24 Bewohner sollen Ende April einziehen / Leiterin trifft Gemeinde-Frauenkreis

Himmelsthür-Gebäude ist fast fertig

Seit Ende 2017 wird an der Mullstraße in der Mitte Harpstedts gebaut – am 29. April soll das Gebäude bezugsfertig sein. Fotos: backhaus

Harpstedt – Die Dachterrasse ist schon zu erkennen: Das neue Wohnhaus der Diakonie Himmelsthür an der Mullstraße in Harpstedt ist fast fertig. Ende April sollen die ersten der insgesamt 24 Bewohner einziehen, erläutert Petra Hakemann, die Leiterin der Einrichtung. Am Montagnachmittag stellte sie das Wohnprojekt auf Einladung von Pastorin Elisabeth Saathoff dem Frauenkreis der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde vor.

Hakemanns zentrale Botschaft war dabei: Wer Fragen hat oder einfach neugierig ist, ist stets willkommen. „Klingeln sie einfach“, forderte sie die Frauen auf. Lockerheit ist Teil des Konzepts: Vieles im Haus soll am Anfang ausprobiert werden, etwa die Versorgung mit Essen oder die Wäsche. Für beides sorgen zunächst externe Anbieter. Das Ziel ist, den Bewohnern – allesamt Menschen mit hohem Assistenzbedarf – Schritt für Schritt Dinge wie Kochen oder Waschen näher zu bringen. Und auch das Leben in einer der fünf Wohngruppen muss erlernt werden. „Das wird im ersten halben Jahr ruckelig“, prognostizierte Hakemann – aber so sei das eben, wenn Menschen, die sich kaum kennen, auf einmal zusammenleben sollen. Hinzu kommt die breite Altersspanne zwischen 19 und 67 Jahren. Nicht alle Bewohner kommen aus der Wildeshauser Einrichtung, einige ziehen auch von zu Hause aus nach Harpstedt.

Im Haus an der Mullstraße gibt es neben fünf Wohngemeinschaften auch zwei Einzelapartments für eigenständigere Bewohner. Hinzu kommt ein geschlossener Bereich für jene, die nicht ohne Assistenz nach draußen gehen können. Da alle 24 Bewohner tagsüber entweder bei der Arbeit oder in der Tagesförderstätte sind, sind die fünf Mitarbeiter vor allem morgens und nachmittags gefordert. Einer von ihnen ist für die Nachtbereitschaft zuständig, Leiterin Hakemann ergänzt das Team.

Für den Alltag im Haus haben sie und ihre Kollegen sich vieles einfallen lassen: „Wir haben uns vorgenommen, ganz bedarfsgerecht auf die Menschen einzugehen“, sagte Hakemann. Das bedeutet zum Beispiel, dass eine Bewohnerin einen Lichtwecker zum entspannten Aufstehen bekommt. Ein Entspannungsraum mit Wasserbett und ein barrierefreies Pflegebad sollen körperliche Beschwerden wie Spastiken lindern. Konflikte durch Vorausschau vermeiden, Hilfe dort anbieten, wo sie gebraucht wird, das ist das Konzept, das sich auch in der Gestaltung des Hauses niederschlägt. Die Lichtschalter für die Badezimmer sind innen, damit niemand von außen ärgern kann. Und der Zugang zu fremden Zimmern ist durch ein Chipsystem von vornherein ausgeschlossen – gut für die, die ein „gestörtes Verhältnis zu fremdem Eigentum“ haben, sagte Hakemann.

Wie das Wohnprojekt in der Gemeinde ankommen will, fragte eine Zuhörerin. Auch dafür hat Hakemann bereits Ideen: Manche der Bewohner liebten es, zu schwimmen, andere wollten gern singen oder das Reiten lernen. „Sie werden uns überall treffen, denn wir wollen ein Teil der Gemeinde sein“, sagte Hakemann. Pastorin Saathoff hat bereits in Wildeshausen Erfahrungen mit Himmelsthür-Bewohnern gesammelt und freut sich, sie bald auch in Harpstedt begrüßen zu können. Die Einweihungsfeier ist für Freitag, 26. April, geplant. Die ersten Bewohner sollen am Montag darauf, 29. April, einziehen.

Helfer gesucht

Wer Lust hat, in der Einrichtung ehrenamtlich ein Freizeitangebot zu gestalten oder im Rahmen eines Minijobs zu helfen, kann sich bei Petra Hakemann unter Tel. 0152/28819818 oder per E-Mail an petra.hakemann@dh-hi.de melden.

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