Rat befürwortet Vorhaben im Grundsatz

Wie viel Spielplatz darf‘s in Horstedt sein?

Den ins Auge gefassten Standort des beantragten Horstedter Spielplatzes (oben links) veranschaulicht diese Skizze.
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Den ins Auge gefassten Standort des beantragten Horstedter Spielplatzes (oben links) veranschaulicht diese Skizze (Bild durch Anklicken unten rechts bitte ganz öffnen).

Horstedt – Clemens Baumgarten und Hannes Mües würden am liebsten sofort mit weiteren Mitstreitern zur Tat schreiten. Ihr Anliegen: einen Spielplatz mit zehn ausgesuchten Geräten eines renommierten Herstellers aus pflegeleichtem, nicht splitterndem Kunststoff-Recylingmaterial gegenüber dem Horstedter Feuerwehrhaus im Schatten der Bäume erschaffen – inklusive Zaun.

Das Engagement der Initiatoren, die selbst erarbeitete, recht detaillierte Planung und in Aussicht gestellte Eigenleistungen im Wert von rund 15. 000 Euro machten es dem Prinzhöfter Rat am Donnerstag fast unmöglich, „Nein“ zu sagen.

Mindestens fünf Probleme

Doch der beantragte Spielplatz wirft mindestens fünf Probleme auf. Erstens: Die Gemeinde kann nicht einfach Spielgeräte eines „favorisierten“ Herstellers bestellen, sondern muss zwingend ausschreiben. Zweitens: An Haushaltsmitteln stehen nur 20 000 Euro aus dem Jahr 2020 zur Verfügung. Benötigt wird aber ungefähr das Doppelte. Das Fehl müsste überplanmäßig bereitgestellt werden, zumal der Etat 2021 gerade erst verabschiedet worden ist. Drittens: Die Haushaltslage hat sich als Folge wegbrechender Gewerbesteuereinnahmen deutlich verschlechtert. Viertens: Die Spielplatzpflege müsste dauerhaft gesichert sein (Baumgarten und Mües sicherten zu, sich hierbei persönlich einzubringen). Und fünftens: Die für den Spielplatz ins Auge gefasste Grünfläche würde sich deutlich verkleinern; das wäre von Nachteil, wenn ein großes Areal für andere Zwecke, etwa Festivitäten, benötigt werden sollte.

Finanzieller Rahmen noch nicht abgesteckt

Der Rat reagierte mit einem Grundsatzbeschluss auf den Elan der Initiatoren: Danach will die Gemeinde versuchen, den Spielplatz noch 2021 zu realisieren. Baumgarten und Mües zeigten sich darüber nicht enttäuscht, obgleich sie sich etwas mehr erhofft hatten – nämlich einen finanziellen Rahmen, groß genug bemessen für die Umsetzung ihrer Pläne. Die Frage, wie viel Spielplatz sich die Gemeinde leisten kann und will, klärt der einstimmig gefasste Grundsatzbeschluss indes noch nicht.

Wären zehn Geräte „too much“?

Bürgermeister Hans-Hermann Lehmkuhl hinterfragte, ob zehn Geräte nicht „too much“ wären. Er betrachtete die Spielplatzpläne als „nicht in Stein gemeißelt“; Abstriche seien möglich.

Werner Lange fürchtete, Begehrlichkeiten zu wecken. Das sei ein Totschlagargument, erwiderte Regina Huntemann, die das Vorhaben für unterstützenswert hielt. Wilfried Holtmann sah das genauso: „Wir sollten als Rat selbstbewusst genug sein, über jedes Vorhaben individuell zu entscheiden.“

Spielplatz statt Playstation

Die erklärten Befürworter, zu denen auch Torben Hüneke und Thomas Hacke gehörten, waren in der Mehrheit. An Pro-Argumenten mangelte es nicht: Jetzt seien die Kinder, denen der Spielplatz zugutekäme, im richtigen Alter; noch säßen sie nicht vor der Playstation. Und: Die Gemeinde täte gut daran, sich etwas jenseits von Wegebau und -unterhaltung zu leisten.

Mües und Baumgarten schwebt ein Spielplatz vor, der junge und ältere Kinder gleichermaßen anspricht – mit einem Mix aus kleineren und größeren Geräten, darunter auch solche, die förderlich für die motorische Entwicklung wären (etwa ein Balancierbalken).

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