Vor 50 Jahren schlug die Geburtsstunde der damals noch kleinen Samtgemeinde Harpstedt

Vier Kommunen unter einem „Dach“

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Vor 25 Jahren erinnerte unsere Zeitung an die Konstituierung der „kleinen“ Samtgemeinde.

Harpstedt - Die Samtgemeinde Harpstedt hat ihre Geburtsstunde gestern vor genau 50 Jahren erlebt. Und keiner hat‘s gemerkt? Nicht ganz. Einer, der schon damals in der Kommunalpolitik wirkte, ist in seinem Privatarchiv fündig geworden: Hermann Bokelmann stieß auf einen Bericht in unserer Zeitung, der vor 25 Jahren an die damals 25 Jahre zurückliegende Konstituierung des Samtgemeinderates erinnerte. „Die ,erste zarte Verbindung‘...“, so der Titel, spielte auf die vormals eigenständigen Gemeinden Harpstedt, Groß Köhren, Klein Köhren und Klein Henstedt an, die sich 1965 unter einem neuen „Dach“ vereinten: Die damals entstehende Samtgemeinde Harpstedt unterschied sich in Größe und Beschaffenheit allerdings deutlich von der heutigen, die wiederum auf der Gebietsreform von 1974 fußt.

Eigentlich hätte auch Horstedt schon 1965 „dabei“ sein sollen. Eine Gemeindeversammlung hatte den Beitritt sogar bereits beschlossen. Horstedts Bürgermeister Johann Stolle habe es dann aber widerstrebt, dass er die Einwohnermeldedaten „nicht mehr zu Gesicht bekommen sollte“, erinnert sich Bokelmann. Daraufhin sei der Beitrittsbeschluss in einer zweiten Versammlung revidiert worden. Horstedt sei schließlich doch noch der Samtgemeinde beigetreten. „Aber deutlich später, als Erich Idecker bereits Bürgermeister war“, weiß Bokelmann. Der Zusammenschluss habe den Mitgliedskommunen Vorteile im Rahmen des Finanzausgleichs gebracht. Will heißen: Sie hätten mehr Geld vom Land bekommen.

Die konstituierende Sitzung des Samtgemeinderates datiert vom 17. August 1965. Der Bürgermeister der Gemeinde Klein Köhren, Heinrich Weseloh (Holzhausen), eröffnete sie im Harpstedter Gasthaus Dräger. Dem Gremium gehörten außerdem Groß Köhrens Bürgermeister Ernst Rohlfs, Johann Huntemann (ebenfalls Groß Köhren), Heinrich Mahlstedt (Klein Köhren), Klein Henstedts Bürgermeister Adolf Backenköhler, Helmut Würdemann (ebenfalls Klein Henstedt), Fleckenbürgermeister Hermann Bokelmann sowie die Beigeordneten Hermann Kappher und Johann Osmer (alle drei SPD), Heinrich Knolle und Alfred Meyer (beide HBL), Harpstedts Gemeindedirektor Dirk Heile und der Verwaltungsangestellte Günter Osmer (alle Harpstedt) an, außerdem Kreisoberinspektor Haberland (Kreis Grafschaft Hoya). Verwaltungssitz der Samtgemeinde wurde Harpstedt. Der Rat wählte Ernst Rohlfs zum Samtgemeindebürgermeister – und Hermann Bokelmann zu dessen Stellvertreter. Dirk Heile rückte als allererster Samtgemeindedirektor an die Verwaltungsspitze des neuen kommunalen Gebildes.

Der Rat entschied auf Antrag Bokelmanns, die Anschaffung einer Buchungsmaschine zu prüfen. Die Übertragung der Kassenführung der Mitgliedskommunen auf die Samtgemeinde trat – einem weiteren Beschluss zufolge – am 1. Januar 1966 in Kraft.

boh

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