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Hilfskonvoi soll am 25. März aus Harpstedt gen Ukraine starten

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Von: Anja Rottmann

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Sie bemühen sich um Sachspenden: Melanie und Olaf van Ellen mit der Sammelliste.
Sie bemühen sich um Sachspenden: Melanie und Olaf van Ellen mit der Sammelliste. © Rottmann

Handtücher, Kerzen, Zündhölzer und noch viel mehr: In Harpstedt werden Hilfsartikel für ukrainische Flüchtlinge in Polen gesammelt.

Harpstedt – Seit über zwei Wochen ist in Europa nichts mehr so, wie es war: Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine erschüttert die Menschen überall auf der Welt. Vor diesem Hintergrund möchte die Budo-Sportakademie Harpstedt in dieser schwierigen Zeit Unterstützung anbieten – ganz nach dem Motto: „Nur gemeinsam kann man etwas bewirken“. Akademie-Betreiber Olaf van Ellen und seine Frau Melanie haben eine Sammelaktion organisiert und die Mitglieder der Sportschule einbezogen.

Der Rücklauf war überwältigend. Der redensartliche Stein ist ins Rollen gekommen. Doch mit dem Sammeln allein ist es nicht getan. Die Spenden sollen schließlich den Bedürftigen direkt vor Ort zur Verfügung stehen. Melanie van Ellen telefonierte herum und schrieb Vereine, Organisationen sowie einzelne Personen an. Spontan erhielt sie den Hinweis, dass der Verein „Die Büdelredder – Umweltschutz durch Lebensmittel“ aus Martfeld ebenfalls Spenden sammele und mit mehreren Lastwagen direkt an die ukrainische Grenze fahre. Das Telefonat zwischen ihr und Manuel Weispfennig, Mitbegründer der „Büdelredder“, sei mehr als positiv gewesen, sagt sie.

Kooperation mit Verein aus Martfeld

Nach einem kurzen Austausch stand für sie und ihren Mann als Inhaber der Budo-Sportakademie fest: „Hier sind wir an der richtigen Adresse.“ Die Unterstützung seitens der Mitglieder war enorm. Einige erklärten sich bereit, Pakete mit anzunehmen, oder übersetzten die Sammelzettel. Andere werden die Pakete neu verpacken und die Lkw beladen. „Dabei kommt es nicht auf die Menge oder den Wert an. Wir sammeln nur Sachen, von denen wir auf Grundlage von Mitteilungen wissen, dass dafür ein großer Bedarf besteht. Kleidung wird zum Beispiel aktuell nicht benötigt“, sagt Melanie van Ellen.

Eine Liste in ukrainischer, polnischer und deutscher Sprache ist erstellt worden. Darauf stehen die Dinge, die wirklich dringend vor Ort benötigt werden. Die Organisatoren bitten darum, die Hilfsgüter – nach Produktgruppen sortiert – in feste Kartons zu packen. Das Gewicht soll 15 Kilogramm nicht überschreiten. Die Kartons müssen beschriftet sein; dafür empfiehlt sich die Verwendung einer Formatvorlage, die von der Facebookseite der Budo-Sportakademie heruntergeladen werden kann. Diejenigen, denen dieser Zettel nicht zur Verfügung steht, können den Inhalt ihrer Pakete mit einem Edding auf den Karton notieren. Es ist nicht nötig, die genaue Menge aufzuschreiben – ein Kreuz bei dem jeweiligen Produkt reicht aus.

Eine erste Fahrt der „Büdelredder“ startete schon Anfang März mit einem Konvoi aus zwei 40-Tonnern, einem 7,5-Tonner sowie einem Fahrzeug mit Anhänger zum polnischen Auffanglager „Korczowa“. Geflüchtete aus der Ukraine, die sich bereits dort eingefunden haben, werden als Erstes medizinisch versorgt. Von dem Auffanglager aus werden die Spenden weiterverteilt und gelangen mittels Kontaktperson in der Ukraine dorthin, wo dringender Bedarf besteht.

Fast 2 500 Kilometer in drei Tagen „abgerissen“

Am 6. März kehrten alle drei Fahrer wohlbehalten wieder zurück. In drei Tagen hatten sie knapp 2 500 Kilometer zurückgelegt. Nicht nur diese Fahrt wurde von mehreren Unterstützern gesponsert; auch mit Blick auf die folgende der Budo-Sportakademie steht die Zusage bereits fest – sowohl für die Fahrzeuge als auch die Spritkosten. Nachdem (neben den Mitgliedern der Sportschule) befreundete Familien wiederholt angefragt hatten, ob sie helfen könnten, entschied sich das Team, nicht mehr nur „intern“ zu sammeln. Die Spenden-Annahmezeiten wurden um einen Sonnabend (19. März) ergänzt. Die Pakete kommen zunächst in ein Zwischenlager.

Der Transport an die ukrainische Grenze ist für den 25. März geplant. Dafür stehen mehrere Lastwagen bereit. Die Sportschule selbst sammelt bis zum 21. März. Besonders freut es die Organisatoren, dass die „Kräuterwiese Pferdefutter“ die Aktion mit Lagerkapazitäten unterstützt. Auch eine Apotheke in Wildeshausen bot ihre Hilfe an. „Sie hat Spendern einen Nachlass von zehn Prozent auf Medikamente gewährt“, freut sich Olaf van Ellen. Seine Frau und er versprechen den Spendern: „Alle gesammelten Dinge kommen eins zu eins an.“

Die Zeiten für die Sachspendenabgabe am Amtmannsweg 28–30 in Harpstedt: montags und mittwochs von 15 bis 18 Uhr, donnerstags von 18 bis 19 Uhr sowie am Sonnabend, 19. März, von 10 bis 17 Uhr. Nähere Auskünfte unter Telefon 0178/263 55 36.

Weitere Infos: facebook.com/Budo-Sportakademie-Harpstedt-110623920272656

Was gebraucht wird:

Folgende Gegenstände werden benötigt: Handtücher, Kerzen, Zündhölzer, Hygieneartikel wie Seife, Duschgel, Shampoo, Zahnpasta und Zahnbürsten, Binden und Tampons, Windeln und Babyfeuchttücher, Babynahrung und Milchpulver, Lebensmittel mit einer Haltbarkeit von mindestens sechs Monaten wie Nudeln und Reis, Konserven mit Lasche, Instantsuppen, Teebeutel, Instantkaffee, Schokolade, Energie-/Müsliriegel, Taschenlampen, Papiertaschentücher, Verbandskästen (auch abgelaufene werden angenommen), Heil- und Wundsalben, rezeptfreie Arzneimittel gegen Schmerzen (Ibuprofen, Paracetamol etc.), Pflaster und Verbandsmaterial.

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