Feuerwehr in Zeiten der Pandemie: Günter Wachendorf berichtet im Samtgemeinderat

Kameradschaft fehlt den Brandschützern

Harpstedt – Die Aktivitäten der Brandschützer in der Samtgemeinde Harpstedt beschränken sich in Coronazeiten im Wesentlichen auf das reine Einsatzgeschehen. Kommandositzungen, Versammlungen, Übungsdienste, Treffen von Kinder- und Jugendfeuerwehr – all das musste bereits ab März unterbleiben. Kaum schien sich die Lage zu normalisieren, kam aufgrund des Infektionsgeschehens der neuerliche (Teil-)Lockdown. „Jetzt stehen wir wieder auf null. Das geht auch so weiter. Ich schätze mal, dass wir nicht vor Februar wieder hochfahren werden“, wagte Gemeindebrandmeister Günter Wachendorf eine vorsichtige Prognose im Samtgemeinderat. Die fehlende Kameradschaftspflege „zehrt natürlich“, gab er auf Nachfrage von Ratsfrau Saskia Kamp (SPD) offen zu.

Corona zwang die Feuerwehren, bei den Fahrzeugbesatzungen Änderungen vorzunehmen. „Wo früher drei Kameraden gesessen haben, sind es nun abstandswahrend nur noch zwei. Das heißt, in den Fahrzeugen mit neun Plätzen fahren maximal sechs Feuerwehrleute mit. Selbstverständlich wird Mund-Nasen-Schutz getragen“, erläuterte Wachendorf.

Der Hygieneaufwand hat pandemiebedingt deutlich zugelegt. So müssen etwa Gerätschaften nach jedem Gebrauch desinfiziert werden.

Der September ließ die Brandschützer auf eine Normalisierung der Lage hoffen. Die Feuerwehren begannen mit leichter Übungstätigkeit in etwa neunköpfiger Gruppenstärke. Kommandositzungen kamen nun zumindest in kleinen Runden zustande. Auch Kinder- und Jugendfeuerwehr wurden wieder aktiv. Die sich schon im Oktober ankündigende „zweite Welle“ zwang dann schnell dazu, alles erneut zurückzufahren. Die Einsatzbereitschaft bleibt davon unberührt. Der Schutz der Bevölkerung sei weiterhin gewährleistet, betonte Wachendorf. Letztmalig in seiner Funktion als Gemeindebrandmeister trug er vor Politik und Verwaltung einen Rechenschaftsbericht vor. SPD und Grüne hatten dies beantragt. Mit Beginn des kommenden Jahres rückt bekanntlich – wie berichtet – Nico Sparkuhl an die Spitze des Gemeindekommandos.

In seinen Ausführungen streifte Wachendorf auch das Einsatzgeschehen: 131-mal hätten die Ortsfeuerwehren aus der Samtgemeinde in diesem Jahr bislang ausrücken müssen. Die hohe Zahl erkläre sich nicht zuletzt damit, dass pro Einsatz oft zwei oder mehr Wehren vor Ort seien. Beim Wohnhausbrand in Kirchseelte im April seien es acht gewesen (teils sogar aus dem Landkreis Diepholz) – und bei einem Hausbrand in Colnrade Anfang August sechs (einschließlich Kameraden aus Vechta und Wildeshausen).

„Starkregen hält uns weiterhin in Atem“, so Wachendorf weiter. Er erwähnte ergiebige Regenfälle am 3. Juni in Harpstedt; mehrere Keller hätten ausgepumpt werden müssen. Am 17. August schien Dünsen nahezu „abzusaufen“. Mehr als zehn auszupumpende Keller riefen Feuerwehrkräfte auf den Plan.

Mit bislang fünf großen Lkw-Unfällen auf der Autobahn in diesem Jahr bekamen es Wehren aus der Samtgemeinde zu tun. „Zum Glück ohne tödliche Ausgänge. Einmal war eine Person etwas schlimmer eingeklemmt. Ansonsten ging es noch recht glimpflich ab“, resümierte Wachendorf. Die Zahl der zu löschenden Flächenbrände sei indes im Vergleich zu den Vorjahren geringer gewesen.

Der Ratsvorsitzende Stefan Pleus (CDU) dankte Wachendorf unter Applaus für seinen Bericht. Ein weiteres Dankeschön „für die vielen Jahre, die du als Gemeindebrandmeister tätig gewesen bist“, ließ Hans-Hermann Lehmkuhl (CDU) folgen. „Der Job war bestimmt nicht immer ganz einfach und hat viele Stunden gekostet“, fügte er hinzu. „Das habe ich gern gemacht“, erwiderte Günter Wachendorf.

Von Jürgen Bohlken

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