Von Hiobsbotschaften und Hoffnung

„Nachricht von verunglücktem Freund war wie ein Knall für mich“

Auch Thede Eichler tauchte im Vorstellungsvideo der Konfirmanden auf. „Mir hat das Treffen der Konfirmandengruppe in der Kirche sehr gut gefallen. Ich habe gelernt, dass Jesus seinen Mitmenschen Nächstenliebe näherbringen wollte“, äußerte er sich. Screenshot: Rottmann
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Auch Thede Eichler tauchte im Vorstellungsvideo der Konfirmanden auf. „Mir hat das Treffen der Konfirmandengruppe in der Kirche sehr gut gefallen. Ich habe gelernt, dass Jesus seinen Mitmenschen Nächstenliebe näherbringen wollte“, äußerte er sich. Screenshot: Rottmann

Harpstedt – Mit dem Trailer der „Tatort“-Krimireihe startete der jüngste Baustellengottesdienst in der Harpstedter Christuskirche. Das Fadenkreuz in diesem Vorspann-Klassiker zog die 37 „in Präsenz“ anwesenden Besucher gleich mitten rein ins Thema Hiobsbotschaft. Mit Mund-Nasen-Bedeckung und Mindestabstand verfolgten sie das moderne Format.

Ausgedacht hatte sich Ralf Corßen den Trailer als „Opener“. Er vertrat im Moderationsteam an der Seite von Pastor Timo Rucks den erkrankten Manfred Sander. „Die Kinderecke durften wir wieder öffnen. Die dazugehörige Betreuung darf es leider noch nicht geben“, bedauerte Rucks.

Auch auf den allseits beliebten „Kirchenkaffee“ musste verzichtet werden. An seine Stelle trat ein Online-Zoom-Meeting; beim letzten Lied wurden die Zugangsdaten auf der Leinwand eingeblendet. Jeder Livebesucher hatte die Möglichkeit, sich den Link via WhatsApp zuschicken zu lassen. „Wir haben Räume hergerichtet, um an kleinen Tischen einen Klönschnack bei einer virtuellen Tasse Kaffee zu halten“, erläuterte Rucks.

Wie umgehen mit schlechten Nachrichten?

Singen durften die Kirchgänger nicht, wohl aber die Livestream-Teilnehmer zu Hause. Als Interviewpartner im Gottesdienst konnte Rucks einen Berufskollegen i.R. gewinnen: Jörg Schafmeyer. Der Harpstedter, von Beruf Pastor, lebt seit Antritt seines Ruhestandes vor anderthalb Jahren wieder mit seiner Frau Ulrike in seinem Geburtsort. „Ich erinnere mich noch gut an eine Hiobsbotschaft im Alter von 15 Jahren: Ich kam von der Schule nach Hause und sah meine Mutter oben auf dem Balkon stehen. Sie weinte und rief immer wieder den Namen Reinhold. Es handelte sich dabei um meinen 16-jährigen Freund, der an dem Tag mit seinem Moped tödlich verunglückt war“, erzählte Schafmeyer und ergänzte: „Diese Nachricht war wie ein Knall für mich. Ich war unendlich traurig. Als Pastor habe ich später viele Leute in ähnlichen Situationen begleitet.“

In ihrer Predigt nahm Pastorin Hanna Rucks Bezug auf den biblischen Protagonisten Hiob, dessen Treue Gott mit schwerem Leiden prüft.

Wie umgehen mit Hiobsbotschaften, richtig schlechten Nachrichten, die sich ins Gedächtnis einbrennen? Die Menschen erlebten Momente in ihrem Leben, die sie fragen ließen: „Gott, warum tust du mir das an“? Sie dürften auch „mal wütend sein auf Gott, mal sagen: „Ich verstehe das nicht. Ich will das so nicht.“ Das gelte gleichermaßen für das persönliche Umfeld, unterstrich Hanna Rucks. Auch Freunde dürften solche Gefühle und Gedanken haben.

Vorstellung per Video

Hiob komme durch die Hiobsbotschaft in eine Krise mit Gott und seinen Freunden. Letztere zögen sich von ihm zurück. Er halte dagegen. Denn er wolle Respekt erhalten für sein Leiden, keine Distanz und Vorwürfe. Doch warum sei er ein Glaubensvorbild? „Trotz der Krise in seiner Beziehung zu Gott und seinen Freunden bleibt er an beiden dran. Er wendet sich nicht ab. Die Geschichte von Hiob soll uns Mut machen. Sie zeigt uns: Wenn wir dranbleiben, kommen wir in einen neuen Frieden, in eine neue Beziehung zu Gott und zu unseren Freunden“, sagte die Pastorin.

Die Baustellen-Band umrahmte den Gottesdienst musikalisch. Elke Schäfer, Ute Klitte und Ilka Major gaben ein Lied zum Besten. Die Gemeinde erblickte dann auf der Leinwand sich vorstellende Konfirmandinnen und Konfirmanden. Alle erzählten jeweils rund 15 Sekunden lang, was ihnen während der Konfirmandenzeit am besten gefallen hatte. „Geplant war ursprünglich gewesen, dass sich die Jugendlichen während eines Vorstellungsgottesdienstes persönlich vor die Gemeinde stellen. Pandemiebedingt war das aber nicht möglich. Umso mehr freue ich mich darüber, dass dieser kleine Zusammenschnitt so schön geworden ist“, urteilte Timo Rucks.

Der Link zum Mitschnitt:

youtube.com/watch?v=BRPhT091C0s&list=UUZhFTDnnCJtnQq8YnC8uWJQ&index=2

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