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Im Windpark „Wunderburg 2“ in Prinzhöfte beginnt der Bau der Fundamente

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Von: Leif Rullhusen

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Die Betonbauer gießen die sogenannte Sauberschicht, auf die der Bewehrungsstahl für das Fundament kommt.
Die Betonbauer gießen die sogenannte Sauberschicht, auf die der Bewehrungsstahl für das Fundament kommt. © Rullhusen, Leif

Prinzhöfte – Im Januar rückten die ersten Bagger zur Erschließung der Straßen an. Nun erreicht der Bau des Windparks „Wunderberg 2“ in Prinzhöfte die nächste wichtige Phase. „Die Wege sind fertig und die Kranstellflächen vorbereitet“, berichtet Ekkehard Darge, Projektleiter beim Windpark-Unternehmen „wpd“ aus Bremen. Der weltweit agierende Entwickler und Betreiber von Windparks errichtet derzeit sechs Anlagen zwischen Simmerhausen und Prinzhöfte.

Noch in diesem Jahr soll der Windpark komplett ans Netz und regulär in Betrieb gehen. Danach sollen die sechs Anlagen pro Jahr über 60 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugen. Das reicht aus, um rund 20 000 Vier-Personen-Haushalte mit Strom zu versorgen.

Derzeit beginnt der Bau der Fundamente für die insgesamt rund 200 Meter hohen Windräder. „Man kann das ein wenig mit dem Ständer für den Sonnenschirm auf der Terrasse vergleichen“, beschreibt Darge. „Ein breiter Betonpilz trägt die gesamte Last, auch bei Sturm.“ Jeder einzelne Betonpilz in dem zukünftigen Windpark hat allerdings einen Durchmesser von 27,6 Metern und besteht aus rund 500 Tonnen Stahl sowie Beton. Aus mehr als 2000 Einzelteilen „flechten“ die Betonbauer zunächst pro Fundament einen Stahlkorb, den sogenannten Bewehrungskorb. Dieser wird anschließend von Beton umschlossen. Innen bleiben die Fundamente hohl. Sie werden später als Techniklager dienen.

Bevor die Arbeiten an den Fundamenten überhaupt beginnen konnten, musste das Erdreich darunter vorbereitet werden. „Mit dem Rüttel-Stopfverfahren haben wir die Tragfähigkeit erhöht“, erklärt der Projektleiter. Dazu wurden röhrenförmige Vertiefungen in die Erde gebohrt und mit Schotter gefüllt. Eine Ramme hat das Material anschließend verdichtet. Darge: „Dadurch können wir die Lasten gleichmäßig und stabil im Boden verteilen.“ Darüber kommt noch eine sogenannte Sauberschicht, auf die dann das Fundament gegossen wird. Etwa einen Monat härtet es anschließend aus. Erst danach kann die Montage der Anlagen beginnen und der Windpark Stück für Stück in die Höhe wachsen. „Ende August werden wir damit starten“, plant der Projektleiter.

Den gewonnenen Strom liefert der Windpark nach seiner Fertigstellung über das vor zwei Wochen ans Netz gegangene neue Umspannwerk in Simmerhausen ins öffentliche Netz.

Zwischen dem Werk und den Stromlieferanten liegt mit der A1 allerdings noch ein zu überwindendes Hindernis. „Kein Problem“, meint Darge. „Wir werden das Kabel unter der Autobahn hindurchbohren.“ Dazu müsse die A1 allerdings aus Sicherheitsgründen kurzzeitig gesperrt werden. „Das erfolgt halbseitig und wird kaum jemand mitbekommen“, ist sich der Projektleiter sicher.

An einer der Anlagen können sich Bewohner der Samtgemeinde Harpstedt später beteiligen. Um Bauplanungsrisiken für die Anleger auszuschließen, will „wpd“ diese Anteile erst anbieten, nachdem die Anlagen am Netz sind und zuverlässig Strom produzieren. Gegen Jahresende ist eine Informationsveranstaltung für die Bürger geplant. Bereits im Frühjahr 2019 hatte der Rat der Gemeinde Prinzhöfte den notwendigen Bebauungsplan verabschiedet. Die Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb des Windparks hatte der Landkreis Oldenburg im November 2020 erteilt. Der Zuschlag für eine Einspeisung von Strom ins öffentliche Netz wurde einen Monat später von der Bundesnetzagentur bewilligt.

Die Samtgemeinde Harpstedt hatte 2016 mit der 16. Änderung des Flächennutzungsplans insgesamt 570 Hektar als zusätzliche Potenzialbereiche für Windenergie ausgewiesen. Die beiden geplanten Windvorranggebiete der Samtgemeinde Harpstedt sind laut Darge zusammen etwa 86 Hektar groß.

Von Leif Rullhusen

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