Holzlagerschuppen brennt auf dem Koems-Gelände nieder / Einsatzkräfte schützen benachbartes „Backhus“ mit Erfolg

Bislang kein Hinweis auf einen Feuerteufel

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„Vorher“ und „nachher“: Der Holzlagerschuppen auf dem Koems-Gelände ist niedergebrannt. Fotomontage: Hartmann

Und Christian Bahrs - Von Jürgen Bohlken. Hat ein „Feuerteufel“ in der am Dienstagabend vollständig abgebrannten Brennholzscheune beim „Backhus“ auf dem Harpstedter Koems-Gelände ein besonders „dankbares“ Objekt gesehen? Das fragen sich viele Harpstedter aus gutem Grund: Angesichts der ungewöhnlich trockenen Witterung in den vergangenen Wochen hätte womöglich schon etwas angezündetes Papier zwischen den Scheiten ausgereicht, um das Brennholz mitsamt Schuppen zu entflammen. Noch vor Ende der Löscharbeiten machten Spekulationen über Brandstiftung in den sozialen Netzwerken die Runde. Hinweise darauf aber gibt es bislang nicht. „Die Ursache ist völlig offen“, vermeldete die Polizei.

Bernhard Wöbse, Sprecher der Koems-„Rentnerbänd“, erläuterte, nach seiner Kenntnis existierten keine Zeugen, die Verdächtiges zum Zeitpunkt der Brand-entstehung beobachtet hätten.

Vor dem Ausbruch des Feuers hatte ein bisschen Betrieb auf dem Koems-Gelände geherrscht. Der Vorsitzende der Fördergemeinschaft, Klaus-Dieter Westphal, arbeitete dort. Gästeführer Heinfried Sander zeigte und erläuterte einer Frauengruppe aus dem südoldenburgischen Raum das Scheunenviertel. Auch er habe nichts Ungewöhnliches wahrgenommen, so Wöbse. Doch welche anderen Ursachen als fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung kämen überhaupt in Betracht? Ein Defekt scheidet definitiv aus: In der Holzlagerscheune gab es nämlich keinerlei Elektrik und keinerlei Technik.

„Selbstentzündung“ halten erfahrene Brandschützer wie Harro Hartmann aus dem Flecken, der bis zum Erreichen der Altersgrenze lange aktiven Feuerwehrdienst leistete, für extrem unwahrscheinlich.

„Wir sind froh darüber, dass die Feuerwehr Harpstedt so schnell zur Stelle gewesen ist“, sagte Bernhard Wöbse gestern in einem Telefonat mit dieser Zeitung. Die Gefahr eines Übergreifens der Flammen auf das „Backhus“ konnten die Brandschützer erfolgreich bannen. Doch es stand wohl Spitz auf Knopf: Wie viel Hitze an dem benachbarten Gebäude ankam, offenbarte die Wärmebildkamera. Das blieb auch Bernhard Wöbse am Brandort nicht verborgen. „Aus dem Holz der Verkleidung im Giebelbereich des Backhuses lief schon Harz raus“, erinnerte er sich.

Um 18.20 Uhr hatte die Großleitstelle die Freiwillige Feuerwehr Harpstedt über Funkmeldeempfänger und Sirene alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Brandschützer brannte der Fachwerkschuppen mit etwa 16 Quadratmetern Grundfläche bereits in voller Ausdehnung – einschließlich des darin eingelagerten Holzes für den Ofen des „Backhuses“. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich zunächst darauf, das Nachbargebäude und den angrenzenden Wald zu schützen. Anschließend löschten ein Atemschutz- sowie ein zweiter Trupp den Holzschuppen ab. Die Brennholzlagerstätte wurde gleichwohl ein Raub der Flammen. Die Überbleibsel zog die Feuerwehr auseinander, um die Glutnester ablöschen zu können. Der Einsatz mit 27 beteiligten Kräften, die mit vier Fahrzeugen ausgerückt waren, währte etwa eine Stunde.

Die Fundamente sind nach Einschätzung von Bernhard Wöbse noch zu gebrauchen. „Wir werden den Schuppen wieder aufbauen“, kündigte er an. Dafür benötige die „Rentnerbänd“ allerdings Fachwerk, und zwar möglichst zum Nulltarif. Wer Gefache spenden möchte, kann sich direkt an Bernhard Wöbse unter Telefon 04244/1816 wenden. Sobald das Baumaterial zur Verfügung steht, sollen die Aufbauarbeiten beginnen. Die „Rentnerbänd“ würde gegebenenfalls auch eine alte, nicht mehr benötigte Fachwerkscheune abbauen, um sie dann für ihre Zwecke „auszuschlachten“.

Zunächst aber müssen die Brandreste beseitigt werden. Wöbse nimmt an, dass die Polizei die Brandstätte bis Donnerstag kommender Woche freigegeben hat, so dass die „Rentnerbänd“ dann das Aufräumen in Angriff nehmen könnte.

Ein großes Ärgernis bleibt die Zerstörung der Holzlagerscheune für die Seniorengruppe allemal, denn sie hat viel ehrenamtliche Arbeit in das Gebäude investiert. „Da stecken zwischen 700 und 800 Stunden drin“, schätzte Wöbse.

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