Plattdütscher Schwank der Freiwilligen Feuerwehr Beckeln feiert Premiere

Heiratsswindeleien und besuppene Herren

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Heimlichkeiten im Hause Struwe. ·

Beckeln - Von Alina Meyerdierks. Wenn sich plattdütscher Snack und schauspielerisches Können die Hand reichen, ist das ein Zeichen dafür, dass kreative Mitglieder der örtlichen Feuerwehr einen neuen Schwank einstudiert haben. Diesmal fiel die Wahl der Beckelner Theatergruppe um Organisator Werner Bahrs auf den Vierakter „Heiratsswindel“ aus der Feder von Günter Handke und Edgar Bessen.

Letzterer ist unter anderem aus Tatortauftritten und Engagements am Hamburger Ohnsorg Theater bekannt. Der restlos ausverkaufte Festsaal im Gasthaus Beneking wurde am Samstagabend zum Schauplatz für eine kuriose Geschichte, die bei den Zuschauern für jede Menge Gelächter sorgte.

Im Zentrum des Geschehens steht die verwitwete Hofbesitzerin Klara Struwe (gespielt von Anke Freese), die mit ihrer Tochter Fiete (Sarah Otte) – der „flotten Deern“ – die Geschicke des Hofes lenkt und sich dabei von Knecht Hannes (Hendrik Wolle) unter die Arme greifen lässt. Zumindest mehr oder weniger, denn der gute Hannes ist dafür bekannt, „dass er die Arbeit och nich erfunden hett“. Ganz ähnlich wie der bequeme Opa Struwe (Manfred Sander), der seine Schwiegertochter zwar gerne in Bewegung sieht, selber aber über eine eher verminderte Eigendynamik verfügt.

Das Idyll löst sich schlagartig in Luft auf, als Hermine Jensen (Julia Wehrenberg), die Frau des Großbauers Gottlieb Jensen (Lars Sanders), mit einer Hiobsbotschaft um die Ecke kommt: So hat sie von den kriminellen Machenschaften eines „Heiratsswindlers“ erfahren, der in der Gegend sein Unwesen treiben soll, und fürchtet nun um ihre Freundin Klara, die als stattliche Frau Bekanntheitsgrad genießt. Klara jedoch sieht sich nicht im Entferntesten als potenzielles Opfer des Herzensbrechers, von dem man weiß, dass er einen auffälligen Siegelring am lütten Finger trägt.

Ihre Selbstsicherheit verliert die resolute Hofbesitzerin jedoch schon bald, als unverhoffter Besuch im Hause der Struwes aufwartet und sich unter fadenscheinigen Ausreden auf dem Hof einnistet. Otto Lehmkuhl (Frank Bollhorst), ein alter Schulfreund Opa Struwes, der neuerdings Vertreter für besondere Melkmaschinen ist, kommt den beiden Damen sofort suspekt vor. An einem solchen Generalverdacht würde sich Opa Struwe niemals beteiligen, wie er mehrfach im Suff betont. Und so stört es ihn auch nicht, dass Hermine und Klara ihm seit der Ankunft des Schulfreundes mehrfach raten, „weniger zu suppen“.

Und als wären das nicht schon genug Probleme, gibt es da noch die personifizierte Großbaustelle Christian Jensen (Jann Lüllmann). Er ist zwar bis über beide Ohren in die „flotte Fiete“ verschossen, doch kann er den Worten seiner Mutter Hermine zufolge „nicht so recht mit de Deerns umgein“. Die Schüchternheit ist schuld – nicht verzagen Opa Struwe, denkt sich selbiger und nötigt dem unbeholfenen Christian seine Hilfe förmlich auf.

Dass somit alles in einem heillosen Durcheinander endet und Opa Struwe die Kontrolle über den Plan verliert, bereitete dem Publikum einen humoristischen Hochgenuss. Eben jener erhielt seine Prägung besonders durch das Agieren eines außerordentlich authentisch spielenden Manfred Sander und eines sehr wandelbaren Jann Lüllmann.

Wer nun neugierig geworden ist und sich vom Mysterium um den „Heiratswindler“ und der damit verbundenen schauspielerischen Leistung der Aktiven selbst überzeugen möchte, der bekommt dazu noch mehrfach Gelegenheit. Die Gruppe unter der Regie von Werner und Karin Bahrs tritt in Beckeln nochmals auf: am Sonnabend, 8. Februar, um 19.30 Uhr; am Sonntag, 9. Februar, um 15 Uhr ; und am Sonntag, 23. Februar, um 13 Uhr zu vorangegangenem Schnitzelbüfett. Anmeldungen werden unter Telefon 04244/2292 entgegen genommen.

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