RUZ Hollen erklärt Viertklässlern Erfordernisse zur Bremsung des Klimawandels

Die Erde hat „Fieber“

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Fasziniert begutachtet diese Gruppe aus Mädchen der 4d die Versuchsanordnung zur Photovoltaik.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Erzeugt die Sonne an jedem Punkt der Welt gleich viel Hitze? Was passiert mit der Wärmestrahlung? Verschluckt die Erde sie? Wird sie reflektiert? Warum hat die Atmosphäre „undichte Stellen“ in der Kohlendioxid-Schicht? Und was geschieht, wenn aufsteigendes CO2 diese „Löcher“ schließt? Stück für Stück näherte sich die 4d von Susanne Löpmeier gestern Morgen der Frage, weshalb der blaue Planet „Fieber“ hat, um dann in Experimenten zu erfahren, was die Menschheit dagegen unternehmen kann. Alle vier vierten Klassen der Grundschule Harpstedt durchlaufen nacheinander das Projekt „Klima und Energie“ des Regionalen Umweltbildungszentrums (RUZ) Hollen.

Die Biologin Edith Janßen vom RUZ-Lernort Hollen kam mit „Verstärkung“: Juliane Tammen und Maditha Kruse, die beide ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) durchlaufen, bewiesen pädagogische Qualitäten, vor denen sogar Klassenlehrerin Löpmeier ihren Hut zog.

Ein Poster mit der Erde, der Atmosphäre und der Sonne vervollständigten die Kinder mit Bildern von Sonnenstrahlen und Erzeugern klimaschädlicher Gase. Dabei offenbarte sich erstaunliches Vorwissen über die Erderwärmung und den Klimawandel. Einige Fakten überraschten die Klasse dann aber doch – etwa, dass wiederkäuende Kühe unter Einwirkung von Bakterien im Magen bei der Verdauung Methan freisetzen, dessen Treibhauswirkung fast 30-mal intensiver ist als die von CO2.

Im Praxisteil warteten Versuchsanordnungen auf die Schüler. Da gab es etwa eine angestrahlte Photovoltaikzelle, die einen kleinen Ventilator antrieb. Der „Propeller“ drehte sich in Abhängigkeit von der Ausrichtung zur künstlich nachempfundenen Sonne mal schnell und mal langsam. Ein Messgerät machte die Unterschiede in der Stromproduktion deutlich.

An anderer Stelle befanden sich unter zwei schwarzen Eimern eine LED und eine alte, herkömmliche Glühlampe. Welche von beiden den Strom primär in Wärme umsetzt, ließ sich unschwer „erfühlen“. Dass die LED die weit höhere Lichtausbeute erzielt, bewiesen unterdessen Messungen mit dem Luxmeter.

Was ein stinknormaler Fernseher im Standby-Betrieb schluckt, erstaunte die Viertklässler durchaus. Dass Windräder Bewegungs- in elektrische Energie umsetzen, veranschaulichten die RUZ-Expertinnen mit Hilfe eines Modells: Kräftiges Pusten ließ die Flügel rotieren – und schließlich eine LED leuchten. Eine weitere Forschungsstation widmete sich der Solarthermie: Ein Strahler, der wiederum die Sonne „ersetzte“, erwärmte in Reagenzgläser gefülltes Wasser. Fühler und Thermometer führten den Schülern den Temperaturanstieg in Messdaten vor Augen.

Das Erfordernis, im Interesse des Klimas Strom und Wärme zu sparen, blieb den Kindern ebenso wenig verborgen wie das Chancenpotenzial der regenerativen Energien zur Eindämmung der Erderwärmung. Der Spaß blieb dabei nicht auf der Strecke. „Unser kleines Wettrennen zwischen Strandsegler-Modellen, die zeigen sollen, dass im Wind Antriebsenergie steckt, ist immer der Clou“, verriet Edith Janßen schmunzelnd. Eine Windmaschine der „Marke Eigenbau“ hatte das RUZ dafür mitgebracht.

In Gruppen durchlief die Klasse die insgesamt sieben Stationen. In einem „Forscherheft“ notierte jeder Schüler die gemessenen Daten. Außerdem wollten verschiedene Fragen, teils in Multiple-Choice-Form gestellt, „geknackt“ werden. Die von den Kindern gegebenen Antworten ließen wiederum Rückschlüsse auf das Verständnis der Experimente zu.

Edith Janßens Erfahrung: Vieles von dem Gelernten bleibe im Gedächtnis haften. Es gebe Kinder, die noch Jahre später das nach und nach vervollständigte Poster zum „Fieber“ der Erde erklären könnten.

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