Von Oldtimer-Schau zum Schaukochen

Herbstmarkt mit neuen Akzenten

Der gute Besuch gestern entschädigte die Schausteller für zwei schwache vorangegangene Tage.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken· Ganz neue Akzente setzten Gewerbetreibende am gestrigen verkaufsoffenen Herbstmarkt-Sonntag in Harpstedt. Bei „Elektro Linke“ durfte die Klientel Kaffeebohnen selbst rösten. Vorm „kleinen Weinladen“ bereitete Koch Frank Geerken Zwiebelkuchen sowie ein delikates Gericht mit selbst gemachten und gefüllten Tortellini zu und ließ die Schaulustigen zum Nulltarif davon kosten. Gleich in einem Dutzend Betrieben sollten Besucher schätzen, was das Zeug hält – von der Zahl der Korken in einem Hut bis hin zur Länge eines 36-er Films bei „Photogen“. Als Preise für die besten „Tipper“ vergibt die Aktive Werbegemeinschaft Einkaufsgutscheine.

Selbst das gewohnte Bild auf dem Marktplatz unterschied sich durch einige Farbtupfer vom „Rummel“ vergangener Jahre. In das kleine Dorf aus Buden, Karussells und Schiffschaukel hatte sich „Uwe‘s Café“ mit einer Holzhütte gemischt. „Wir bieten Zwiebelkuchen, Kaffee und Kuchen an. Ja, sogar auch Glühwein, der bei diesem Wetter übrigens gut weggeht. Nächstes Jahr kommen wir wieder“, kündigte Uwe Geppert an. Vor der „Troika“-Raupenbahn verweilten Marktbummler auf Bänken an Tischen – die Sitzgelegenheiten zählten ebenfalls zu den Neuerungen.

Trubel herrschte derweil auf der unteren Freistraße. Motorisierte „Schätzchen“ buhlten um Aufmerksamkeit. Horst Strangmanns Messerschmitt Tiger aus den späten 50-ern zählte zu den am häufigsten bestaunten Oldtimern. „Ein Zweieinhalbsitzer. Vattern ans Lenkrad, Muttern und Kind auf die Rückbank – so sind die Leute früher mit diesem Auto in den Urlaub gefahren“, erzählte der Kirchseelter.

„Eine alte Dame darf ja auch Falten haben“, entschuldigte Annette Wessels aus Heiligenloh das nicht mehr ganz taufrische Aussehen ihrer „Phänomen“ mit 98 Kubikzentimetern Hubraum. Intakt aber sei das Motorrad von 1938 noch: „Wir sind ja damit hierher gefahren. Die Maschine ist ein Erbstück, das mein Opa einst für seinen Sohn gekauft hat. Mein Mann und ich haben sie flott gemacht.“ Bei Sonnenschein wäre der hervorragend gepflegte Fiat 500, mit dem Leonie Brand die Oldtimerschau bereicherte, noch besser zur Geltung gekommen. Die Dötlingerin stellte das kurioseste Ausstellungsstück, denn im Schlepp hatte ihr „Oldie“ einen Anhänger, der aus dem Heckteil eines „zersägten“ Fiat 500 bestand. Mit knapp 20 alten Traktoren reihte sich der Landmaschinenclub „Weiße Riede“ ein. Gegen die Faszination der Klassiker konnten selbst die von Autohäusern auf der Langen Straße ausgestellten Neuwagen nicht anstinken. Die Große Eßmerstraße war – zwischen Frei- und Burgstraße – in die „Flaniermeile“ einbezogen worden. Dort hätten sich den Flohmarktbeschickern durchaus noch ein paar hinzugesellen dürfen, urteilte Thomas Ehlting an seinem Stand. „Dann hätten die Leute noch mehr zum Gucken gehabt.“ Ehltings Tochter Lea konnte indes nicht klagen: In zwei Stunden habe sie rund 50 Euro eingenommen.

Der gestrige gute Besuch entschädigte die Schausteller auf dem Marktplatz für zwei vorangegangene – sehr schwache – Jahrmarkttage. Selbst am Samstagabend hatte kaum Betrieb geherrscht, mal abgesehen von

Jugendlichen, die in der „Troika“ ihre Runden drehten. Bei fast schon winterlicher Kälte zogen viele Bürger offenbar das kuschelige Wohnzimmer dem Bierstand im Freien vor.

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