Alfken-Hof in Groß Köhren steht vor einer alles andere als normalen Erntesaison

Helfer reichen wohl für den ersten Spargel

Vor einer Spargelernte mit sehr großen Herausforderungen stehen Sonja und Christopher Alfken. Archivfoto: Bohlken

Groß Köhren - Von Jürgen Bohlken. Sonja und Christopher Alfken ahnen: Die kommende Ernte birgt angesichts der Coronakrise so noch nicht gekannte Herausforderungen in sich. Viele Landwirte fürchten, keine Erntehelfer aus Osteuropa zu bekommen. Dieses Problem hat der Alfken-Hof in Groß Köhren zumindest mit Blick auf das Stechen des ersten Spargels in den Griff gekriegt.

„Wir geben gerade leichte Entwarnung. Am Mittwoch sind zwei Erntehelfer angereist. Wir hatten schon vier im Betrieb. Bis zum Wochenende sollen weitere sechs kommen. Wenn das klappt, sind wir wohl so aufgestellt, dass wir zumindest bis Mitte oder Ende April die Ernte irgendwie bewältigen können“, so Sonja Alfken auf Nachfrage unserer Zeitung.

Wenn aber dann die zu stechenden Spargelmengen zunehmen und bei der Ernte die Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren dazukommen, werde die Frage, ob die verfügbaren Kräfte ausreichen, richtig spannend, glaubt sie.

Ein Problem für viele Landwirte sei es derzeit vor allem, Erntehelfer aus Rumänien zu bekommen, „weil dort rundherum die Grenzen zugemacht“ worden seien. „Unser Vorteil ist, dass wir eine gemischte Truppe haben. Bei den Leuten, die wir aus Rumänen und Litauen erwarten, ist es momentan sehr schwierig. Die polnischen Erntehelfer können hingegen kommen, wenn auch diesmal mit Privatwagen und etwas umständlicher als gewohnt. Vielleicht müssen wir sie sogar von der Grenze abholen. Normalerweise reisen sie in Kleinbussen an. Die polnischen Busunternehmen können sie aber jetzt nicht befördern. Denn die Fahrer müssten, wenn sie die Erntehelfer zurück in die Heimat brächten, für zwei Wochen in Quarantäne“, berichtet Sonja Alfken.

Momentan geht die 33-jährige Gartenbauingenieurin davon aus, dass der erste Spargel aus eigener Ernte Ende kommender Woche in ihrem Privathaushalt auf den Tisch kommt. Der Hofladen werde das Edelgemüse dann nach Lage der Dinge wohl ab Anfang kommenden Monats anbieten können. Für die rund 30 Verkaufshütten in der Umgebung erhofft sich Sonja Alfken, dass „wir alle öffnen können“. Jedenfalls habe sie bislang nichts Gegenteiliges vernommen.

Die Corona-Pandemie erfordere auch im Verkauf besondere Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen. Beispielsweise müssten die Kunden auf einzuhaltende Sicherheitsabstände hingewiesen werden. „Sie dürfen nicht zu eng in der Schlange stehen. Wir versuchen zudem, überall die Möglichkeit bargeldloser Zahlungen mit EC-Karte zu schaffen. Ob das klappt, kann ich aber derzeit noch nicht sagen“, räumt Sonja Alfken ein.

Die einreisenden Erntehelfer würden an den Grenzen untersucht. Wenn sie angekommen seien, bekämen sie auf dem Alfken-Hof ihre Quartiere. „Sie werden bei uns komplett mit Essen versorgt. Sie fahren nicht etwa zum Einkaufen, sondern verbleiben die ganze Zeit auf dem Hof. Das ist ein komplett autarkes System. Wir gehen so sensibel wie möglich mit dem Thema Corona-Infektionsgefahr um. Wir haben alle Hygienemaßnahmen hochgeschraubt. Das schließt genügend Spender zum Desinfizieren und Möglichkeiten zum Waschen der Hände ein. Auch auf den Feldern werden Toiletten mit Handwaschbecken stehen. Wir versuchen zudem, zunächst unsere Zwei- und Dreibettzimmer mit nur je einer Person zu belegen. Wir brauchen ja zu Beginn der Ernte noch nicht so viele Leute.“

Dass die Erntehelfer untereinander in Kontakt kommen, werde sich gleichwohl gewiss nicht komplett verhindern lassen. Dieses Problem wiege allerdings auf anderen, deutlich größeren Höfen noch weit schwerer.

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