Sommerferienflaute trifft auch „Kaselowskys Figurentheater“

Keine gute Zeit für Puppenspieler

Mit dem Räuber Hotzenplotz, der Großmutter, dem Kasper und dem Wachtmeister Dimpfelmoser erheitern Adriano und Rickardo Gino Kaselowsky in ihrem aktuellen Stück Jung und Alt. Stolz präsentieren sie hier ihre alten Hohensteiner Handpuppen. - Foto: Bohlken

Harpstedt/Wildeshausen/Großenkneten - Von Jürgen Bohlken. „Ich denke, auch die Erwachsenen werden zufrieden aus dem Zelt gehen. Entweder, weil es ihnen gefallen hat, oder aber, weil sie froh sind, dass es vorbei ist!“ Mit diesem Scherz brach Puppenspieler Rickardo Gino Kaselowsky am Dienstagnachmittag vor Beginn der Kasperle-Theatervorstellung an der Schulstraße in Harpstedt gleich das redensartliche Eis. Die durch die Blume angedeutete Befürchtung erwies sich aber als unbegründet: Die „Großen“ genossen das kurzweilige Stück genauso wie die Kleinen.

Große Augen, staunende Blicke: In Harpstedt fieberten die Kinder am Dienstagnachmittag richtig mit. - Foto: boh

Rickardo Kaselowsky und sein Cousin Adriano amüsierten ihr Publikum mit der Geschichte vom Einkaufskörbchen, das der Räuber Hotzenplotz der Großmutter gestohlen hat. Bei der Suche nach Beute und Bösewicht bekam Wachtmeister Dimpfelmoser tatkräftige Unterstützung durch die beiden Hauptprotagonisten, den Kasper und den Seppel. Das junge Publikum fieberte richtig mit und half gleich zu Beginn, durch lautes „Hauruck“-Rufen den vermeintlich widerspenstigen Bühnenvorhang zu öffnen. „Wir haben euch ein Stück in zwei Akten mitgebracht. Das heißt, der Vorhang geht zweimal auf und zweimal zu“, erklärten die Puppenspieler. „Kaselowskys Figurentheater“ zieht seit einer halben Ewigkeit durch die Lande. Die beiden Cousins spielen in siebter Generation mit bis zu über 50 Jahre alten Hohensteiner Puppen. „Das sind die besten“, sagen sie aus Überzeugung.

Mindestens zwei Vorstellungen bestreitet das Figurentheater pro Woche. Für gewöhnlich fällt es nicht allzu schwer, sich erfolgreich um Auftrittsorte zu bemühen. Nur nach längeren Regenfällen gibt es schon mal Probleme, einen geeigneten Platz zu finden, weil viele Grünflächen dann zu stark durchweicht sind. Schon häufiger haben es die Kaselowskys in diesem Jahr geschafft, ihr kleines Theaterzelt, das bis zu 120 Personen fasst, zu füllen; und sogar das große, in dem maximal 350 Menschen Platz finden können, droht immer mal wieder aus allen Nähten zu platzen.

In den Sommerferien hingegen lassen sich Besucher weit schlechter mobilisieren. Viele Kindergärten sind geschlossen oder „fahren“ nur einen Notdienst. Damit geht ganz oder teilweise eine wichtige Möglichkeit verloren, die Zielgruppe zu erreichen. Für gewöhnlich verteilen die Kaselowskys Ausmalbilder in den Kitas, die, wenn die Kinder sie ausgemalt haben, die Funktion einer Freikarte erfüllen; Eintritt zahlen dann nur die Erwachsenen. Hinzu kommt: Viele Familien sind aktuell verreist, was ebenso dazu führt, dass Bänke leer bleiben. In Harpstedt genossen am Dienstag je sieben Kinder und Erwachsene fast schon eine „Privatvorstellung“. Gestern traten dort Kasper und Co. ein weiteres Mal in Aktion.

Zwei Vorstellungen in Wildeshausen

Am Sonntag, 17. Juli, 11 und 15 Uhr, spielt das Figurentheater die Geschichte vom Räuber Hotzenplotz im „Kayserhaus“ in Wildeshausen. Bereits am Sonnabend, 16. Juli, präsentieren die Kaselowskys ab 15 Uhr dasselbe Stück im Dorfgemeinschaftshaus Großenkneten. Kinder zahlen acht, Erwachsene neun Euro Eintritt. Rabattkarten liegen in vielen Geschäften aus. Wer eine hat, reduziert damit den Eintritt um jeweils einen Euro.

Nach Ende des Stücks dürfen die Kinder stets mit dem Kasper und den anderen Puppen auf Tuchfühlung gehen und sich von ihnen verabschieden. Auch bekommen sie Einblicke in das Handpuppenspiel gewährt.

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