Sieben-Tage-Inzidenz in der Samtgemeinde Harpstedt

Erst beruhigend niedrig, jetzt beunruhigend hoch

Herwig Wöbse.
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Herwig Wöbse.

Harpstedt – Recht lange hielten sich die Sieben-Tage-Inzidenzen in der Samtgemeinde Harpstedt während der Coronapandemie auf einem beruhigend niedrigen Niveau. Inzwischen liegen sie eher beunruhigend hoch. Am Montag, 9 Uhr, überstieg der Wert von 130 das Landkreisniveau um 30. An den Vortagen waren teils noch höhere Sieben-Tage-Inzidenzen registriert worden (der aktuelle Wert, 84, lässt wieder auf Besserung hoffen).

Mal sieben Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro Tag, mal zwei, mal fünf: „Was ist da los?“, fragen sich Mitbürger in den sozialen Netzwerken. Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse wagt einen Erklärungsversuch: Liege eine Kommune lange niedrig, gehe die Tendenz offenbar dahin, die latente Gefahr zu gering einzuschätzen. „Das ist ein sehr schmaler Grat, auf dem wir uns immer noch bewegen“, mahnt der Amtshof-Chef weiterhin zur Vorsicht.

Schwankende Achtsamkeit

Es sei herausfordernd, sich selbst fortwährend zu disziplinieren. Schnellten die Zahlen nach oben, drohe es also „eng“ zu werden, nehme offenbar die Achtsamkeit zu. Das könne aber „ganz schnell ins Gegenteil umschlagen“, wenn sich nach wieder gesunkenen Inzidenzen ein trügerisches Gefühl von Sicherheit einstelle. Oftmals seien es vermeintliche Kleinigkeiten, die das Infektionsgeschehen anfachten: der vermeidbare, etwas zu sehr auf die leichte Schulter genommene persönliche Kontakt oder der unbemerkt unterschrittene Mindestabstand – insbesondere in geschlossenen Räumen.

Zur Wahrheit gehört, wie Wöbse einräumt, aber auch, dass in der vergleichsweise einwohnerschwachen Samtgemeinde Harpstedt wenige tägliche Neuansteckungen reichen, um die Inzidenz spürbar anschwellen zu lassen. Die meisten Menschen verhalten sich nach Überzeugung des Amtshof-Chefs nach wie vor verantwortungsvoll; selbst unter den Infizierten gebe es solche, die größtmögliche Vorsicht hätten walten lassen und gar nicht wüssten, „woher sie Corona haben“.

Im November 2020, als das Infektionsgeschehen schon mal zulegte, versuchte es Wöbse mit einem „Weckruf“, der sich in unserer Zeitung unter dem Titel „Das Kaffeekränzchen hat seine Unschuld verloren“ wiederfand. Seine Einschätzung: „Die Zielgruppe, die angesprochen werden sollte, ist damals erreicht worden.“ Derzeit seien aber nicht die Seniorinnen und Senioren das Problem, zumindest nicht die geimpften. Auch die Häufung von Infektionen in Altenpflegeheimen gehöre der Vergangenheit an.

Verhaltensregeln „noch enger auslegen“

Die momentanen Ansteckungen seien diffus verteilt auf Altersstufen und Mitgliedsgemeinden. Und: „Wo sich jemand mit der sehr infektiösen britischen Mutante B.1.1.7 infiziert hat, treten ganz häufig im persönlichen Umfeld weitere Fälle auf“, weiß Herwig Wöbse. Seine Schlussfolgerung: „Die Vorsichtsmaßnahmen, die wir mittlerweile seit über einem Jahr kennen, sollten wir jetzt sogar noch eine Spur achtsamer umsetzen und noch etwas enger auslegen, weil sich das Coronavirus verändert hat und gefährlicher geworden ist.“

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