Strenges Hygienekonzept für Museumsbahn

„Jan Harpstedt“: Lohnt sich ein Sommerfahrbetrieb?

Den DHE-Triebwagen T 121 setzen die Eisenbahnfreunde für die beiden Ausflugsfahrten am 4. Juli ein.
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Den DHE-Triebwagen T 121 setzen die Eisenbahnfreunde für die beiden Ausflugsfahrten am 4. Juli ein.

Harpstedt/Heiligenrode – Lohnt sich für die Museumsbahn „Jan Harpstedt“ ein Sommerfahrbetrieb mit nostalgischen Ausflugsfahrten im 14-tägigen Turnus überhaupt? Dem Vorstand der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde (DHEF) fällt es durchaus schwer, das einzuschätzen. Fürs Erste startet der Museumsbahnverein am Sonntag, 4. Juli, mit zwei Fahrten, um auf Grundlage der Resonanz zu entscheiden, ob weitere folgen sollen.

Das Problem: Wegen des strengen Hygienekonzeptes als Folge der Pandemie, das der Verein trotz aktuell minimaler Sieben-Tage-Inzidenzen auch in diesem Sommer einhalten muss, fallen viele Dinge notgedrungen weg. Etwa das Catering. Während der Fahrt gilt Maskenpflicht. Die Fahrgäste bekommen ihre Plätze zugewiesen und müssen dort sitzen bleiben bis zum Erreichen der Station, an der sie den Zug verlassen wollen. Einsteigen können sie nur in Harpstedt, aussteigen hingegen an jedem Haltepunkt entlang der Strecke.

Bis Heiligenrode und zurück

Wie schon 2020 geht die „Reise“ auf den DHE-Gleisen nicht bis Delmenhorst-Süd/Grüne Straße, sondern bis Heiligenrode und von dort direkt zurück zum Ausgangsbahnhof Harpstedt. Immerhin bleibt das Mitführen von Fahrrädern möglich. Das bietet die Chance, die Zugfahrt mit einer Radtour zu kombinieren.

Die Fahrkarten müssen vorab online gebucht werden. Das Ticket kostet einheitlich 8,40 Euro; Kinder zahlen die Hälfte. Der Fahrradttransport ist inklusive.

Die zulässige Anzahl der Fahrgäste kalkuliert unsere zweite Vorsitzende Sabine Dube nach jeder Buchung quasi neu.“

Joachim Kothe

Mit einer Staffelung der Preise wäre ein halbwegs wirtschaftlicher Fahrbetrieb unter Coronabedingungen endgültig nicht mehr hinzubekommen gewesen. Daher müssen die Eisenbahnfreunde darauf verzichten, zumal ihnen auferlegt worden ist, die Zahl der Fahrgäste wegen des Abstandsgebotes zu begrenzen. Gerade mal 26 Mitreisende dürften es nach Lage der Dinge im ungünstigsten Fall sein – nämlich dann, wenn alle aus unterschiedlichen Haushalten kämen. „Die zulässige Anzahl der Fahrgäste kalkuliert unsere zweite Vorsitzende Sabine Dube nach jeder Buchung quasi neu“, sagt DHEF-Pressesprecher Joachim Kothe.

Wegen der schwierigen Rahmenbedingungen müssen die Eisenbahnfreunde eine weitere Kröte schlucken – und mit dem Triebwagen als „Zugpferd“ vorliebnehmen. Der große Aufwand, „mit Dampf“ zu fahren, würde sich schlicht nicht lohnen. Der technische Zustand der Dampflok sei indes kein Problem, weiß Joachim Kothe: „Wir könnten sie sicher innerhalb von knapp zwei Wochen fahrbereit machen.“

Abfahrten um 13.30 Uhr und 15.45 Uhr

Die beiden Museumszüge, die am Sonntag, 4. Juli, um 13.30 Uhr und um 15.45 Uhr den Harpstedter Bahnhof verlassen, erreichen laut Fahrplan um 14.01 Uhr und 16.16 Uhr Heiligenrode. Auch dort wird nur Ausstieg, aber kein Zustieg möglich sein. Der erste Zug soll um 14.45 Uhr Harpstedt wieder erreicht haben – und der zweite um 17 Uhr.

Joachim Kothe geht im Moment davon aus, dass wohl ein einziger Personenwagen ausreichen wird; bei hinreichend vielen Buchungen wäre es aber kein Problem, einen zweiten anzuhängen.

 Der Werkstattbetrieb läuft. In finanzieller Hinsicht haben wir einiges an Coronahilfen bekommen. Von daher sind wir nicht arg gebeutelt.“ 

Joachim Kothe

Wegen der coronabedingten Beschränkungen hält sich der erforderliche Personaleinsatz in Grenzen. Allerdings steht auch nicht jeder zur Verfügung, der in „normalen Zeiten“ eingesetzt werden könnte. Noch fehlende Impfungen spielen in diesem Zusammenhang eine Rolle. Oder auch Vorerkrankungen, die im Falle einer Sars-CoV2-Infektion schwerere Krankheitsverläufe befürchten lassen.

Die DHEF behalten sich im Übrigen vor, im Falle einer unerwarteten Zunahme der Inzidenzen die angekündigten Fahrten gegebenenfalls kurzfristig abzusagen – eben weil das Personal zum allergrößten Teil noch nicht geimpft ist.

Um den Museumsbahnverein insgesamt macht sich Kothe indes keine Sorgen. „Der Werkstattbetrieb läuft. In finanzieller Hinsicht haben wir einiges an Coronahilfen bekommen. Von daher sind wir nicht arg gebeutelt“, sagt er. Gleichwohl hoffen die Eisenbahnfreunde natürlich, dass bald wieder Einnahmen sprudeln.

Ticket-Buchungen unter: jan-harpstedt.de

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