Ex-Bürgermeister Cordes kandidiert für Räte

„Ich hasse Aktionismus“

Grünen-Kandidat Uwe Cordes.

Harpstedt - Als hauptamtlicher Samtgemeindebürgermeister fühlte sich Uwe Cordes von den Zwängen des Verwaltungsrechts und der Verfahren teilweise eingeschränkt. Nun möchte er über den Flecken- und Samtgemeinderat politisch Einfluss nehmen. „Ich glaube, dass ich im Rat mehr bewirken kann, als während meiner Zeit als Verwaltungschef“, erzählt Cordes. Der 65-Jährige war über 16 Jahre im Amt, nun startet er für die Grünen ins Rennen um die Ratssitze. „Ich bin zwar kein Parteimitglied, aber mit den Grünen gibt es große Schnittmengen“, so Cordes. „Umweltschutz und Landwirtschaft gehören zu meinen Schwerpunkten, von daher passen wir gut zusammen.“

Konkret möchte er sich unter anderem dafür einsetzen, dass die 380-kv-Stromtrasse von Ganderkesee nach Sankt Hülfte auf dem Gebiet der Samtgemeinde Harpstedt unterirdisch verlegt wird. Bislang sind nur freie Leitungen vorgesehen.

„Ich finde, dass man bei der Windkraft generell stärker auf die Umweltverträglichkeit achten muss. Die Planung der Windenergieanlagen muss auf die Natur vor Ort Rücksicht nehmen. Auch was Vogelschlag und Schattenwurf angeht“, erläutert Cordes. Außerdem möchte er Tourismus, Sport und Kultur fördern: „In diesen Bereichen müssen wir stärker Gas geben. Im Kommunalverbund könnte Harpstedt viel mehr Projekte anschieben, wir haben touristisch eine Menge zu bieten“, findet Cordes.

Bei politischen Vorhaben möchte er generell genauer danach schauen, wie sinnvoll geplante Maßnahmen sind. Ziele, Gründe und vor allem die Nachhaltigkeit von Projekten gelte es zu hinterfragen, so Cordes. „Ich hasse Aktionismus. Man muss immer langfristig denken und nicht nur die nächste Wahl im Blick haben“, fordert er.

Für den Fall seines Einzuges in den Rat, freut sich der Vater dreier Kinder daher auf konstruktive Auseinandersetzungen: „Es geht nicht darum, immer einer Meinung zu sein. Eine gesunde Debattenkultur ist schließlilch sehr wichtig für die Politik.“

Nachdem er 2014 aus dem Amt schied, hat er zunächst Abstand vom politischen Betrieb gewonnen und sich ehrenamtlich engagiert. Nun will er seine Erfahrung in den Rat einbringen. „Einige Dinge wurden während meiner Amtszeit auf die lange Bank geschoben. Ein paar davon möchte ich wieder aufgreifen“, kündigt er an.

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