Tessa Rath hat ein soeben erschienenes Ausmalbuch für „starke Mädchen“ liebevoll illustriert

Jede Menge „Girl Power“ steckt auch in ihr

„Girl Power“ war sicher nötig auf dem Weg zur erfolgreichen Illustratorin, und genau so heißt Tessa Raths „Ausmalbuch für starke Mädchen“.
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„Girl Power“ war sicher nötig auf dem Weg zur erfolgreichen Illustratorin, und genau so heißt Tessa Raths „Ausmalbuch für starke Mädchen“.

Harpstedt – Einst ging sie auf Flohmärkte und verzückte Besucher ihres Stands mit eigens illustrierten Karten. Talent schlummerte schon damals in Tessa Rath, und auch ein eigener Stil kristallisierte sich bereits heraus. Der Erfolg aber kam später. Inzwischen, so scheint es, stehen die Verlage bei der 41-Jährigen Schlange und decken sie mit Aufträgen zum Illustrieren von Kinder- und Jugendbüchern regelrecht ein. Selbst in der Coronakrise gehen der Harpstedterin die Jobs nicht aus. „Dahin zu kommen, wo ich heute stehe, war harte Arbeit. Ich musste reichlich Klinken putzen“, erinnert sie sich. An der nötigen „Girl Power“ mangelte es jedenfalls nicht. Exakt so heißt ein bezauberndes, von Tessa Rath illustriertes „Ausmalbuch für starke Mädchen“, das vor einer Woche der Verlag EMF (Edition Michael Fischer) auf den Markt gebracht hat.

Aussagen wie „Ich bin mutig“, „...selbstbewusst“, „...freundlich“, „...schön“, „...neugierig“, „...wild“, „...bezaubernd“, „...abenteuerlustig“, „...liebevoll“ oder auch „...hilfsbereit“ wollen ermutigen und das Selbstvertrauen stärken. Ihre eigenen Ideen zur liebevollen bildlichen Umsetzung dieser „Ich bin...“-Sätze stimmte Tessa Rath mit der Lektorin ab. Den Grundtenor, „Du bist eine eigene Persönlichkeit, ein Mädchen mit Stärken, das sich nicht hinter anderen verstecken muss“, interpretierte sie beim Arbeiten am iPad auch im Sinne von: „Als Mädchen kannst du später nicht nur einen sogenannten Frauenberuf ergreifen, sondern alles werden, was auch Jungen werden können – ob wilder Rockmusiker oder abenteuerlustiger Astronaut.“

Einen Folgeauftrag des Verlags EMF hat die Harpstedterin übrigens schon in der Tasche: „Wieder ein Malbuch. Darin soll’s um Mut gehen“, verrät sie.

Interaktive Entdeckungsreise

Genau wie „Girl Power“ lädt das schon am 16. März im circon-Verlag erschienene „ICH: Mein Körper & Meine Gedanken“ auf gut 90 Seiten zur Selbstreflexion ein, wenngleich auf andere Weise und ausgerichtet auf eine etwas ältere Zielgruppe. Tessa Rath hat es mit kleinen freistehenden Zeichnungen, sogenannten Vignetten, illustriert. Der Untertitel „Eine Entdeckungsreise“ lässt in Kombination mit dem Hinweis „zum Eintragen, Kritzeln und Nachdenken“ bereits den interaktiven Charakter des Buchs erahnen. Tatsächlich ermuntert die Autorin Kristina Scharmacher-Schreiber Kinder, ihre eigenen Gedanken in Felder einzutragen – zu Fragen wie: Was kann ich gut? Was bringt mich so richtig auf die Palme? Oder auch: Welche Menschen in meinem Umfeld sind mir wichtig? An anderer Stelle sollen die jungen Leser eigene Ideen „für mehr gute Taten“ direkt ins Buch schreiben oder sich überlegen, welche ihrer Eigenschaften sie für andere zu einem guten Freund machen.

Drei Kinder spinnen den inhaltlichen „roten Faden“: der aus einer Patchwork-Familie stammende Paul, die dunkelhäutige Marie und Laura, ein Mädchen mit zwei Müttern.

Tessa Rath findet es richtig und wichtig, dass viele Verlage heute Diversität abgebildet sehen wollen. Will heißen: Wenn die Illustratorin einen Jungen oder ein Mädchen zeichnet, dann gern auch mal mit Brille oder asiatischen Gesichtszügen. Die Botschaft dahinter erschließt sich von selbst: Jeder Mensch ist unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Familienkonstellation und vielen weiteren Faktoren einzigartig und verdient Wertschätzung.

Märchen, die sich in Bildern „lesen“ lassen

In diese Richtung geht auch „ICH“. „Dass sich Kinder im Grundschulalter vergleichen, ist ganz normal. Sie sollen sich auch mit Unterschieden auseinandersetzen, aber auf eine positive Art“, umreißt Tessa Rath die Intention des Buchs. Zum Thema gemacht würden ebenso die weltweit sehr verschiedenen Schönheitsideale. Die Autorin habe übrigens sogar einen Preis bekommen, allerdings nicht für „ICH“, sondern für „Wie viel wärmer ist ein Grad?“. Diese wissenschaftliche und dabei sehr kindgerechte Erklärung des Klimawandels kürte die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur 2019 zum „Klimabuch des Monats Dezember“.

Als Entdeckungsreise ganz anderer Art kommen die am 21. Januar bei Magellan erschienenen „schönsten Wimmelmärchen der Brüder Grimm“ daher. „Da stecken mindestens fünf Monate Arbeit drin“, sagt Tessa Rath über die sie illustratorisch herausfordernde Mammutaufgabe. Auf wenigen Doppelseiten „erzählt“ sie rein zeichnerisch, nur mit filigranen, detailreichen Bildern, „Klassiker“ wie „Hänsel und Gretel“, „Dornröschen“ oder „Der gestiefelte Kater“ nach. Während die Augen des Betrachters langsam von links nach rechts wandern, erschließt sich die Geschichte. Zusätzlich zum Nachlesen gibt es die Handlung am Ende des Buchs in gedruckter Form.

Wer vor einiger Zeit bei Aldi unter den Non-Food-Artikeln stöberte, dürfte indes nicht schlecht gestaunt haben, als sich sogar dort der Name Tessa Rath wiederfand, und zwar auf dem Deckel eines Comicromans: In dem Buch lädt „Scarlett Kunterbunt“, ein kreatives Mädchen, das seine Umgebung farbig sieht, den Leser förmlich dazu ein, Vignetten auszumalen. Die betreffenden Illustrationen hat wiederum Tessa Rath bewusst so gestaltet, dass dies auch problemlos funktioniert.

Von Jürgen Bohlken

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