Rektor Ufke Janssen: Homeschooling hat sehr gut funktioniert / Lob in Richtung Elternschaft

Kaum Lernrückstand bei Grundschülern

Verteilte viel Lob und wenig Tadel: Grundschulleiter Ufke Janssen.
+
Verteilte viel Lob und wenig Tadel: Grundschulleiter Ufke Janssen.

Harpstedt – Zwei Urgesteine aus dem Kollegium der Grundschule Harpstedt seien im Laufe des vergangenen Schuljahres in den Ruhestand eingetreten, spielte Rektor Ufke Janssen im Schul- und Sozialausschuss auf das Ausscheiden von Lehrerin Susanne Löpmeier und Sozialpädagogin Inge Nowak-Gelewski an. Die Entwicklung im Personalbereich gehe „rasend schnell“, sprach er das Thema Fluktuation an. Janssen hatte die Schulleitung in Harpstedt vor fünf Jahren übernommen. Von den aktuell 17 Lehrkräften seien zehn mit oder nach ihm gekommen. „Manche sind sogar schon wieder weg.“

Zum Schulpersonal gehören auch ein Lehrer im Vorbereitungsdienst, sechs pädagogische Mitarbeiterinnen, die Sekretärin und der neue Hausmeister Matthias Wachendorf.

Die derzeit 15 Klassen verteilen sich auf vier erste und eine Basisklasse mit zusammen 89 Kindern, drei zweite mit 70 Jungen und Mädchen sowie vier dritte mit 76 und drei vierte mit 71 Schülern. Von den bisherigen Viertklässlern besuchen nun laut Janssen 28 (Vorjahr: 36) die Oberschule Harpstedt und 32 (36) das Gymnasium Wildeshausen. 22 Grundschulabgänger würden „sehr verteilt“ an den Gymnasien in Vechta, Ganderkesee und Twistringen, an Realschulen, der Förderschule (vier Kinder) und der Lukasschule in Bassum (sechs) unterrichtet.

In seinem Bericht streifte der Rektor eine aktuelle Baustelle: Schon die ganzen Sommerferien über und weiterhin seien Handwerker in der Grundschule im Gange. Leitungen werden auch zum Ausbau der digitalen Infrastruktur verlegt. Janssen hofft, dass es binnen der kommenden zwölf Monate gelingt, jene Klassen mit Whiteboards auszustatten, die noch nicht entsprechend versorgt sind. Die Digitalisierung schreite generell enorm voran: „Wir steuern noch auf Smartboards zu, da kommt in Wildeshausen schon eine Art von ,Riesenhandys’ an die Wände. Man wird überholt, während man läuft. Und das hat, so glaube ich, nicht nur etwas mit meinem Alter zu tun“, sagte Janssen. In die fernere Zukunft gerichtete Medienkonzepte zu erarbeiten, die oft bereits überholt seien, „ehe sie umgesetzt werden können“, wäre völlig sinnlos.

Die Schulsozialarbeit nannte der Rektor „bitternötig“, zumal es immer mehr Familien gebe, die mit ihrem Familienleben kaum zurechtkämen.

Mit Blick auf die Auswirkungen von Corona sprach Janssen dem Kultusministerium, „das uns nie orientierungslos gelassen hat“, ein Lob aus – ebenso der Samtgemeindeverwaltung, „die sofort bereit war, auf unsere Wünsche einzugehen“. Ein „noch größeres Lob“ gebühre den Eltern, die beim Homeschooling einen guten Job gemacht hätten. Was das Lernpensum angehe, lägen die Kinder im Großen und Ganzen im Soll. Und das sogar ohne Videokonferenzen im Lockdown. Mit der konventionellen Methode, Aufgaben (zum Abholen aus der Schule) aufzubereiten, sei man gut gefahren: „Das lief super.“ Es gebe im Übrigen durchaus viele Eltern, die etwas dagegen hätten, wenn Kinder bereits im Grundschulalter „vor Tablets gesetzt werden“ (dahinter steckt nicht selten die Befürchtung, dass die Mädchen und Jungen dann in der Freizeit kaum mehr von Smartphone und Co. zu trennen wären).

Corona habe in einer Hinsicht sogar Positives bewirkt: Vormals verhaltensauffällige Schüler mit ADS- oder ADHS-Diagnosen hätten plötzlich still sitzen können.

In besonders guter Erinnerung hat Janssen die fünf sozusagen „in Reihe geschalteten“ Begrüßungsfeiern für die Basisklasse und die vier neuen ersten Klassen behalten. Diese bereits 25. Einschulung, die er in seiner Laufbahn als Schulleiter erlebte, habe ihn erstmals mit dem Gefühl zurückgelassen, wirklich einen würdigen Rahmen gefunden zu haben.

„Nicht ganz so erfreulich“ seien vier Klassenzimmer mit nicht mehr intakten Fenstern, spielte Janssen auf das Erfordernis an, in der Coronapandemie Räume hinreichend zu lüften. „Man kann sie auf Kipp stellen, die Flügel aber nicht aufschwenken“, erläuterte Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse. Ein Raumproblem sah der Amtshof-Chef indes nicht. Die Grundschule sei hinreichend groß und geräumig.

Von Jürgen Bohlken

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

FC Augsburg nach Sieg gegen BVB Erster

FC Augsburg nach Sieg gegen BVB Erster

Bayern danken ihrem "Mr. Supercup" - Neuer: Schön vor Fans

Bayern danken ihrem "Mr. Supercup" - Neuer: Schön vor Fans

Bayern gewinnt den UEFA-Supercup: Martínez sticht als Joker

Bayern gewinnt den UEFA-Supercup: Martínez sticht als Joker

Was Autofahrer über Winterreifen wissen sollten

Was Autofahrer über Winterreifen wissen sollten

Meistgelesene Artikel

Horrorunfall mit zwei Toten: 19-Jähriger verurteilt –  „Er muss mit dieser Schuld weiterleben“

Horrorunfall mit zwei Toten: 19-Jähriger verurteilt – „Er muss mit dieser Schuld weiterleben“

Horrorunfall mit zwei Toten: 19-Jähriger verurteilt – „Er muss mit dieser Schuld weiterleben“
Unfall auf der A1 bei Groß Ippener: Verkehr staut sich bis nach Stuhr

Unfall auf der A1 bei Groß Ippener: Verkehr staut sich bis nach Stuhr

Unfall auf der A1 bei Groß Ippener: Verkehr staut sich bis nach Stuhr

Kommentare