Gäste der Mittelstands- und Wirtschaftsunion bei der Harries-Mühle

„Das höchste Gebäude im Umkreis“

In 37,6 Metern Höhe: Geschäftsführer Florian Harries (2.v.l.) präsentierte den Gästen seine Mühle. FOTO: Hühne

Groß Ippener – Zu Gast bei der Harries-Mühle in Groß Ippener ist am späten Dienstagnachmittag die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen gewesen, auch Vorstandsvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Oldenburg-Land. Zusammen mit MIT-Vorstandskollegen ließ sie sich von Geschäftsführer Florian Harries über aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen und betriebliche Zukunftspläne informieren. Dessen Urgroßvater Bernhard hatte 1912 den Grundstein für das Familienunternehmen gelegt – am Standort in Moordeich. 2015 begann die Errichtung der neuen Mühle und der Silos auf der „grünen Wiese“ im Gewerbegebiet Groß Ippener. Neu gebaut wurde angrenzend an eine bestehende Lagerhalle für Lebkuchen, in der es nicht wärmer wird als 22 Grad Celsius, verriet Betriebsleiter Stefan Hopmann.

Die Inbetriebnahme des modernen Schälmühlenwerks folgte 2017. „Hier bei uns in Groß Ippener steht das höchste Gebäude im Umkreis von zehn bis 15 Kilometern. 49,5 Meter misst der höchste Turm“, berichtete Hopmann. Mithilfe müllerischen Know-hows produziert das Unternehmen hochwertige Getreideflocken und andere Getreidenährmittel. „Wir generieren einen jährlichen Umsatz von rund 24 Millionen Euro und haben im vergangenen Jahr mehr als 70 000 Tonnen Getreide verarbeitet“, berichtete Harries – in erster Linie Hafer, Gerste, Roggen, Weizen, Dinkel, Emmer und Triticale. Die Anlieferung vollziehe sich zu rund 75 Prozent mit Getreideschiffen aus Skandinavien nach Bremen und dann weiter mit Lkw zur Mühle. Auf den Brexit blickte Harries gelassen. Nur ein kleiner Teil (etwa 3 000 Tonnen) geht in den Export in das Vereinigte Königreich.

„Die Gemeinde hat uns hier freie Hand gelassen“, sagte der Betriebsleiter. Augenzwinkernd ergänzte er: „Im Grunde könnten wir rund um die Uhr schreiend um das Gebäude rennen. Es würde niemanden stören.“

Anlass zu Klagen geben aus Sicht des Unternehmens allerdings Ausbildungsmarkt und Fachkräftemangel. Die Mühle habe aktuell 49 Mitarbeiter und neun Lehrlinge (fünf in der Mühle, zwei im Büro, zwei im Lager). Der Geschäftsführer betrachtet es als eine „unternehmerische Pflicht“ auszubilden. „Der wollen wir sehr gerne nachkommen“, sagte er. Allerdings sei es heutzutage ein riesiges Problem, geeignete Bewerber zu finden. Auch Frauen seien natürlich willkommen, aber erfahrungsgemäß oft nicht am Berufsbild Müller interessiert. In Zukunft wolle man neue Wege beschreiten. Sogar „Mitarbeiterwerbeprovisionen“ zieht Harries in Erwägung. Die Arbeitslosenquote unter ausgebildeten Müllern liege übrigens bei unter einem Prozent. Um die Belastbarkeit und Motivation vieler junger Leute könnte es nach Ansicht von Harries besser bestellt sein. Hopmann pflichtete bei: „Das beginnt damit, dass manche den Führerschein ewig vor sich herschieben.“

Harries blickte indes zuversichtlich in die Zukunft. Die Verarbeitungskapazität der Anlage solle auf 100 000 Tonnen pro Jahr ausgebaut werden, und für den vermehrten Getreideanbau im eigenen Land wolle das Unternehmen weiterhin werben. gh

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