Samtgemeindebürgermeister ist Pflegekraft für einen Tag

Herwig Wöbse hospitiert im DRK-Seniorenzentrum Harpstedt

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Pflege (Symbolbild)

Harpstedt - Früh aus den Federn muss Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse am Freitag. Er tauscht sozusagen für einen Tag den Schreibtisch gegen das Patientenzimmer: Um 6.15 Uhr beginnt sein Dienst im DRK-Seniorenzentrum Harpstedt, wo der Hauptverwaltungsbeamte in der Pflege hospitiert.

Was genau er machen müsse? „Alles“, erwidert Einrichtungsleiterin Hellen Müller lächelnd und wird sodann etwas konkreter: „Vom Anreichen des Essens bis hin zum Assistieren beim Wechseln eines Verbandes.“ Welcher Aufwand „an der Pflegedokumentation hängt“, solle der Samtgemeindebürgermeister ebenfalls vor Augen geführt bekommen.

Berufsausbildung ist nicht zwingend schlechter als ein Studium

„Zudem fährt er mit einer Kraft der Gemeindeschwesternstation zu drei Klienten, um die ambulante Pflege kennenzulernen und mitzuhelfen. Mit dabei sein wird eine angehende Altenpflegerin, die das zweite Lehrjahr durchläuft. Bei uns im Haus begleitet hingegen eine Auszubildende, die im dritten Lehrjahr ist, Herrn Wöbse“, erläutert Hellen Müller. Nicht von ungefähr: Das Praktikum läuft im Rahmen der Aktion „Daumen hoch für die Ausbildung“ der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Landkreis Oldenburg (WLO). 

Die Kampagne zielt darauf, mithilfe prominenter Praktikanten Lehrberufe mit den damit verbundenen Chancen ins rechte Licht zu rücken, um diese für junge Menschen wieder attraktiver zu machen. Die Aktion basiert auf der Überzeugung, dass eine Berufsausbildung keineswegs schlechter als ein Studium sein muss, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Sie ist durchaus im Zusammenhang mit Problemen von Arbeitgebern zu sehen, offene Lehrstellen besetzt zu bekommen. Gerade Pflegeberufe wie Altenpfleger/-in oder Gesundheits- und Krankenpfleger/-in stehen in der Gunst vieler Schulabsolventen nicht sehr weit oben.

Über Herwig Wöbses Praktikum will übrigens ein Team einen Beitrag für den lokalen Sender „Oldenburg eins“ (oeins) drehen, der nach Kenntnis von Hellen Müller online gestellt wird. Unsere Zeitung kommt auf die Erfahrungen des „Hospitanten Wöbse“ zurück.

boh

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