Gemeinde gegen Anbau

Hökermarkt steht Feuerwehrhaus im Weg

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Das Feuerwehrhaus in Colnrade genügt nicht mehr den Ansprüchen der Brandschützer.

Colnrade - Von Phillip Petzold. Zu eng, zu rutschig, nicht den Vorschriften entsprechend – beim Feuerwehrhaus Colnrade besteht Handlungsbedarf.

Da sind sich Verwaltung und Brandschützer einig. Die Samtgemeinde sieht die Möglichkeit für einen Anbau gegeben, doch der ginge zu Lasten des Dorfgemeinschaftsplatzes. Dagegen sträubt sich die Gemeinde. Am 23. Februar befasst sich der Feuerschutz- und Rettungswesenausschuss ab 19 Uhr im Hotel „Zur Wasserburg“ mit dem Thema.

Laut Samtgemeindeverwaltung besteht ein zusätzlicher Platzbedarf von 125 Quadratmetern, doch die Möglichkeiten, diesen Raum zu schaffen sind sehr begrenzt: An das Colnrader Feuerwehrhaus schließen sich das Schützenheim sowie das Dorfgemeinschaftshaus an. Zudem könne der unterirdisch in Richtung Neubaugebiet gelegene Schießstand nicht weiter überbaut werden. Einzig verbleibende Option: Das in südlicher Richtung gelegene Areal, auf dem der Hökermarkt veranstaltet wird und die Schützen ihre Feste feiern. „Wir müssten dann komplett umdisponieren“, so Colnrades Bürgermeisterin Anne Wilkens-Lindemann. Die Kommune will die Fläche daher nicht hergeben.

Auch für Colnrades Ortsbrandmeister Carsten Lüllmann ist ein Anbau keine gute Lösung: „Das wäre angeflanscht und zusammengeschustert.“ Doch die jetzige Situation sei nicht mehr tragbar. Der Platzmangel resultiere unter anderem aus einem immer umfangreicher werdenden Equipment, berichtet Löllmann. Dass das neue Löschfahrzeug größer ist als das alte habe damit nichts zu tun – es sei zwar 50 Zentimeter länger, doch genauso breit, wie sein Vorgänger. Problematischer seien die Absauganlagen, die die Laufwege behindern. Zudem sei die persönliche Schutzausrüstung der Brandkämpfer derzeit in der Fahrzeughalle untergebracht – laut Lüllmann ist das gar nicht zulässig.

Die Frauen und die Mitglieder der Jugendfeuerwehr müssten sich momentan in einem zwölf Quadratmeter großen Raum umziehen. Der ist dem Ortsbrandmeister zufolge „bis unter die Decke vollgestopft“. Außerdem sei der Fußboden im Feuerwehrhaus sehr rutschig und berge ein hohes Unfallrisiko.

Über den möglichen Neubau hat Lüllmann keine konkreten Vorstellungen: „Wir sind da offen. Hauptsache der Standort ist gut zu erreichen.“ Doch da liegt das Problem: Die Gemeinde Colnrade hat kein Grundstück im Angebot.

Für Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse macht ein Anbau nur nach Süden Sinn. „Aber der Dorfplatz ist der Gemeinde wichtiger“, so Wöbse. Beim Bau von Feuerwehrhäusern und Kindergärten sei es üblich, dass die Mitgliedsgemeinden das Grundstück zur Verfügung stellen und die Samtgemeinde darauf baut. Die Verwaltung habe mehrere Varianten geprüft und sei ebenfalls zu dem Schluss gekommen: Esgibt wenig Spielraum. Das Handlungsbedarf besteht, ist aber für Wöbse „unstrittig“.

In den Haushaltsentwurf für 2017 sind daher 50 000 Euro Planungskosten eingestellt. Damit macht die Verwaltung deutlich: „Da kommt noch mehr“. Es gelte, sich Schritt für Schritt mit dem Thema zu beschäftigen, so Wöbse.

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