Imker Helmut Budzin und seine Herzdame Ursula sind seit 50 Jahren verheiratet

Goldbraut teilt ihren Mann mit ungezählten Bienen

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Viele Glückwünsche zu ihrer Goldhochzeit haben Ursula und Helmut Budzin entgegengenommen. Zu den Gratulanten zählten auch Pastor Gunnar Bösemann, Bürgermeister Werner Richter und der Kegelclub „Die gute Neun“, der dieses schmucke Herz fertigte

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Als im „Sonnenstein“ in den „Sixties“ die Karriere der dort entdeckten Sängerin Renate Kern noch in den Kinderschuhen steckte, lernte Helmut Budzin in dem Harpstedter Tanzlokal seine spätere Ehefrau Ursula, geb. Raschkewitz, kennen.

„Sie kam mit zwei Schulfreundinnen. Ich habe mir von den dreien eine ausgesucht“, erzählt der Harpstedter verschmitzt. Offenbar die richtige – andernfalls wären die Budzins sicherlich nicht schon seit 50 Jahren ein Ehepaar. Heute, Donnerstag, nahmen sie zahlreiche Glückwünsche zu ihrer Goldhochzeit entgegen.

Ursula Budzin (74) teilt ihren Mann (76) allerdings mit vielen – recht flotten – Bienen, und das ist durchaus wörtlich zu nehmen: Der Göttergatte hat sich nämlich der Imkerei verschrieben und gehört schon seit 1968 dem Imkerverein Wildeshausen an. Von seiner Frau muss er sich mitunter sagen lassen, er sei mit seinen Bienen verheiratet. Mit Hingabe kümmert sich der heute 76-Jährige, den es nach dem Krieg als Flüchtling mit seiner Familie aus Wolhynien (nordwestliche Ukraine) über Mecklenburg-Vorpommern nach Harpstedt verschlagen hatte, um seine aktuell zwölf Völker. Was die Nachbarn davon halten? „Die stört‘s nicht“, erzählt das Goldpaar. „Im Gegenteil: Sie freuen sich über den Honig.“

Apropos Nachbarschaft: Dazu zählen mit dem ältesten Sohn Klaus, der gleich nebenan wohnt, und der einzigen Tochter Sonja, die im Obergeschoss des elterlichen Hauses „Im Bookhopsfeld“ in Harpstedt lebt, auch zwei der drei Kinder der Ehejubilare mit ihren Familien. Uwe, der „mittlere“ Spross, ist hingegen Bremer. Der Nachwuchs hat Ursula und Helmut Budzin inzwischen mit seinem eigenen Nachwuchs zu fünffachen Großeltern gemacht.

Die Goldbraut stammt gebürtig aus Ganderkesee. Sie kümmerte sich viele Jahre nicht nur um Haushalt und Familie, sondern war zeitweise auch erwerbstätig – als Büglerin bei Delmod in Delmenhorst. Ihr Mann hatte in Harpstedt Schmied gelernt. Später verdiente er seinen Lebensunterhalt als „Springer“ bei Borgward in Bremen, ehe er – innerhalb der Borgwardgruppe – zu Lloyd wechselte. Die Geschichte der Automobilschmiede ist bekannt: 1961 geriet die Unternehmensgruppe, seinerzeit größter Arbeitgeber Bremens, in finanzielle Schwierigkeiten, die nach einem bis heute umstrittenen Krisenmanagement in den Konkurs führten. Helmut Budzin fand eine neue Anstellung – als Kraftfahrer. Zunächst war er beim Autobahnneubauamt Walsrode beschäftigt, dann beim Straßenbauamt in Oldenburg und schließlich bei der Autobahnmeisterei in Wildeshausen.

Zu seiner „Herzdame“ Ursula hatte er am 27. August 1965 „ja“ gesagt – in Harpstedt vor dem damaligen Standesbeamten Dirk Heile. Kirchlich ließ sich das Paar am 4. September 1965 trauen. Pastor Heinrich Dauskardt sollte den Hochzeitssegen spenden; darauf legte der Bräutigam Wert. „Weil er mich auch schon konfirmiert hatte“, erzählt Helmut Budzin. Der Pastor habe seinem Wunsch entsprochen, obwohl Dauskardt schon im Ruhestand gewesen sei. Das Haus, in dem die Ehejubilare noch heute wohnen, hatten die Eltern des Goldbräutigams 1958/59 erbaut.

35 Jahre schoben Helmut Budzin und seine Frau im Kegelclub „Die gute Neun“ eine „ruhige Kugel“, zuerst auf der Bahn der Gastwirtschaft Rohlfs, später dann – nach der Aufgabe des Klosterseelter Wirtshauses – im Harpstedter Hotel „Zur Wasserburg“. „Das Kegeln haben sie aufgegeben. Das Feiern ist geblieben“, sagt Schwiegertochter Sabine Budzin schmunzelnd. Essen gehen oder Geburtstage feiern – solche geselligen Aktivitäten hätten die Kegler beibehalten, pflichtet Ursula Budzin bei. Zur Goldhochzeit überraschte der Club die Jubilare mit einem dekorativen Herz mit goldenen Blüten und einer „50“. Auch die Nachbarn blieben nicht untätig. Sie banden einen Türkranz für den Festsaal. Denn so viel ist mal sicher: Eine Ehe, die fünf Jahrzehnte hält, verdient eine ausgelassene Feier.

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