer schwerhörig?

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Ist der echt? Das mag sich mancher Spross beim Anblick des „Manns in Rot“ gefragt haben.

Dünsen - Von Anja Nosthoff. Ist der Nikolaus womöglich schwerhörig? Jedenfalls ließ er die Dünsener Kindergartenkinder am Sonnabend auf dem Weihnachtsmarkt bei der Zufluchtskirche ganz schön warten – zur Freude der restlichen Besucher: Denn die Kleinen riefen nicht nur lautstark nach dem Gabenbringer, sondern versuchten ihn auch mit einstudierten Liedern anzulocken, die sie gemeinsam mit den Erzieherinnen auf der Bühne darboten.

Kaum jemand konnte sich ein Schmunzeln verkneifen angesichts des Eifers, mit dem die Kinder ihr „Guten Tag, ich bin der Nikolaus“ und „Lasst uns froh und munter sein“ zum Besten gaben. Je lauter, desto eher hört uns der Nikolaus, müssen sich wohl die Mädchen und Jungen gedacht haben, die mit ihrem Auftritt ein Blitzlichtgewitter auslösten: Eltern, Großeltern und Geschwister gaben sich Mühe, den großen Augenblick für die Nachwelt festzuhalten.

Schließlich fruchteten die lautstarken Anstrengungen. Der Nikolaus bahnte sich mit seinem schweren Sack einen Weg durch die Menge. Wohlwollend, aber auch kritisch begrüßten ihn leuchtende Kinderaugen. Ist der wohl echt? Das dürfte sich mancher Spross im Stillen gefragt haben. Der Nikolaus war über jeden Zweifel erhaben; immerhin holte er aus seinem Sack echte Süßigkeiten-Tüten hervor, die schnell dankbare Abnehmer fanden. Auf der Bühne ging das Programm mit Adventsmusik der Harpstedter „Prager“ weiter. Das Blasorchester bot die perfekte akustische Kulisse für einen genussvollen Glühweinstopp. Besonders hoch im Kurs bei den jungen Besuchern stand indes das Dosenwerfen in der Regie des Schützenvereins. Während sich die Großen bei Glühwein oder Bullenschluck aufwärmten, backten viele Kinder zudem rund ums Lagerfeuer mit roten Wangen Stockbrot.

Auf keinen Fall verpassen durften die Bummler aller Altersgruppen aber die Schmalzkuchen, die der Heimatverein feilbot. „Unser Teig ist in Dünsen schon seit 30 Jahren berühmt“, verriet Daniela Rode-Krumdiek. Ihre Mutter Helga, mittlerweile 76 Jahre jung, kommt nicht darum herum, jedes Jahr eine große Portion Teig anzurühren, der dann am Weihnachtsmarktstand in Schmalz gebacken und warm in die Tüten der wartenden Leckermäuler gefüllt wird. Hand in Hand arbeiteten Mutter und Tochter auch diesmal. Beim Verkauf unterstützten sie die jungen Helferinnen Karin Jabusch und Anna-Lena Schadwinkel tatkräftig. Spezialitäten aus eigenem Fang – sogar bis aus Norwegen – bot der Angelsportverein Harpstedt an. Neben Räucherforellen und -makrelen gab es für Fischliebhaber Matjesbrötchen und Brathering.

Am Stand des Kindergartens weckte indes ein hängender Weihnachtsmann aus Holz Begehrlichkeiten. „Das Unikat ist der Hauptgewinn unserer Tombola, deren Erlös dem Kindergarten zugute kommt. Der Klosterseelter Handwerker und Hobbykünstler André Laukstadt hat es entworfen und gefertigt“, erläuterten die Standbetreiber.

Runde um Runde drehte derweil das stets voll besetzte Kinderkarussell. Und am Stand der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde (DHEF) halfen Sandro und Mike ihrer Mutter, Karten für Nikolausfahrten zu verkaufen.

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