„Die Jungs sind aufmerksamer, wenn sie singen“

Bassumer Absolventen von 1961 treffen sich in Harpstedt

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Manfred Thöle (vorn links) hatte das Ehemaligentreffen organisiert.

Harpstedt/Bassum - „Merke...!“ Dieses gegen Ende des Unterrichts mit schöner Regelmäßigkeit wiederkehrende Wort ist Rolf Rohlfs im Gedächtnis geblieben. „Dann mussten wir immer das Gelernte resümieren“, entsinnt sich der Sürstedter an seine Zeit an der früheren Landwirtschaftsschule Bassum.

Er gehörte zum 34-köpfigen Entlassjahrgang 1961. Knapp die Hälfte der damaligen Absolventen, die in zwei Winterhalbjahren das theoretische Rüstzeug für Ackerbau und Viehzucht vermittelt bekommen hatten, sah sich am Donnerstag im Harpstedter Hotel „Zur Wasserburg“ wieder. Manfred Thöle hatte das Treffen organisiert.

„Wir waren eine reine Jungenklasse“, plauderte Heinz Nienaber aus Groß Köhren ein wenig aus dem Nähkästchen. „Bauernmädels“ seien erst mit dem nachfolgenden Jahrgang hinzugekommen.

Rolf Rohlfs wusste noch, wie Rektor Dr. Fritz Mundt, auch bekannt als Förderer der Zuckerrübenwirtschaft, den Schülern erklärte, worauf es in der Betriebswirtschaft ankomme: „Möglichst wenig reinstecken – und dabei möglichst viel rausholen!“ Der Schulleiter habe ebenso die Auffassung vertreten, dass die Jungen aufmerksamer seien, „wenn sie singen“. Und so habe sich sogar der Gesang auf dem Stundenplan wiedergefunden.

Wer nicht vorsang, sollte eine Vier bekommen

„Wir mussten noch vorsingen“, erinnerte sich Heinrich Sudmann aus Harpstedt. „Unser Musiklehrer hieß ,hinten’ wie ich. Wer nicht vorsang, sollte eine Vier bekommen, und wer sich trotz schlechten Gesangs traute, eine Drei.“ Doch diese „Gleichung“ ging nicht immer auf: „Ich hatte eine Vier, obwohl ich vorgesungen habe!“, beschwerte sich Sudmann schmunzelnd.

Ja, es sei auf der Landwirtschaftsschule schon „etwas schulmeisterlich“ zugegangen, aber letztlich sei der Unterricht „sehr effektiv“ gewesen, resümierte Rolf Rohlfs.

Schon beim ersten Wiedersehen – 30 Jahre nach der Entlassung aus der Schule – seien von 20 Teilnehmern nur noch zwölf in der Landwirtschaft tätig gewesen, und sechs davon hätten „keinen Nachwuchs“ für die Weiterführung der Höfe in nächster Generation gehabt, verriet Jürgen Klattenhoff aus Sudweyhe. Mittlerweile haben nahezu alle das redensartliche „Zepter“ abgegeben. Große Ausnahme: Rüdiger Otte aus Dimhausen. boh

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