M 47 soll verschrottet werden / Abtransport wenige Tage nach „Einfärbung“ durch Sprayer

Keine Zukunft für den „Pink Panzer“

Kurzzeitig konnten sich Passanten über den „Pink Panzer“ amüsieren. Dann verfrachtete ihn die Bundeswehr mit schwerem Gerät in die Feldwebel-Lilienthal-Kaserne.
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Kurzzeitig konnten sich Passanten über den „Pink Panzer“ amüsieren. Dann verfrachtete ihn die Bundeswehr mit schwerem Gerät in die Feldwebel-Lilienthal-Kaserne.

Große Höhe - Von Jürgen Bohlken. Etwas kurios mutet das schon an: Eine gefühlte halbe Ewigkeit lang störte sich die Bundeswehr nicht daran, dass ein Wrack eines Jagdpanzers vom Typ M 47 Patton auf dem Truppenübungsplatz Große Höhe mit der Natur „verwuchs“ und zunehmend sogar von Kindern als Abenteuerspielplatz erobert wurde. Dann verpassten Sprayer der Ruine auf Ketten ein neues Gesicht in Pink, und – schwupp – rückte die Bundeswehr mit schwerstem Gerät an, um den 34 Tonnen schweren „Fremdkörper“ in die Adelheider Feldwebel-Lilienthal-Kaserne zu verfrachten. Findet sich für den Koloss keine andere Verwendung, wird er verschrottet.

Augenzeugen quittierten den Abtransport durch Angehörige des Logistikbataillons 161 aus Adelheide aus sicherer Entfernung mit einem Schmunzeln und ironischen Spitzen: „Ein Panzer ohne Tarnfarbe? Ganz in Pink? Geht gar nicht! Da muss natürlich gehandelt werden.“

Tatsächlich hatte das Kettenfahrzeug zuletzt ein regelrecht friedliches Bild abgegeben. Der Panzer ähnelte fast einem postmodernen Kunstwerk wider den Militarismus.

Am Sonnabend vor Pfingsten verstärkten Unbekannte diesen Eindruck sogar noch, indem sie aus dem M 47 Patton den „Pink Panzer“ machten – mit „Get Love“-Schriftzug auf dem Geschützrohr.

Nur wenige Tage später folgte der Abtransport. Die günstige Gelegenheit zu ein paar Schnappschüssen von diesem technisch-logistischen Spektakel ließen sich einige Augenzeugen nicht entgehen. Von einer Anzeige wegen Sachbeschädigung als Folge des „Sprayens“ will die Bundeswehr übrigens absehen.

Ein wenig zur Geschichte des Wracks: Während des Kalten Krieges, als in Adelheide noch das Panzergrenadierbataillon 312 existierte, sollte der M 47 als Ziel- und Ausbildungsobjekt dienen. Diesen Zweck erfüllte er lange. In einer Senke nahe dem heutigen Segelflugplatz übten Soldaten daran unter anderem das „Panzerknacken“. An Übungen sollen zeitweise auch niederländische Streitkräfte beteiligt gewesen sein.

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