Kirchenkonzert der Kreisgruppe Klosterbach-Delme

50 Jahre Chorleiter: „Steffen ist von der Musik beseelt“

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Herbert Heidemann (r.) überreichte dem Jubilar die Goldene Ehrennadel des Chorverbands Niedersachsen-Bremen.

Harpstedt - Von Holger Rinne. Auf die Frage, wie er die zurückliegenden 50 Jahre als Leiter des Gemischten Chors Harpstedt eigentlich beschreiben würde, antwortete Steffen Akkermann bescheiden und ein klein wenig verlegen: „Es hat immer Spaß gemacht.“

Es ist nicht seine Sache, sich in den Mittelpunkt zu drängen. Gleichwohl war am Sonntag in der Harpstedter Christuskirche das 68. Sängerfest der Chorkreisgruppe Klosterbach-Delme als Jubiläumskonzert mit rund 150 Mitwirkenden aus sechs Chören auch ihm gewidmet. Es würdigte zwei Jubiläen. Zum einen erfuhr die seit 25 Jahren währende Freundschaft des Gemischten Chors Harpstedt mit der Chorgemeinschaft Engelsdorf eine Würdigung. Und zum anderen das halbe Jahrhundert, das Akkermann als Taktgeber und musikalischer Leiter voll gemacht hat. Diese stolze Leistung erwähnte gleich zu Beginn der Kreisgruppenvorsitzende Fred Büchau. „50 Jahre – das ist ungefähr mein Lebensalter“, verdeutlichte indes Pastor Gunnar Bösemann die zeitliche Dimension in seiner Begrüßung. Dazu passte der erste Titel. Zum Prelude aus Marc-Antoine Charpentiers „Te Deum“ sangen alle beteiligten Chöre „Gemeinsam gehen wir durchs Leben“; danach erklang „Soli Deo Gloria“.

Sodann verzückte der Kinderchor „Harpstedter Ohrwürmer“ die etwa 200 Besucher mit drei Liedern. Einen musikalischen Höhepunkt hielt die Chorgemeinschaft aus (Leipzig-)Engelsdorf bereit. Sie wagte sich unter der Leitung von Katharina Hesse mit einem glockenhellen Sopran und einer beeindruckenden Abstimmung an zwei Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy heran: „Im Grünen“ und „Die Nachtigall“. Diese zum ursprünglichen Repertoire etlicher Gesangvereine gehörenden Stücke sind mittlerweile zum Bedauern vieler Sangesfreunde recht selten zu hören. 

Das Foto deutete das Geschenk des Gemischten Chors Harpstedt für Steffen Akkermann (l.) zum Jubiläum an – eine Ruhebank. Die Vorsitzende Angela Willms (rechts) überreichte das Bild.

Im weiteren Verlauf folgte die Ehrung Akkermanns. Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse fasste dessen Bedeutung in einem Satz zusammen: „Die Samtgemeinde wäre viel ärmer, wenn wir Steffen nicht hätten.“ Als Vertreter des Chorverbands Niedersachsen-Bremen stellte Peter Knospe die Verdienste des Jubilars um den Chorgesang sowie seine musikalischen und didaktischen Fähigkeiten heraus. Den Menschen Akkermann beschrieb er kurz und prägnant: „Steffen ist von der Musik beseelt – nicht mehr und nicht weniger.“ Der Vorsitzende des Kreischorverbands Diepholz, Herbert Heidemann, überreichte dem zu Ehrenden die Goldene Ehrennadel des Chorverbands Niedersachsen-Bremen.

Doch damit war noch nicht Schluss. Im Namen des Gemischten Chors Harpstedt schenkte dessen Vorsitzende Angela Willms dem Ehepaar Elisabeth und Steffen Akkermann eine rustikale Holzbank, die aber nicht „im Original“ in die Kirche geschleppt wurde; stattdessen deutete ein Symbolbild das Präsent an.

Zusammen mit dem Gemischten Chor Harpstedt sang Alexia Drawhorn (hinten stehend) das von Leonard Cohen geschriebene, unzählige Male gecoverte Lied „Hallelujah“.

Eine Überraschung hatte Fred Büchau in petto: Alexia Drawhorn, die 2012 in der Casting-Show „X Factor“ vor einem TV-Millionenpublikum auftrat, sang gemeinsam mit dem Gemischten Chor Harpstedt das von Steffen Akkermann besonders geschätzte „Hallelujah“ – einen unzählige Male gecoverten Titel von Leonard Cohen. Der Jubilar bedankte sich auf seine Weise. Er sang einen eigenen Text zur Melodie von Frank Sinatras „My way“.

Nach einer Pause stellten der Männergesangverein Liedertafel Harpstedt mit Leiter Bernd Gerke, der von Daniela Predescu geleitete Gemischte Chor Bassum sowie die Liedertafel Bassum mit Christiane Brandt ihr Können unter Beweis.

Für instrumentale Begleitung sorgten Christa Kaiser (Piano), Fredi Wesemann (Akkordeon), Ute Kitte, Pawel Jankowski, Dhana Lange, Sylke Buschmann und Swantje Jerebic (Streichinstrumente) sowie Steffen Akkermanns Sohn Klaas (Gitarre).

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