Geschichte des „Gospel-Express“

Jugendchor führt Sklaverei-Musical auf

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Strahlende Gesichter nach langen Proben: der Jugendchor „Harmony’s“.

Harpstedt – Die Aufführung des Jugendchors „Harmony´s“ der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Harpstedt am frühen Sonntagabend in der Christuskirche erntete großen Applaus der Zuschauer. Auch die Eltern der jungen Sänger waren involviert und hatten als Requisiten ein Boot und ein Fass gebaut. Der Höhepunkt war jedoch unumstritten eine rund 300 Kilogramm schwere Lokomotive, die das Bühnenbild vervollständigte. Gebaut hatte sie Günter Hanuschek, der das Kunstwerk in nur 14 Tagen fertigstellte. Der Kessel sowie die Laufräder bestehen aus Kunststoff, der komplette Rest aus massivem Holz. „Ich habe so eine ähnliche Lok mal auf einer Bühne gesehen und einfach drauflos gebaut – rein aus dem Gedächtnis heraus und ohne Zeichnungen.“ Hanuschek sagte, sie sei so massiv gebaut, dass Kinder unbedenklich darauf spielen könnten.

Doch zurück zur Aufführung: Entstanden sind die „Harmony´s“ aus dem Kinderchor der „Kirchturmspatzen“ – doch dem sind die acht Sängerinnen im Alter von 13 bis 15 Jahren mittlerweile entwachsen. Da sie für „Feelings“ noch zu jung sind, entwickelte sich kurzerhand die Idee, eine eigene Formation auf die Beine zu stellen. Den Namen „Harmony´s“ suchten sie sich im Übrigen selber aus. Mit dem Musical „Gospel-Express“ feierte die Gruppe Premiere.

Daniela Predescu, die Leiterin der „Harmony´s“, war sichtlich stolz: „Die Choreografie haben sie sich selber ausgesucht und erarbeitet.“ Die Kostüme stammen von der Faschingsbörse und aus den Kleiderschränken der Mädchen, berichtet Predescu. Anfang Januar begannen die Proben im Gemeindehaus, ab Februar zweimal wöchentlich. Mit Unterstützung einiger Eltern studierte Predescu den „Gospel-Express“, basierend auf dem Kindermusical von Sylvia Mansel und Hanjo Gäbler, ein.

Darin führen die Sängerinnen ihr Publikum aus einer zum Einschlafen langweiligen Religionsstunde zur Sklaverei mit dem „Gospel-Express“ in die Vergangenheit der amerikanischen Südstaaten. Auf dem Sklavenmarkt sehen sie, dass Menschen als Ware verhökert werden und treffen auf das eingesperrte Sklavenmädchen Lulu, welches sie begleiten. Auf dem Weg, das geflohene Waisenkind Lulu zu retten und ihm ein gutes Zuhause zu ermöglichen, begegnen sie mitreißenden Gospelsongs, die von Kraft, Glaubensstärke und Freundschaft handeln. Das Original wurde von Maren Hanuschek und Kim Decker umgeschrieben.

Der Gospel-Express kann für 500 Euro gekauft werden.

Viele Sängerinnen hatten nicht nur einen Part zu übernehmen, sondern glänzten in mehreren Rollen. Als Erzähler fungierte Niklas Mählenhoff, der an dem Tag Geburtstag hatte und mit einem Kuchen überrascht wurde. Dominic Spalka war nicht nur mit zwei Parts vertreten, sondern auch gemeinsam mit Christine Decker für den Kulissenumbau zuständig.

Zu den „Harmony´s“ gehören Laura Barns, Marie Bode, Malin Budzin, Kim Decker, Madita Hegeler, Maren Hanuschek, Janna Hellbusch sowie Anna Landsberg. Unterstützung bekamen sie von den „Kirchturmspatzen“ Alma, Eske, Ida, Jarno, Lea, Melina und Merle. Ein großer Dank ging an Predescu, die Eltern und die Technik-Teamer Bennet Knaup, Hannes Würdemann, Johann Lindenbauer, Jorge Tunkowski, Lasse Niemann und Matti Ertel. Auch die Bühnenaufbaugruppe sowie Neele Hellbusch und Isabell Krössing von den „Feelings“ (Maske) bekamen großes Lob. 

aro

Und sonst noch?

Die Lokomotive steht für 500 Euro zum Verkauf. Interessierte können sich bei Christine Decker und Silja Hellbusch unter Tel. 04244/967323 melden. Vom Erlös wollen die „Harmony´s“ einen Ausflug in den Heidepark Soltau machen.

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