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Hilfsbereitschaft kennt keine Grenzen

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Vor dem Verladen: Melanie van Ellen, Denis Pitkowski, Arne Lammers, Connor Göbber, Olaf van Ellen und Wolfgang Wehrhahn (v.l.).
Vor dem Verladen: Melanie van Ellen, Denis Pitkowski, Arne Lammers, Connor Göbber, Olaf van Ellen und Wolfgang Wehrhahn (v.l.). © Rottmann

Harpstedt – Die von der Kreiszeitung und der Wildeshauser Zeitung vor gut einer Woche an die Öffentlichkeit getragene Bitte der Budo-Sportakademie Harpstedt um Sachspenden für Notleidende in der Ukraine hat Unterstütung in ungeahnter Dynamik ausgelöst. Akademiebetreiber Olaf van Ellen und seine Frau Melanie zeigten sich gleichermaßen gerührt und überwältigt ob des Ausmaßes der Hilfsbereitschaft.

„Es macht uns sprachlos, wie selbstlos Päckchen und Pakete bei uns abgegeben wurden. Ob Pflegeartikel und Nahrung für Babys, Lebensmittel oder Hygieneprodukte – für alle ist etwas dabei“, freute sich das Ehepaar über die riesige Resonanz auf den Appell.

An vier Tagen hatten Spendenwillige ihre Kartons am Amtmannsweg in Harpstedt abgeben können. Der Sonnabend stach wegen des besonders großen Zulaufs hervor. Etliche Helfer kümmerten sich fortwährend darum, viele der Kartons umzupacken und den Inhalt nach Kategorien zu sortieren. Dazu gehörten neben Olaf van Ellen und seiner Frau Melanie auch Denis Pitkowski, Arne Lammers und Connor Göbber aus dem Trainer-Team. Am Sonnabend ebenfalls aktiv involviert: Katja Bruns, Hannes Schumacher und Wolfgang Wehrhahn sowie die Familie Deutschmann.

Ich habe früher sehr gern Tetris gespielt. Meine Eltern fanden‘s zwar nicht so toll, aber das kommt mir jetzt beim Packen zugute.

Denis Pitkowski

Manuel Weispfennig aus Dünsen, Mitbegründer der „Büdelredder“, stellte am Morgen seinen großen Anhänger neben der Budo-Sportakademie ab. Ab 16 Uhr fand dann Karton für Karton seinen Weg hinein. „Ich habe früher sehr gern Tetris gespielt. Meine Eltern fanden‘s zwar nicht so toll, aber das kommt mir jetzt beim Packen zugute“, sagte Denis Pitkowski, der sich als Packgenie entpuppte, schmunzelnd. Jede Lücke wurde genutzt, um den Hänger optimal zu befüllen. Als der bis zum Anschlag voll war, kam Olaf van Ellens etwas kleineres Exemplar zum Einsatz.

Tanja Weisschmidt aus Weyhe packte an der Seite ihrer Töchter Julia und Sophia, die beide den Jiu-Jitsu-Gruppen der Budo-Sportakademie Harpstedt angehören, ebenfalls tatkräftig mit an. Sie arbeitet bei der Lebenshilfe in Syke, die „zeitnah mit Firmenwagen behinderte Menschen von der Grenze zur Ukraine abholen und in einem Wohnheim in Weyhe unterbringen“ werde. „Ich habe durch meine Arbeit so viele traumatisierte Kinder und Frauen gesehen. Und nun all die traurigen Gesichter mit leeren Augen. Das ist einfach furchtbar“, zeigte sich Weisschmidt zutiefst betroffen über das unfassbare Leid, das Putins Angriffskrieg jeden Tag verursacht. Aktuell würden Waisenkinder aus der Ukraine im Gemeindehaus in Sudweyhe untergebracht. „Ganz Weyhe“ sei auf den Beinen gewesen, „um Spenden für sie dort abzugeben.“

Insgesamt 555 Euro habe ich erhalten. Davon konnte ich einen gebrauchten Generator für 100 Euro erstehen, der sich ebenfalls mit auf den Weg macht. Der Rest wird in Benzin investiert.

Olaf van Ellen

Zurück in die Samtgemeinde Harpstedt: Rund 500 Kartons in allen erdenklichen Größen und Gewichtsklassen sind in Dünsen bei Weispfennig im Vorfeld des nächsten Hilfstransportes der „Büdelredder“ zwischengelagert worden. Morgen, Mittwoch, werden alle in einen 40-Tonner umgeladen; ist der voll, stehen weitere Laster zur Verfügung.

Nächster Hilfsgütertransport steht bevor

Manuel Weispfennig war seit der ersten Tour gen Osten Anfang März nicht untätig; von weiteren Kontaktstellen holte er ebenfalls „Sammelgut“ ab. Am Morgen des 25. März machen sich mehrere Fahrer der „Büdelredder“ nun abermals auf den Weg. Ihr Ziel: das polnische Auffanglager Korczowa nahe der ukrainischen Grenze. Dort wird je nach Bedarf ein Teil der Hilfsgüter für die medizinische Versorgung vor Ort abgezweigt; der große Rest gelangt über eine Kontaktperson direkt in die Ukraine. „Alles kommt eins zu eins dort an, wo es am dringendsten benötigt wird“, versichern die „Büdelredder“.

Ich habe durch meine Arbeit so viele traumatisierte Kinder und Frauen gesehen. Und nun all die traurigen Gesichter mit leeren Augen. Das ist einfach furchtbar.

Tanja Weisschmidt

Auch von eingegangenen Bargeldspenden berichtete Olaf van Ellen. „Insgesamt 555 Euro habe ich erhalten. Davon konnte ich einen gebrauchten Generator für 100 Euro erstehen, der sich ebenfalls mit auf den Weg macht. Der Rest wird in Benzin investiert“, kündigte der Betreiber der Budo-Sportakademie Harpstedt an. aro

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