Hobbyausstellung bei „Rogge Dünsen“

Winterliches Angebot an einem frühlingshaften Tag

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Viel Aufmerksamkeit fand das Angebot an Handarbeiten und Kunsthandwerk. 

Dünsen - Von Jürgen Bohlken. Drinnen, im Saal des Hotels „Rogge Dünsen“, stimmten filigrane, stimmungsvoll beleuchtete Holzarbeiten in Kerzenform, Wollmützen und mehr bereits auf den Winter und Weihnachten ein. Draußen hingegen fühlte es sich fast so an, als stünde der Osterhase vor der Tür. Das frühlingshafte Wetter hielt die Freunde des Kunsthandwerks aber nicht vom Kommen ab, ganz im Gegenteil.

Schon eine Viertelstunde vor Öffnung der von Gisela Engl aus Delmenhorst und Heike Hollwedel aus Weyhe organisierten Hobbyausstellung sahen sich gestern die ersten Besucher an den Ständen der 24 Anbieter um. „Das Spektrum reicht von Holzskulpturen und Keramikarbeiten über Teddys, lebensechte Puppen und Seifen bis hin zu Häkelpatchwork und Schmuck. Am kommenden Sonntag, wiederum von 11 Uhr bis 17.45 Uhr, gibt es eine weitere Ausstellung, dann bei Opel Duchstein in Delmenhorst“, kündigte Gisela Engls Mann Bernd an.

Ein Kunsthandwerker-Ehepaar, das mit filigranen Bildern mit „3D-Effekt“ aufwartete, reiste ganz aus dem thüringischen Altenburg an. Es verband die Mitwirkung an der Ausstellung mit einem Kurzurlaub in Norddeutschland und wohnt für ein paar Tage bei der in Süstedt lebenden Tochter.

Gisela Engl, die mit dekorativen Tischdeckchen in Häkelpatchworktechnik die Aufmerksamkeit auf sich zog, kam mit Verstärkung. Ihre Schwester Inge Höltke bot Socken an. Schon seit der Schulzeit ist Engl passionierte Handarbeiterin. „Das war zwar damals gar nicht mal unbedingt mein Lieblingsfach, gehörte aber einfach dazu“, erinnerte sie sich. Magdalene Hammann aus Twistringen vertrieb sich, wenn gerade mal nicht so viel Betrieb herrschte, die Zeit mit Handarbeit. Sie strickte Socken und hatte dabei stets das Geschehen im Blick. Die vor ihr auf dem Tisch ausgebreiteten erdfarbenen und feuerroten Tonarbeiten, die das Auge des Betrachters erfreuten, darunter Vasen, Duftlampen, Kerzenständer und Deko-Kugeln, stammten allesamt von ihrem Mann. „Wenn ein Rohling fertig ist, wird er sogar zweimal bemalt und dann wieder gebrannt“, erläuterte die Twistringerin. Schon seit 1998 nimmt die 71-Jährige an Ausstellungen teil. Daher entdeckte sie bei Rogge viele vertraute Gesichter. „Wenn man so lange dabei ist wie ich, kennt man sich untereinander.“

Für ihre wintertauglichen Jacken, Ponchos, Westen, Pullover, Mützen und Schals „erwärmte“ Monika Dralle aus Schwarme viele Besucherinnen. „Ich stricke nach eigenen Entwürfen. Was Sie hier sehen, ist mir selbst eingefallen. Das ist das, was mich ausmacht und was mir auch Spaß macht“, betonte sie. Warum sie derart viel stricke? „Ich habe ja nichts Besseres zu tun“, erwiderte die Seniorin auf diese Frage. „Ich bin Rentnerin. Und Fernsehen ohne Handarbeit finde ich doof. Ich töpfere sonst viel in meiner Werkstatt. Aber dafür ist es mir jetzt doch zu kalt. Da sitze ich lieber auf dem Sofa, schalte den Fernseher an, gönne mir einen schönen Tee und greife zu den Stricknadeln. Oftmals habe ich fünf, sechs Stücke gleichzeitig in Arbeit.“ Auf Bestellung handarbeitet Monika Dralle allerdings nicht. „Dabei würde meine Kreativität auf der Strecke bleiben. Hinzu kommt: Ich möchte zu Hause keine Kunden haben“, so die Anbieterin. Sie gehe auf Märkte und in Ausstellungen. Die eigenen vier Wände aber müssten ihre Privatsphäre bleiben.

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