Keine Investitionen: Ippener Haushalt fehlt „Salz in der Suppe“

Groß Ippener – Bis zu 500 000 Euro kann sich Groß Ippener die Erschließung des Baugebietes „Ippener Kämpe II“ kosten lassen. Mittel in dieser Höhe waren schon in einen früheren Etat eingestellt worden. Die Maßnahme wird nach Einschätzung von Bürgermeister Georg Drube 2020 kassenwirksam.

Für die dritte Stufe des Breitbandausbaus will die Gemeinde in den kommenden drei Jahren jeweils 40 000 Euro an Zuschussbedarf einplanen. Der am Donnerstagabend einstimmig vom Rat im Gasthaus Wülfers verabschiedete Haushalt 2020 mutet hingegen langweilig an. Was fehlt, ist das „Salz in der Suppe“ – in Form investiver Maßnahmen. Beachtung verdient indes die Erhöhung der Grundsteuerhebesätze A und B von 280 auf 370 Prozent, die insgesamt 55 000 Euro an Mehreinnahmen ins Gemeindesäckel spülen wird. Bemerkenswert: Die mit 100 000 Euro noch pessimistisch (für 2020) geschätzte Vergnügungssteuer hat sich zu einer erklecklichen Einnahmequelle gemausert. 2019 brachte sie der Gemeinde laut Rechnungsergebnis sogar rund 148 000 Euro ein.

Das rechnerische Defizit im Ergebnisetat 2020 von 191 400 Euro könne aus Überschussrücklagen gedeckt werden, erläuterte Andre Mutke aus der Samtgemeindekämmerei. Georg Drube gab zu bedenken, dass darin 141 000 Euro an Abschreibungen steckten. Nach der alten – kameralen – Haushaltsführung „hätten wir nur ein Fehl von rund 50 000 Euro“.

Drube zeigte sich zuversichtlich, dass aus dem kalkulierten Minus am Ende ein reales Plus wird – wie schon in den Vorjahren. 2019 hatte sich ein kalkuliertes Fehl von 38 000 Euro sogar in einen stolzen Überschuss von 455 000 Euro „verwandelt“.

Zuhörer Walter Brumm lobte das Festhalten an den jährlichen Zuschüssen für die Vereine: Auch 2020 bekommen der Ippener Tennisclub sowie die Krieger- und Soldatenkameradschaft je 400 Euro. Je 700 Euro fließen an Schützenverein und TSV. Mit 500 Euro unterstützt die Gemeinde die Feuerwehr.

Zwei Birkenweg-Anwohnerinnen klagten über extremen Schwerlastverkehr: Die Wohnstraße werde oft sogar von 40-Tonnern als Umfahrungsstrecke genutzt, sobald die Autobahn dicht sei, was häufig vorkomme. Darunter litten die Fahrbahn und die Seitenräume. Abhilfe schüfe womöglich eine Tonnagebegrenzung auf sechs Tonnen schon ab Brillweg; der Bürgermeister will sich darum bei der unteren Verkehrsbehörde bemühen.  boh

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