Ochtumverband verbessert Struktur des Flusses in Prinzhöfte für 20 000 Euro

Kies und Tothölzer werten Delme auf

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Gewässerkoordinatorin Ira Zylka freut sich über den schnellen Effekt in der Delme. Die Strukturverbesserungsmaßnahmen kosteten 20 000 Euro. 130 Tonnen Kies und Steine sowie 15 Baumstämme wurden eingebaut.

Prinzhöfte - Von Alina Pleuß. Der Ochtumverband schloss vor wenigen Tagen die Strukturverbesserungsmaßnahmen in der Delme in Prinzhöfte auf Höhe der Autobahn 1 ab. Grund für die Aktion ist der Neubau zweier Rastanlagen an der A1 auf dem Gebiet der Gemeinde Groß Ippener. Im Zuge dessen werden die betroffenen Flächen versiegelt.

Laut Bundesnaturschutzgesetz muss der Eingriff an einer anderen Stelle zugunsten der Natur ausgeglichen werden. „Dafür eignete sich die Delme ideal“, berichtet Ira Zylka, Gewässerkoordinatorin vom Ochtumverband.

Kies bildet neuen Laichgrund für Fische

Insgesamt 130 Tonnen Kies und Steine sowie 15 Baumstämme wurden eingebaut. „Das Material haben wir in verschiedenen Bauweisen eingebracht. Der Kies ist beispielsweise in einer normalen Bankstruktur angeordnet, unter anderem als Laichgrund für die Fische“, erklärt Zylka. An der Seite aufgeschüttet dienen die Steine aber auch der Erhöhung der Fließgeschwindigkeit. Die Tothölzer lenken die Strömung um. „Ich habe mir im Vorfeld historische Karten zum Verlauf der Delme angeschaut. Und da war zu sehen, dass das Gewässer vor dem Ausbau des Bachs wesentlich mehr Kurven besaß“, berichtet Zylka. Daher sollen die Tothölzer das alte Gewässerbild zum Teil wieder herstellen.

Neben Kiesbänken wurden auch Tothölzer in das Flussbett der Delme eingebaut.

In eigener Regie setzte der Ochtumverband die Maßnahmen innerhalb von rund zwei Wochen um. Die Kosten in Höhe von 20.000 Euro werden im Rahmen der Bauarbeiten für die Rastplätze finanziert. Der Maßnahmenabschnitt ist Teil des Flora-Fauna-Habitats (FFH) im Delmetal. „Zwischendurch mussten wir kurz pausieren, weil das Wetter zu schlecht war.“ Dennoch sei man zügig vorangekommen. „Wir als Verband haben die Möglichkeiten, solche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen umzusetzen“, so Zylka. Mit der Aktion wolle man zudem die Wiederausbreitung der Bachmuschel fördern. „Diese kommt mittlerweile sehr selten vor, soll aber in Delmegewässern noch aufzufinden sein.“

Eine weitere Besonderheit: An einer Stelle überquert die A1 die Delme. Unter der Brücke hat sich ein Erdstreifen seitlich abgelagert, der Tieren eine sichere Unterquerung der Autobahn ermöglicht. „Sie können die Autobahn somit problemlos umgehen“, erklärt Zylka.

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