Hobbyforscher im Geschichtsverein 

Viele Projekte wollen nun mit Leben gefüllt werden

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Als Fundbeispiel brachte der Hobbyarchäologe Paul Kolodziej diesen historischen Keramik-Bierdeckel mit. 

Harpstedt - Während der ersten Jahreshauptversammlung des noch jungen Geschichtsvereins für die Samtgemeinde Harpstedt am Dienstagabend im Hotel „Zur Wasserburg“ teilten der Vorsitzende Uwe Cordes sowie sein Stellvertreter Friedrich zur Hellen mit, der Verein sei noch nicht voll handlungsfähig. Die endgültige Anerkennung als „e.V.“ werde aber in Kürze erwartet. Der Vorstand stellte bereits eine lange Liste mit angedachten Projekten vor; dafür werden nun Interessierte gesucht, die sich einbringen und mitarbeiten möchten. Die Homepage des Vereins soll in Kürze fertiggestellt sein.

Im Anschluss an die Versammlung wurde ein alter Stummfilm gezeigt, der sich als Einstieg in ein Projekt zur Aufarbeitung und Darstellung aller Altertumsfunde in der Samtgemeinde Harpstedt eignet. Als denkbares Projektergebnis könnte ein Sammelband entstehen und publiziert werden. Ansprechpartner für die Grabungen in Wohlde im Jahr 1951, um die sich das besagte filmische Dokument dreht, ist Gert Weidenhöfer. Durch seine Nachforschungen wurde der Verbleib des Films geklärt, sodass dieser heute wieder zur Verfügung steht. Ungeklärt ist hingegen der Verbleib von zahlreichen seinerzeit ausgegrabenen Urnen, die angeblich ins Landesmuseum nach Hannover verbracht werden sollten. Der Frage, wo sie geblieben sind, soll ebenfalls als Teil eines Projektes nachgegangen werden. Gert Weidenhöfer und Prof. Karin Holm hatten außerdem ein Symposium des Geschichtsvereins zu dem Thema angeregt – mit Wissenschaftlern, die in dem Zusammenhang etwas über die Eisen- und Bronzezeit berichten könnten.

Weitere geplante Projekte des Vereins sind die Aufarbeitung der hiesigen Sonnensteine, die Beschäftigung mit der historisch-wirtschaftlichen Bedeutung der Schafzucht im Bereich der Samtgemeinde Harpstedt nach dem Dreißigjährigen Krieg und später sowie die Aufarbeitung der Unterlagen zur Enklave Harpstedt im Bereich der Gemeinde Ganderkesee.

Als Ansprechpartner für das Thema Schafzucht steht Cord-Hilmer Isern zur Verfügung. In gleicher Funktion kümmert sich der ehemalige Samtgemeindearchivpfleger Dr. Jürgen Ellwanger um ein Projekt rund um den Maler Wilhelm Jensen; Ziel ist unter anderem der Ankauf von Skizzen und Zeichnungen, die sich im Besitz der Familie Brinkmann aus Wunderburg befinden.

Ein weiteres Projekt könnte sich mit dem Beginn der Stromversorgung in den 1920er-Jahren beschäftigen. Dr. Herbert Bock interessiert sich unterdessen für die Reformation und den Schmalkaldischen Krieg im Raum Harpstedt. Friedrich zur Hellen aus dem Samtgemeindearchiv fungiert als Ansprechpartner für ein Projekt zur Geschichte der Munitionsanstalt (Muna Dünsen). Auch die Historie des Gaststättengewerbes und die Entwicklungen im Schulwesen sollen erarbeitet werden. Der Vorstand will sich zudem für die unveränderte Neuauflage des ersten Bands von Dirk Heiles „Chronik der Samtgemeinde Harpstedt“ engagieren, ergänzt um ein ausführliches neues Vorwort von Prof. Dr. Dr. Bernd Ulrich Hucker.

Um allgemein mehr Interesse und Bewusstsein für Geschichte zu wecken, soll Archäologie eingebunden werden. In Kooperation mit der Universität Vechta und dem Heimatbund zwischen Dehmse und Hunte ist die Erarbeitung geschichtlicher Suchspiele avisiert. Auch zwei Hobbyarchäologen, Uwe Märtens aus Oldenburg und Paul Kolodziej, engagieren sich für den Verein. Sie sind oft im Raum Harpstedt mit Metalldetektoren unterwegs. Sie arbeiten mit professionellen Archäologen zusammen. Als ein vor Kurzem entdecktes Fundbeispiel brachte Kolodziej einen alten Keramik-Bierdeckel mit der Aufschrift „Heinr. Bockhorst Harpstedt“ mit in die Versammlung. 

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