Plötzlich eine öffentliche Person

Ilka Major hofft, dass sie in Harpstedt „lange in die Tasten hauen kann“

Nach der Segnung durch Pastor Gunnar Bösemann gab's Präsente für die neue Organistin Ilka Major (r.).
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Nach der Segnung durch Pastor Gunnar Bösemann gab‘s Präsente für die neue Organistin Ilka Major (r.).

Harpstedt – Die zum Abschluss des Festgottesdienstes in Harpstedt von der neuen Organistin gefühlvoll auf dem Steinway-Flügel gespielte Ballade „Wohin sonst?“ bedachte die Christusgemeinde mit Beifall. Dass in Ilka Major auch eine bemerkenswerte Sängerin mit glockenklarer Gesangsstimme steckt, offenbarte sich am Sonntag bei ihrer Amtseinführung als Teilzeit-Kirchenmusikerin.

Pastor Gunnar Bösemann erzählte, wie der redensartliche Stein 2015 ins Rollen gekommen war. Ilka Major und ihr heutiger Mann weilten bei ihm, weil er die beiden kirchlich trauen sollte. „Wir saßen bei mir im Büro, im Amtszimmer, und haben geredet. Als Pastor, der die Trauung zu halten hatte, war ich natürlich interessiert, Dinge aus dem Leben des Brautpaars zu hören. Ilka verriet, sie komme aus Ostfriesland. Sie erzählte, wie sie aufgewachsen ist. Und dass es zu Hause in der Familie eine Gastwirtschaft gab“, entsann sich der Pastor. Die heute 41-Jährige habe preisgegeben, früher mal Orgel gespielt zu haben. Das sei eingeschlafen, als sie als junge Erwachsene „ein bisschen in die Welt hinauszog“. Nun, da sie den Mann fürs Leben kennengelernt habe, sei es an der Zeit, sesshaft zu werden.

Ihr Mann hält ihr den Rücken frei

„Wir wollen in Harpstedt bleiben“, gab das Paar im Traugespräch zu verstehen. Und Ilka Major ließ durchblicken, sie würde gern wieder Orgel spielen. Mit viel Elan habe sie dann, so Gunnar Bösemann, dort angesetzt, wo sie „vor langer Zeit aufgehört hatte“. Sie habe „hier in der Kirche Orgel gespielt“, viel gelernt und schließlich die C-Kirchenmusikerprüfung geschafft. Das sei ihr nur mit Rückendeckung und Unterstützung ihres Ehemanns Imre möglich gewesen.

Als die bisherige Organistin Hedwig Stahl ihren Eintritt in den Ruhestand ankündigte, sei der erste Gedanke im Kirchenvorstand gewesen: „Mensch, wir haben doch jetzt jemanden, der da vielleicht anknüpfen kann.“ Die Frage, ob sie die frei werdende Teilzeit-Kirchenmusikerstelle gern antreten würde, habe Ilka Major bejaht, ohne viel nachzudenken. „Was das aber in Harpstedt bedeutet, ist ihr wohl erst hinterher so richtig klar geworden“, fuhr der Geistliche fort. Unvermittelt sei sie von Leuten im Supermarkt angesprochen worden und habe erstaunt zur Kenntnis genommen: „Die kennen mich anscheinend.“ Plötzlich eine Person des öffentlichen Lebens zu sein, sei für sie neu gewesen, und über diese ungewohnte Erfahrung habe Ilka Major erst einmal nachdenken müssen.

Wir haben das ganz feste Gefühl, dass du die Richtige bist. Du bist gern mit Menschen zusammen – mit ganz verschiedenen. Und du liebst auch in der Musik die Unterschiede.“

Pastor Gunnar Bösemann

Die Bedeutung der Kirchenmusik in der evangelischen Christusgemeinde sei schon immer groß gewesen, betonte Bösemann. „Das ist hier in Harpstedt von jeher etwas ganz Besonderes. Wie auch die Verbindung von Kirchengemeinde und Gemeinschaft insgesamt.“

Begrüßungsgaben nach der Segnung

In diese Tradition passe Ilka Major aber sehr gut rein: „Wir haben das ganz feste Gefühl, dass du die Richtige bist. Du bist gern mit Menschen zusammen – mit ganz verschiedenen. Und du liebst auch in der Musik die Unterschiede“, bekräftigte der Geistliche.

Mit den Worten „Ja, mit Gottes Hilfe“ beantwortete die 41-Jährige die alles entscheidende Frage: „Liebe Schwester Ilka Major, bist du bereit, den Dienst einer Kirchenmusikerin in dieser Gemeinde zu übernehmen, mit allen, die in der Gemeinde Dienst tun, zusammenzuarbeiten und dein Amt in Treue gegenüber dem Bekenntnis unserer Kirche zu führen?“

Der Segnung folgten Begrüßungsgaben für die neue Organistin. Im Namen des Kirchenvorstands überreichte auch Andrea Müller-Wiesner ein Präsent; ihr obliegt in dem Leitungsgremium die Zuständigkeit für die Kirchenmusik.

Abschließend dankte Ilka Major, auch Mutter zweier Söhne (vier und sechs Jahre alt), all ihren Wegbegleitern und Unterstützern, besonders ihrem Mann. Nun freue sie sich auf ihre neue Aufgabe und hoffe, „dass ich noch ganz lange hier in die Tasten hauen kann“.

Von Jürgen Bohlken

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