Junge Schachprofis und Anfänger messen sich bei Ferienspaß-Turnier

Der Kampf mit der Konzentration

Das süße Popcorn schien der Konzentration der jungen Schachspieler auf jeden Fall förderlich zu sein. - Fotos: Nosthoff

Harpstedt - Von Anja Nosthoff. Einen spannenden Kampf lieferten sich Finn Drews und Marius Krudop am Freitag während des Ferienspaß-Schachturniers der Jugendpflege Harpstedt. Gegen ihre drei Konkurrenten hatten die beiden Zwölfjährigen als kleine Schachprofis recht schnell die Nase vorn. Am Ende machten sie wie erwartet den Sieg unter sich aus.

Der endgültige Gewinner blieb allerdings bis zum vorletzten von zehn Spielen offen. Zwar hatte Finn bereits beide direkten Vergleiche mit Marius für sich entschieden. Jedoch war es dem zehnjährigen Emil Wessel in der Rückrunde gelungen, den Favoriten Finn zu schlagen.

„Bisher wollte Finn einfach nicht verlieren“, wunderte sich Jugendpfleger und Turnier-Ausrichter Markus Pieper. „Er hat aber auch gerade eine Woche Trainingslager hinter sich“, ergänzte er. Eben erst hatte Finn nämlich an der Bezirkseinzelmeisterschaft im Schach in Verden teilgenommen. Denn der Zwölfjährige ist ein regelrechter Schachsportler: Er spielt für den SC Dünsen, wo Ralf Wessel die erfolgreiche Schachsparte leitet.

In Sachen Training stand Marius seinem Konkurrenten allerdings nicht ganz so viel nach. Er spielt zwar nicht im Verein, übt dafür aber regelmäßig in der Schach-AG der Oberschule Harpstedt und ist Spieler in der dortigen Schulmannschaft. Die Schach-AG bietet Pieper für Schüler ab der fünften Klasse an. Daneben richtet die Jugendpflege jeden Freitag von 18 bis 19 Uhr einen offenen Schachtreff in Räumlichkeiten in der Delmeschule aus.

„Da ist jeder willkommen – egal ob Profi oder blutiger Anfänger“, betonte Pieper. Besonders viel sei immer los, wenn wie beim Turnier der Popcorn-Automat in Benutzung sei. Die süße Leckerei schien der Konzentration der Spieler auf jeden Fall förderlich zu sein. Wie mechanisch wanderte die eine Hand ständig von der Popcorn-Schale zum Mund, während die andere eine Figur verschob und auf die Uhr drückte, um die Bedenkzeit des Gegners wieder runter ticken zu lassen.

Seine erste Turniererfahrung sammelte bei dieser Ferienspaß-Aktion übrigens der neunjährige Lars Rehberg, der gerade erst mit dem Schachspielen angefangen hat. Nicht unerwartet bildete er deshalb in der Gesamtauswertung auch das Schlusslicht. „Aber wer früh Turniererfahrung im Kleinen sammelt, hat es später leichter bei der Konzentration – und das nicht nur beim Schach“, fand Pieper motivierende Worte.

Der zehnjährige Jonas Girodo, der den vierten Platz belegte, ist dagegen schon etwas länger dabei. „Emil, unsere Nummer drei, hat das Schach-Spielen dagegen quasi mit der Muttermilch aufgesogen“, meinte Pieper scherzhaft. Schließlich ist der Dünsener der Sohn des Schachsparten-Leiters im SC.

Den Jungs forderte das zweieinhalbstündige Turnier einiges an Konzentrationskondition ab. „Die ist am Ende oft noch entscheidender als das Spielkönnen. Denn wer weniger Fehler macht, gewinnt dann“, erklärte Pieper. Finn fuhr schließlich den Sieg ein, Marius ergatterte auf Platz zwei jedoch noch einige McDonalds-Gutscheine als Preis.

Die fünf Teilnehmer bildeten dieses Mal eine überschaubare Gruppe. „Sonst sind wir immer mehr“, berichtete Pieper, der die Ferienspaß-Aktion nun seit 2011 dreimal im Jahr ausrichtet. Der aktuelle Jugendpflege-Praktikant Luka Wangerin sowie dessen älterer Bruder Jan waren ebenfalls vor Ort, sorgten dafür, dass die Teilnehmer während eines Spiels nicht abgelenkt wurden, trainierten mit denjenigen, die gerade aussetzen mussten und packten tatkräftig beim „Popcorn-Catering“ mit an.

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