„Cooler“ Bücherschrank in Groß Ippener

„Das ist eine Tauschbörse, keine grüne Tonne“

Sie freuen sich über die hohe Akzeptanz des „coolen“ Bücherschranks „geben und nehmen“ beim Dorfgemeinschaftshaus in Groß Ippener: Cornelia Bruns, Stefan Pleus, Gabriele Claaßen, Michaela Lehmkuhl und Georg Drube (von links).
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Sie freuen sich über die hohe Akzeptanz des „coolen“ Bücherschranks „geben und nehmen“ beim Dorfgemeinschaftshaus in Groß Ippener: Cornelia Bruns, Stefan Pleus, Gabriele Claaßen, Michaela Lehmkuhl und Georg Drube (von links).

Groß Ippener – Wenn der aus einem umfunktionierten Kühlschrank hervorgegangene öffentliche Bücherschrank „geben und nehmen“ beim Dorfgemeinschaftshaus in Groß Ippener auf Dauer eine „coole Sache“ bleiben soll, müssen die Nutzer bestimmte Regeln einhalten. Darauf weisen die Initiatorinnen Gabriele Claaßen, Cornelia Bruns und Michaela Lehmkuhl hin.

Die Idee für die „Mini-Tauschbücherei“ war Claaßen nach einem Grillabend in den Sinn gekommen. Den Kühlschrank stiftete Lehmkuhls Bruder Stefan Thuns, Inhaber der „Brasserie“ in Wildeshausen. Missbräuchliche Nutzung ist zu unterlassen. „Der Bücherschrank steht allen Bücherfreunden zur Verfügung – nicht nur den Bürgern aus der Gemeinde Groß Ippener. Er ist als Tauschbörse zu verstehen, aber nicht als grüne Tonne“, betont Michaela Lehmkuhl.

Das Tauschen funktioniert naturgemäß nur, wenn das Geben und Nehmen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Heißt: Wer einen oder mehrere „Schmöker“ aus dem Schrank gratis mitnimmt, ist aufgefordert, ihn mit Büchern in gleicher Anzahl aus dem eigenen Bestand wieder aufzufüllen.

Die Bücher müssen natürlich auch in die Regale hineinpassen. Ein guter Zustand versteht sich von selbst.“

Cornelia Bruns

Die kleine „Bibliothek“ bleibt im Übrigen nur „cool“, solange sie keine Ansammlung von „Ladenhütern“ beherbergt, die sowieso niemand mehr liest. Daher ergeht an die Nutzer die Bitte, nach Entnahme eines Buches möglichst solche Lektüre wieder hineinzugeben, von der man annehmen darf, dass sie nicht im Regal verstaubt. Zerfledderte, stark abgegriffene und verschmutzte „Uraltschinken“ haben im Bücherschrank nichts zu suchen.

„Die Bücher müssen natürlich auch in die Regale hineinpassen. Ein guter Zustand versteht sich von selbst“, betont Bruns. Die unteren zwei Regale seien der Kinder- und Jugendliteratur vorbehalten.

Zur großen Freude der Initiatorinnen hatte sich ein „Sportsfreund“ bereit erklärt, die Schrank-Beschriftung zu sponsern. Zu einem fortlaufend ansprechenden Bestand trägt auch Gabriele Claaßen bei: „Ich arbeite ehrenamtlich in der Delmenhorster Bücherei und stelle eine Auswahl an ,doppelten‘ Büchern mit hinein. Mir ist aufgefallen, dass speziell die aktuelleren Ausgaben regelmäßig mitgenommen werden.“

Erfreulich hohe Akzeptanz

Alle drei Damen schauen regelmäßig nach dem Rechten. Manches entnommene Buch werde nach dem Lesen zurückgebracht und sei dann weiteren Interessierten zugänglich. Das sei natürlich durchaus im Sinne der Tauschbörse.

Bürgermeister Georg Drube und Stellvertreter Stefan Pleus freuen sich nach eigenem Bekunden sehr darüber, dass der Bücherschrank so gut angenommen wird. Das verwundert in der Coronazeit mit mehreren langen Lockdownphasen und im durchwachsenen Sommer 2021 nicht wirklich. Lesen liegt im Trend. Und wer neuen Lesestoff benötigt, darf sich am „coolen“ Schrank jederzeit gern bedienen – aber unter Einhaltung der Spielregeln.

Von Anja Rottmann

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