„Harpstedter Harfe“ verliehen

Peter Sparkuhl: „Kein Dinosaurier, sondern ein Vorbild“

Die „Harpstedter Harfe“ hat Fleckenbürgermeister Stefan Wachholder dem Harpstedter Peter Sparkuhl am Montagabend verliehen; dessen Frau Elsa bekam einen Blumenstrauß (v.l.). Foto: Bohlken
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Die „Harpstedter Harfe“ hat Fleckenbürgermeister Stefan Wachholder dem Harpstedter Peter Sparkuhl am Montagabend verliehen; dessen Frau Elsa bekam einen Blumenstrauß (v.l.).

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. An verdiente Bürger des Fleckens und an Personen, die Harpstedt gefördert haben, verleiht die Gemeinde die „Harpstedter Harfe“.

Während der Ratssitzung am Montagabend im Hotel „Zur Wasserburg“ steckte Bürgermeister Stefan Wachholder die schmucke Anstecknadel Peter Sparkuhl ans Revers. Zum achten Mal hatte das Kommunalparlament die Verleihung dieser Auszeichnung beschlossen.

Sparkuhl erfülle alle dafür nötigen Voraussetzungen, sagte Wachholder. Ja, mehr noch. Von 1970 bis 2015, 45 Jahre lang, sei er im aktiven Feuerwehrdienst in Harpstedt tätig gewesen. Er habe verantwortliche Aufgaben als Zug- und Gruppenführer, stellvertretender Ortsbrandmeister und Gemeindebrandmeister übernommen. Seit 2005 habe Sparkuhl – bis vor Kurzem – zudem im Kreisfeuerwehrverband als Vorsitzender gewirkt. Zusätzlich habe er sich bei Feuerwehrentscheiden als Schiedsrichter engagiert – bis hinauf auf Landesebene.

„Dein ganz besonderes Steckenpferd war aber die Jugendfeuerwehr. Insbesondere die Betreuung und Organisation von Jugendzeltlagern. Ganze 24 Jahre lang hattest du allein diese Aufgabe inne. Ich erinnere mich noch gut, wie viel Herzblut du in die Organisation des Zeltlagers des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes (OFV) in Harpstedt investiert hast. 

Aber auch auf internationaler Ebene bist du aktiv“, leitete der Bürgermeister zu Sparkuhls Verdienste um die Pflege der Gemeindepartnerschaft mit der französischen Stadt Loué über. Sein Einsatz für den Austausch mit dem polnischen Partnerlandkreis auf Kreisebene fand ebenso Erwähnung.

Geehrter zeigt sich „ganz baff“

„Als wäre das alles noch nicht genug an Freizeitaktivitäten, engagierst du dich seit vielen Jahren zusätzlich als Offizier bei unserem geliebten Schützenfest. Deine Kollegen sind heute ja fast alle da“, fiel Wachholder auf. „Um es auf den Punkt zu bringen: Harpstedt kann stolz sein, einen Bürger wie dich in seinen Reihen zu haben. 

In der heutigen Zeit, da das Ehrenamt unter massiven Nachwuchsproblemen leidet, sehe ich in dir, Peter, keinen Dinosaurier, sondern – mit deinen guten Kontakten zur Jugend – vielmehr ein Vorbild“, resümierte der Bürgermeister. In seine Dankesworte schloss er auch Sparkuhls Frau Elsa ein, die einen Blumenstrauß erhielt. Sie habe ihrem Mann stets den Rücken freigehalten.

„Ich bin ganz baff“, reagierte Sparkuhl auf die Verleihung der „Harpstedter Harfe“. Er bedankte sich für die Auszeichnung. Er habe die Ehrenämter gern wahrgenommen, und er werde sich auch weiter engagieren, insbesondere mit Blick auf die 2018 anstehende 125-Jahr-Feier der Feuerwehr Harpstedt. 

„Ich habe die Zeit genossen und vieles gemacht. Ich habe aber auch viele Nackenschläge gekriegt, zuletzt vor einer Woche: Ich konnte mich leider nicht durchsetzen mit einem Anliegen, das ich in meiner Verbandsarbeit noch erreichen wollte“, spielte der Harpstedter darauf an, dass der aktive Feuerwehrdienst mit 67 Jahren enden soll. Sparkuhl machte keinen Hehl daraus, dass er gern an der bisherigen Altersgrenze festgehalten hätte, die bei 63 Jahren lag. Insgesamt sei aber viel erreicht worden, auch für den Flecken. 

Sparkuhl nannte in diesem Zusammenhang die Ausrichtung des Bezirksentscheids 1998, des Landesentscheids 2003 und des OFV-Zeltlagers 2013 durch die Harpstedter. „Das wäre alles nicht möglich gewesen, wenn nicht vernünftige Kameradinnen und Kameraden hinter mir gestanden und ich nicht einen so guten Rückhalt von den Ratsmitgliedern in Samtgemeinde und Flecken gehabt hätte“, bekräftigte der Geehrte. 

Als er 2010 seinen Plan offenbarte, das OFV-Zeltlager 2013 nach Harpstedt zu holen, habe nicht ein einziger gesagt: „Nee, da mache ich nicht mit.“ Er sei noch immer viel in Niedersachsen unterwegs, so Sparkuhl. Nach wie vor sprächen ihn die Menschen auf 2003 an und fragten: „Peter, wann ist der nächste Landesentscheid in Harpstedt?“ In seiner Antwort vergleicht Sparkuhl sich dann gern mit einem Oldtimer, der seine Laufleistung erbracht hat. 

Er will sich nicht völlig zurückziehen, aber kürzertreten, ließ er durchblicken. Darauf, dass mit Diane Febert nun als erste Frau in Niedersachsen einen Kreisfeuerwehrverband als Vorsitzende führt und „meinen Job jetzt macht“, sei er ganz stolz. Für Erheiterung sorgte Wachholder mit seiner Schlussbemerkung: „Peter, nur weil man die Auszeichnung bekommen hat, heißt das noch nicht, dass man mit allem aufhören kann.“

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