Weniger, aber intensivere Einsätze für die Harpstedter Feuerwehr

„Jeder wünscht sich euch als Nachbarn“

Befördert oder neu dabei: Kai Constabel, Eric Hormann, Thede Busch, Sven Lehners, Mika Edelsbacher, Alexander Oebker, Paola Pantiaco, Damian Hoting und Christoph Windhusen (von links). Fotos: Bahrs

Harpstedt - Mit 62 Einsätzen musste die Harpstedter Feuerwehr 2018 zwar deutlich seltener ausrücken als noch im Vorjahr (91 Einsätze), berichtete Ortsbrandmeister Eric Hormann während der Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Marktkieker. Doch diese hätten es in sich gehabt: 17 Verkehrsunfälle, 21 Hilfeleistungen, 20 Brandeinsätze, drei Fehlalarme und eine Alarmübung hielten die Brandschützer auf Trab. Besonders auf die schweren Unfälle auf der Autobahn ging Hormann in seinem Bericht ein. Denn dabei mussten 20, zum Teil lebensgefährlich verletzte Personen, aus den Trümmern gerettet werden. Allerdings gab es sogar drei Unfalltote zu beklagen. „Dies ist eine enorm hohe Belastung für die Einsatzkräfte“, konstatierte er.

Die extreme Hitze und Trockenheit machten der Feuerwehr Harpstedt ebenfalls schwer zu schaffen. Zahlreiche Flächen- und Erntemaschinenbrände sorgten für Einsätze. Um diese erfolgreich zu bewältigen, werde nicht nur eine gute Ausbildung, sondern ebenso eine passende Ausrüstung benötigt. Mit dem derzeitigen Fuhrpark sei die Ortsfeuerwehr jedoch für all ihre Aufgaben bestens ausgerüstet, so Hormann. „Was für ein Jahr“, sagte denn auch Zugführer Malte Kasch: „Eine nie enden wollende Autobahnbaustelle und dann noch der Rekordsommer.“ Gerade bei den Unfällen habe sich immer wieder gezeigt, wie wichtig eine gute Ausbildung ist. In diesem Zuge las er den Text einer Frau vor, die zusammen mit ihrem Mann nach einem Unfall auf der Autobahn inzwischen wieder genesen ist. Sie hatte ihre Danksagung auf der offiziellen Facebookseite der Samtgemeindefeuerwehr gepostet. Beim Rekordsommer hieß es eben nicht nur, „ein bisschen Stoppelfeld oder Stroh“ zu retten, so Kasch. Denn mittlerweile müssen Sachwerte, die soviel kosten wie ein großes Einfamilienhaus, geschützt werden, betonte er.

„Die Autobahn wird uns noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte beschäftigen“, ging Gemeindebrandmeister Günter Wachendorf in seinem Grußwort auf die Schilderungen ein. „Man müsste mit dem Bund sprechen, wie es weitergehen soll, denn auf Dauer sind die enormen Belastungen nicht mehr tragbar.“ Mit den beiden großen Parkplätzen an der Autobahn komme neues Gefahrenpotenzial in das Gemeindegebiet dazu.

Fleckenbürgermeister Stefan Wachholder bedankte sich für die vielen tausend geleisteten Einsatzstunden. „Wörter wie unterstützen, helfen und handanlegen sind für euch Feuerwehrleute keine Fremdwörter. Ich denke, jeder wünscht sich euch als Nachbarn“, lobte er. 117 Mitglieder gehören derzeit der Feuerwehr Harpstedt an. Diese teilen sich in 61 Aktive in der Einsatzabteilung, 21 Jungen und Mädchen in der Jugendfeuerwehr und 35 Mitglieder in der Altersabteilung auf. Der vor mehr als einem Jahr angeschaffte Mannschaftstransportwagen wurde mit zusätzlichen Geräten ausgerüstet. Durch einen privaten Sponsor konnte ein Laptop beschafft werden. Dieser ermöglicht zum Beispiel die Dokumentation an der Einsatzstelle. Um vom öffentlichen Stromnetz unabhängig zu sein, beschaffte die Samtgemeinde zudem einen kleinen Generator. Über 36 aktive Atemschutzgeräteträger freute sich Atemschutzwart Björn Sienknecht. Sicherheitsbeauftragter Andreas Walden musste von nur einem Unfall berichten. Jugendfeuerwehrwartin Jana Siemers trug die Aktivitäten ihrer Schützlinge vor: Neben Wettbewerben auf Kreisebene wurde etwa Strauchschnitt für das Osterfeuer gesammelt. Die zentrale Aktion im vergangenen Jahr sei das Zeltlager bei der Kreisjugendfeuerwehr Wittmund gewesen.

Zahlreiche Veranstaltungen

Ein Höhepunkt des abgelaufenen Jahres war die Veranstaltung zum 125-jährigen Bestehen der Feuerwehr Harpstedt, das mit dem Kreisfeuerwehrtag und einem großen Rahmenprogramm im Juni auf dem Koemsgelände gefeiert wurde. Trotz des geringen Besuchs bei der Party am Abend hatten alle Beteiligten viel Spaß, hieß es. Zu den umfangreichen Einsätzen und Übungsdiensten kamen die geselligen Momente. Dazu zählten auch das Osterfeuer am Dreiangel und das Frühkonzert am ersten Mai.

Hans Peter Hellbusch berichtete von den Aktivitäten der Seniorenabteilung: Im Frühjahr gab es einen Kohlgang. Später folgten ein Besuch der Fassmer-Werft in Motzen, ein Grillabend und das traditionelle Knobelturnier mit den Feuerwehren aus Horstedt und Klein Henstedt. Nach 30 Jahren heißt es nun Abschied nehmen von der Wettbewerbsgruppe, ließ Bernd Fassauer in seinem Jahresbericht durchblicken. Kurz und knapp betitelte er das Jahr 2018 mit „Alles neu“: Der Landesfeuerwehrverband hat einen neuen Wettbewerb eingeführt. Dieser stand beim Kreisentscheid zum ersten Mal an. Für die Harpstedter Gruppe reichte es zum vierten Platz.

Beim Tagesordnungspunkt Neuaufnahmen konnte Hormann von acht Zugängen berichten. Sasha-Madleine Nießen, Paola Pantiaco und Alexander Oebker wurden aus der Jugendfeuerwehr übernommen. Damian Hoting kommt aus der Feuerwehr Oldenburg-Eversten hinzu, Kristina Sander stammt von den Brandschützern aus Beckeln. Dennis Noll und Sven Lehners wechseln von der Feuerwehr Wildeshausen in den Flecken. Von der Feuerwehr Ganderkesee wurde Thede Busch übernommen.

Zum Feuerwehrmann wurde Mika Edelsbacher befördert, zum Oberfeuerwehrmann Kai Constabel und Dennis Noll. Jannik Stiller führt nun den Dienstgrad eines Hauptfeuerwehrmanns. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Christoph Windhusen trägt nun den Titel Brandmeister.

Seit 60 Jahren in der Feuerwehr sind Heinrich Barlage, Manfred Bramkamp und Heinz-Jürgen Thomas, sie wurden dafür mit dem Ehrenzeichen geehrt. Friedel Horstmann wurde für 50 Jahre Treue und Einsatzbereitschaft ausgezeichnet. Für ihre 40-jährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr wurden Thomas Winter und Bernd Fassauer gewürdigt.

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