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„Jan Harpstedt“: Späte Rückkehr in die „Normalspur“

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Von: Jürgen Bohlken

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Mit dem Triebwagen der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn als „Zugpferd“ startet am Pfingstsonntag die Museumsbahnfahrsaison.
Mit dem Triebwagen der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn als „Zugpferd“ startet am Pfingstsonntag die Museumsbahnfahrsaison. © Joachim Kothe/DHEF

Harpstedt – Die Fahrsaison der historischen Kleinbahn „Jan Harpstedt“ soll in diesem Jahr spät beginnen, nämlich erst an Pfingsten, dafür aber weitgehend befreit von Infektionsschutzbeschränkungen. Diese „Rechnung“ der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde (DHEF) dürfte nach Lage der Dinge aufgehen.

Der Museumszug kann seine Stammstrecke, den DHE-Schienenstrang von Harpstedt bis zum Bahnhof Grüne Straße in Delmenhorst-Süd, voraussichtlich wieder auf ganzer Länge befahren. Obendrein soll an allen Haltepunkten entlang der Strecke das Aus- und Zusteigen möglich sein.

Maskenpflicht bleibt bestehen

Auch die Begrenzung der Fahrgastzahl auf maximal 50 bis 60 wird wohl in diesem Frühling und Sommer der Vergangenheit angehören. Dass die Eisenbahnfreunde die Kapazität der Waggons der „Holzklasse“ und des DHE-Triebwagens in den zurückliegenden Coronajahren nicht mal annähernd ausschöpfen durften, hatte einen wirtschaftlichen Fahrbetrieb komplett unmöglich gemacht. Die pandemiebedingt auf den Abschnitt Harpstedt–Heiligenrode verkürzte Fahrstrecke, der Wegfall der „Unterwegs-Stopps“ und die Online-Ticketbuchung als einzige Option taten ein Übriges. Notgedrungen blieb es bei sehr wenigen Fahrtagen. Der Wegfall coronabedingter „Handicaps“ lässt nun eine weitgehende Rückkehr zur Normalität erwarten.

Sieben Fahrtage

Im kommenden Monat belässt es der Museumsbahnverein bei einem Fahrtag (im Rahmen der Saisoneröffnung) am Pfingstsonntag, 5. Juni. Zunächst sind nur zwei Fahrten von Harpstedt nach Delmenhorst und zurück geplant, so auch am 3. und 17. Juli. Jeweils drei, wie aus „Vor-Corona-Zeiten“ gewohnt, sollen es dann am 7. und 21. August sowie am 4. und 18. September sein.  

Dampflok frühestens im August einsatzbereit

Die eine oder andere „Kröte“ müssen die DHEF gleichwohl schlucken: Die Pflicht für die Fahrgäste, einen FFP2-Mund-Nasen-Schutz zu tragen, bleibt bestehen, zumal die Museumsbahn als öffentliches Verkehrsmittel eingestuft worden ist. Ihre noch nicht wieder betriebsbereite Dampflok werden die Eisenbahnfreunde frühestens im August auf die Schiene bringen können. Weil die Aufarbeitung des Buffetwagens noch nicht vollendet ist, könnte ausschließlich die Minibar Snacks und Getränke vorhalten. Für den Verzehr müssten die Fahrgäste allerdings den Mund-Nasen-Schutz abnehmen. Der Museumsbahnverein hegt Zweifel, ob das mit der Maskenpflicht vereinbar wäre. Eine endgültige Klärung dieser Frage steht noch aus.

Eine Unwägbarkeit verbleibt unabhängig von Corona: die Waldbrandgefahr. Selbst wenn die Betriebsfähigkeit der Dampflok wiederhergestellt ist, können lange Trockenphasen ihre Inbetriebnahme verzögern. In heißen Sommern müssen die DHEF deshalb schon mal auf den Triebwagen als „Zugpferd“ zurückgreifen.

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