Ausstellung in der Schneiderei „Stoffart“

Roswitha Kölling: „Ich mache Lärm mit Farben“

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Roswitha Kölling aus Reckum präsentiert ihr Lieblingsbild, das in der Schneiderei „Stoffart“ mit 24 weiteren Werken ausgestellt ist. Die Künstlerin will mit ihren Farben „Lärm“ machen.

Harpstedt - Von Alina Pleuß. „Es ist schlimm, wenn man nicht vor Wut oder Freude schreien kann, weil einem die Stimme fehlt. Also muss ich auf andere Weise Lärm machen, undzwar mit meinen Farben“, erklärt die Künstlerin Roswitha Kölling flüsternd.

Die Reckumerin hatte 1981 eine Schilddrüsenoperation, bei der ihr durch einen Fehler die Stimmnerven durchtrennt wurden. Seitdem nutzt sie die Malerei als Ausgleich. Werke von ihr sind seit Kurzem in der Schneiderei „Stoffart“ in Harpstedt ausgestellt.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter: Die Jahreszeiten lassen sich beim ersten Blick auf die Werke in der Schneiderei an der Freistraße 6 erkennen. Kölling hat die 25 Bilder zur Verfügung gestellt, die sich Inhaberin Inge Wolfrath ausgesucht hat. „Seit zehn Jahren habe ich diese Werkstatt, und ich gebe immer wieder gerne Künstlern die Möglichkeit, ihre Arbeiten hier auszustellen. Das ist sehr spannend“, so Wolfrath. Für etwa vier Monate sollen die Kunstwerke dort bleiben.

Im Mittelpunkt von Köllings Acrylarbeiten steht häufig der Baum. „Der ist ein großes Thema, immer wieder. Es gibt viele Bäume, die für mich etwas menschliches an sich haben. Das sehe ich, wenn ich sie angucke, und das hole ich beim Malen dann raus“, so Kölling. Aber auch farbenfrohe Polarlichter und Landschaften sind oft zu finden.

Inspiration von der Natur

„Ich fahre viel herum, mache Fotos von der schönen Natur und lasse mich später davon inspirieren“, erklärt die Künstlerin. „Ich male auch direkt vor Ort, aber das eher selten. Da fehlt mir vielleicht der jugendliche Elan.“ Da ihre Werke andernfalls zu lange zum Trocknen bräuchten, könne sie außerdem nur Zuhause mit Ölfarben arbeiten.

„Wer sagt, Malen ist entspannend, der lügt. Es ist sehr anstrengend, das alles umzusetzen, aber es macht mir Freude“, erzählt Kölling. Manchmal müsse man richtig kämpfen, wenn man nicht wisse, wie es weitergeht. „Eigentlich braucht man zwei Leben, um alles umzusetzen, was da im Kopf drin ist.“

Kölling fährt auch regelmäßig auf die Insel Møn in Dänemark, um sich dort Inspiration zu holen. „Ich bin dort ein bis zwei mal im Jahr für fünf Wochen. Da habe ich Zeit zum Malen, da klingelt kein Telefon.“ Ihre Söhne und ihre Nichte seien die besten Kritiker. „Sie sind ehrlich, und das gefällt mir sehr gut.“

Die ausgestellten Werke sind käuflich zu erwerben. „Die Preise entstehen bei mir danach, wie hoch die Trennungsentschädigung sein muss. Wenn mir ein Bild sehr am Herzen liegt, ist es hart es wegzugeben.“

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