Kein guter Tag für das Huntedorf / Kunden müssen ins Umland ausweichen

Die Sparkasse in Colnrade ist nunmehr Geschichte

Colnrades Bürgermeisterin Anne Wilkens-Lindemann (2.v.l.) bedauerte die Filialschließung und wünschte Anke Wolters (2.v.r.) sowie Heinrich Bruns (r.) alles Gute für die Zukunft. LzO-Kundin Margarete Baumann (l.) brachte am letzten Öffnungstag eine Zeitungsseite mit einem Artikel über die Eröffnung der Sparkassenfiliale aus dem Jahr 1963 mit.
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Colnrades Bürgermeisterin Anne Wilkens-Lindemann (2.v.l.) bedauerte die Filialschließung und wünschte Anke Wolters (2.v.r.) sowie Heinrich Bruns (r.) alles Gute für die Zukunft. LzO-Kundin Margarete Baumann (l.) brachte am letzten Öffnungstag eine Zeitungsseite mit einem Artikel über die Eröffnung der Sparkassenfiliale aus dem Jahr 1963 mit.

Colnrade - Von Jürgen Bohlken. Die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) hatan ihrer Entscheidung festgehalten: Gestern um 12 Uhr schloss die Colnrader LzO-Filiale endgültig ihre Pforten. Am Nachmittag verabschiedeten sich die beiden Mitarbeiter von ihren Kunden.

„Das ist kein guter Tag für Colnrade“, urteilte Bürgermeisterin Anne Wilkens-Lindemann. „Aber ein guter Tag für dich“, sagte sie zu Heinrich Bruns, der die Filiale seit dem 1. Januar 1991 geleitet hatte und nun seinen Ruhestand antritt. Seine Kollegin, die Kundenbetreuerin Anke Wolters, wechselt in die LzO Wildeshausen, weil sich dorthin das Gros ihrer bisherigen Klientel orientiert. Sie hat 36 Jahre in der Colnrader Filiale gearbeitet. „Ich fing dort nach meiner Lehre zur Groß- und Außenhandelskauffrau an, die ich bei der Hoco-Mühle durchlaufen hatte“, erinnerte sich die 55-Jährige.

Die „Außenstelle“ der Sparkasse in dem beschaulichen Huntedorf ist nunmehr Geschichte, das Haus an der Dorfstraße bereits verkauft. Dem Vernehmen nach will unten in dem Gebäude eine Ergotherapeutin eine Praxis eröffnen. Die Schließungsentscheidung der Landessparkasse habe durchaus „weite Kreise“ gezogen, verhehlte Anne Wilkens-Lindemann auf Nachfrage unserer Zeitung nicht. Insbesondere ältere Mitbürger hätten aus verständlichen Gründen durchaus aufgebracht darauf reagiert.

Der Rückzug aus der Fläche, den die Banken für gewöhnlich mit der Unwirtschaftlichkeit von Filialen begründen, sorgt seit vielen Jahren in ländlich strukturierten Regionen für Verdruss. „Vielleicht können wir noch froh darüber sein, dass Colnrade lange Zeit nicht davon betroffen gewesen ist. Nun, da die Schließung greift, ist sie aber schon ein sehr einschneidender Schritt für uns. Dadurch wird das Leben auf dem Lande nicht gerade einfacher“, so die Bürgermeisterin. Die Gemeinde Colnrade habe versucht, zumindest Geldautomat und Kontoauszugsdrucker zu bewahren – allerdings ohne Erfolg. Die Kosten für den Automatenbetrieb und die Unterhaltung habe die LzO nicht tragen wollen. Die Geräte waren noch erneuert worden, nachdem eine Bande den Geldautomaten im Januar gesprengt und reiche Beute gemacht hatte. Die Kunden können nun wählen, ob sie nach Goldenstedt, Harpstedt oder Wildeshausen fahren. Für viele sei das kein Problem, wohl aber für die nicht mehr so mobilen Mitbürger, so Anne Wilkens-Lindemann.

Schon am 1. Dezember 1926 hatte in Colnrade nach Angaben von LzO-Regionaldirektor Hans-Jürgen Pooch die Amtssparkasse zu Bassum eine Zweigstelle im Harmsschen Haus (später Ofenhaus) in Colnrade eröffnet. Erster Zweigstellenleiter sei der Gastwirt Harms gewesen. Vom 4. Januar 1963 an sei an der Dorfstraße eine Filiale der Kreissparkasse Syke ansässig gewesen, die lange nach der Gebietsreform, nämlich erst im Januar 1983, in die LzO-Filiale überging.

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