Impro-Theater in der Zufluchtskirche begeistert

Eine mörderische Putzfrau

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Meister der Improvisation: Lars Vockensohn, Jasmin Zegula, Andy Wallace und Ina Kleiner (von links).

Dünsen - Von Anja Rottmann. Spannung lag am Freitagabend in der Dünsener Zufluchtskirche in der Luft: Die Impro-Theatertruppe „Die anderen 6“ bot den zahlreichen Zuschauern mit dem Krimi „Mord um 8“ einen unterhaltsamen Abend im Rahmen der Reihe „Kultur am Glockenturm“. Das Publikum gab den Rahmen für die improvisierte Handlung vor: Es entschied unter anderem, welche Rollen die einzelnen Darsteller übernehmen sollten.

Durch Zurufe kamen folgende Konstellationen heraus: Ina Kleiner mimte die 26-jährige Putzfrau Chantal Meyer, die davon träumt, Cheerleaderin zu werden. Lars Vockensohn schlüpfte in die Rolle des Gregor Kowalski, eines Bestatters (54). Als Aerobic-Trainerin Carola Wagenknecht (43), deren eigentümliche Lache an eine Ziege erinnerte, begeisterte Jasmin Zegula. Und Andy Wallace spielte Paul Schröder, einen Postboten (37) mit Hang zum Fremdgehen.

Die Zuhörer wünschten sich das Muna-Waldgelände als Tatort für den Mord, und auch die Turnhalle an der Schule spielte für die Handlung eine wichtige Rolle. Ina Kleiner erklärte, eine der Figuren werde den Abend nicht überleben. Das Publikum wählte als Mordopfer Carola – alias Jasmin Zegula. Die übernahm nach dem „Mord“ wiederum den Part der Kommissarin, die kurz vor ihrer Pensionierung unbedingt ihren letzten Fall noch lösen wollte. Gemeinsam mit ihr begaben sich die Zuschauer, gewissermaßen die Regisseure, auf Tätersuche. Zum Schluss stand fest: Chantal, die Putzfrau, hatte das Verbrechen verübt.

Die komplett improvisierte Story entwickelten die Darsteller erst im Laufe des unterhaltsamen Abends. Thorsten Misfeld umrahmte das Geschehen mit passender Musik.

Der Auftritt in Dünsen war nach einer Aufführung der „anderen 6“ im Gasthaus Beneking in Beckeln vom Juli zustande gekommen. „Wir hatten den Verantwortlichen für ,Kultur am Glockenturm‘ einen Hinweis auf unsere Homepage gegeben. Daraufhin wurden wir engagiert“, so Zegula, die seit der Gründung der Gruppe vor zehn Jahren aktiv dabei ist. Sie selbst stammt aus Dünsen. Alle anderen nennen Bremen ihr Zuhause. Andy Wallace kommt ursprünglich aus London, wohnt aber schon seit vielen Jahren in der Hansestadt.

„Es ist sehr anstrengend, einen improvisierten Krimi mit den Vorlagen aus dem Publikum zu gestalten. Man muss sich unheimlich dabei konzentrieren, sich die einzelnen Charaktere zu eigen zu machen“, verrieten die „anderen 6“. Der Ausgang blieb bis zum Schluss offen. „Wir stellen uns auf die Bühne und lassen alles auf uns zukommen. Keine der Geschichten ist vorgefertigt“, betonte Wallace. Laut Vockensohn war das Gastspiel in Dünsen der siebte Auftritt in diesem Jahr; ein weiterer wird noch folgen. „Wir machen das alles hobbymäßig. Im wirklichen Leben sind wir in andere Berufe eingebunden“, so Zegula. Wer die Gruppe für Geburtstage, Firmen-Events oder ähnliche Anlässe buchen möchte, erfährt auf deren Website alles Nähere.

Das Fazit vom Gastspiel in Dünsen: Der Abend geriet zu einem vollen Erfolg. Das Publikum machte begeistert mit, und die Darsteller ernteten viel Applaus für ihre Darbietungen. In der Pause konnten sich die Besucher mit Getränken und Brezeln stärken und mit anderen Krimifans einen kleinen Plausch halten.

www.dieanderen6.de

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