Interessanter Ansatz in HEA-Veranstaltung

Aufforsten wider den Klimawandel?

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Die Nutzung von Holz helfe, den Verbrauch fossiler Energieträger zu vermindern, so Dr. Ernst Kürsten.

Harpstedt - Um die Klimaschutzziele zu erreichen, erhielten in Zukunft auch die Waldbewirtschaftung und die Holznutzung eine besondere Aufmerksamkeit. Darauf wies Dr. Ernst Kürsten vom 3N-Kompetenzzentrum Niedersachsen (Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe) während eines Vortrags auf Einladung der Harpstedter Energie-Agentur (HEA) hin. Knapp 20 Zuhörer begrüßte der HEA-Vorsitzende Cord Remke dazu am Montagabend im Hotel „Zur Wasserburg“. Am Beispiel von Berechnungen zur Verwendung von Holz beim Bau anstelle von Stahl, Beton oder Ziegel demonstrierte der Referent, in welchem Umfang damit der Energieverbrauch gesenkt werden kann und Kohlendioxid(CO2)-Emissionen eingespart werden können.

Zur Hälfte bestehe die Trockenmasse im Holz aus reinem Kohlenstoff, den der Baum im Zuge der Photosynthese der Atmosphäre als CO2 entzogen und eingespeichert habe. Bäume wüchsen aber nicht in den Himmel. Deshalb seien optimale Klimaschutzeffekte durch eine intensive Holznutzung zu erzielen. Neben der Kohlenstoffspeicherung in Holzprodukten sei dabei zusätzlich die Reduktion von CO2-Emissionen durch den Einsatz von Holz anstelle anderer Rohstoffe (Materialsubstitution) und durch die Verbrennung von Holz anstelle fossiler Brennstoffe (Energiesubstitution) zu betrachten.

Ein nachhaltig bewirtschafteter Wald trage mehr zum Klimaschutz bei als ein nicht bewirtschafteter. Die Nutzung von Holz als nachwachsender Rohstoff und Energieträger helfe, den Verbrauch fossiler Energieträger zu vermindern. Eine Übernutzung der Wälder in Deutschland ist nach Einschätzung von Dr. Kürsten nicht zu befürchten. Abgesehen von Kriegs- und Nachkriegszeiten sowie der Sturmkatastrophe von 1972 habe in den vergangenen 100 Jahren der Holzzuwachs immer über der entnommenen Nutzungsmenge gelegen. Es bestehe durchaus die Möglichkeit, mit Zellulose als nachwachsendem Rohstoff in den verschiedensten Produktionsbereichen Öl zu ersetzen.

Weltweit stünden noch enorme Potenziale durch Aufforstung zurzeit nicht genutzter Flächen zur Verfügung. Anlässlich der Klimaverhandlungen in Paris hätten, so kam während der Veranstaltung zur Sprache, Regierungsvertreter von zehn afrikanischen Ländern zugesagt, als Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels 30 Millionen Hektar degradierte Flächen aufzuforsten. Insgesamt könnten auf dem Schwarzen Kontinent noch mehr als 700 Millionen Hektar zur Wiederherstellung von Waldlandschaften genutzt werden.

Im Zuge der aktuellen Klimapolitik sah der Referent aber auch interessante Zukunftsperspektiven für hiesige Waldbesitzer.

eb

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