Einvernehmen auf ganzer Linie

Heiner Thöle bleibt Bürgermeister in Beckeln

Der neue Rat der Gemeinde Beckeln hat sich am Dienstagabend im Beckelner Dorfgemeinschaftshaus konstituiert. Von links: André Gerke, Malte Sander, Pascal Wittenberg, Heiner Thöle, Günter Wöbse, Jürgen Evers, Frank Zawodny, Devon Drzimalla und Simone Behnken.
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Der neue Rat der Gemeinde Beckeln hat sich am Dienstagabend im Beckelner Dorfgemeinschaftshaus konstituiert. Von links: André Gerke, Malte Sander, Pascal Wittenberg, Heiner Thöle, Günter Wöbse, Jürgen Evers, Frank Zawodny, Devon Drzimalla und Simone Behnken.

Beckeln – Der neue Rat der Gemeinde Beckeln kommt – wie der alte – ohne Fraktionen, Verwaltungsausschuss, Fachausschüsse und Gemeindedirektor aus. Repräsentativen Pflichten und administrative Aufgaben bleiben in den Händen des Bürgermeisters, und der heißt weiterhin Heiner Thöle.

Harmonie und Einvernehmen auf ganzer Linie bestimmten am Dienstagabend den Verlauf der konstituierenden Sitzung. Nur die Kälte im Beckelner Dorfgemeinschaftshaus wollte nicht zu der kein bisschen unterkühlten Stimmung passen.

Ratsneuling wird zweiter Stellvertreter

Die Wahlen vollzog der Rat in offener Abstimmung, wobei es jeweils nur einen Wahlvorschlag gab. Ergebnis: Als erster (bislang zweiter) Stellvertreter steht in den kommenden fünf Jahren Frank Zawodny aus Klein Köhren dem Bürgermeister zur Seite. Der im Amt bestätigte Heiner Thöle wohnt in Beckeln und sein neuer zweiter Stellvertreter Malte Sander, der neben Simone Behnken, Pascal Wittenberg und dem Grünen Devon Drzimalla zu den Ratsneulingen zählt, in Groß Köhren. Damit repräsentiert die Gemeindespitze gleich drei Ortsteile; das war durchaus so gewollt.

„Devon Drzimalla könnte mit euch acht Leuten, die auf der Liste der Wählergemeinschaft Beckeln standen und gewählt worden sind, eine Gruppe bilden. Das nennt man dann Rat“, flachste der allgemeine Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, Ingo Fichter. Nur der Vollständigkeit halber sei bemerkt: Die sinnfreie Gruppenbildung unterblieb selbstverständlich.

Frank Zawodny förmlich ernannt

Allein dem Bürgermeister oblag das Recht, eine Person seines Vertrauens vorzuschlagen, die ihn in laufenden Verwaltungsgeschäften vertritt. Bislang hat diese Aufgabe sein erster repräsentativer Stellvertreter übernommen. Dabei blieb es. Als Verwaltungsvertreter berief der Rat Frank Zawodny. Die förmliche Ernennung unter Berufung in das Ehrenbeamtenverhältnis ließ Heiner Thöle folgen. Zawodny bekam die Ernennungsurkunde überreicht und schwor danach den Amtseid.

Geehrt: Heidi Köhler, Dr. Jürgen Strodthoff, Günter Wöbse, Cord Remke, Heiner Thöle, Manfred Sander (v.l.).

Ehrungen und Verabschiedungen rundeten die Sitzung ab. „Flachgeschenke“ mit Gutscheinen und auch Blumen wechselten die Besitzer. Dem neuen Rat gehören Cord Remke (nach 35 Jahren Ratsarbeit), Manfred Sander (nach zehn Jahren, genauso lange als stellvertretender Bürgermeister), Dr. Jürgen Strodthoff (nach zehn Jahren) und Heidi Köhler (nach fünf Jahren) nicht mehr an. Für (mindestens) 25 Jahre Protokollführung kam Andreas Gralheer in den Genuss einer Ehrung. Die 20-jährige Ratsarbeit von Günter Wöbse, der dem Kommunalparlament weiterhin angehört, fand ebenso eine Würdigung wie das zehnjährige Wirken von Heiner Thöle als Bürgermeister und seine bislang 25-jährige Ratszugehörigkeit.

Cord Remke plaudert aus dem Nähkästchen

„Ich freue mich, dass wir einen neuen Rat haben, der so jung aussieht. Mit Blick darauf hätte ich eigentlich schon eher abtreten müssen“, scherzte Cord Remke. Die augenscheinlich vorhandene Bereitschaft, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren, stimmte den Klein Köhrener zuversichtlich. Er wünschte dem neuen Rat gute Entscheidungen und eine hinreichend gute „finanzielle Grundlage“ der Gemeinde, damit Gestaltungsmöglichkeiten wahrgenommen werden können.

„Mein persönliches Interesse war ja immer, dass die im Flächennutzungsplan ausgewiesene Sonderbaufläche B1 für die Nutzung der Windenergie am Jungholz/Friedeholz mal mit Anlagen bespickt wird. Ich hoffe, dass dies dem Rat in der neuen Wahlperiode vielleicht ja doch gelingt, nachdem es in den letzten 20 Jahren nicht gelungen ist. Und dass sich als Folge davon der finanzielle Spielraum für die Gemeinde ein bisschen vergrößert“, sagte Remke in Anspielung auf erwartbare Gewerbesteuer, Einnahmen aus der Akzeptanz-Abgabe nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie Pachteinnahmen für Wegeflächen.

. Ich musste nach der Sitzung erst mal zu Hause im Dunkeln gucken, ob mein Windrad noch steht.“

Cord Remke

Den „Verlust der Gastronomie in den Dörfern“ habe er auch als Kommunalpolitiker mitbekommen. „In den ersten Wahlperioden, die ich als Ratsmitglied erlebte, haben wir grundsätzlich Sitzungen in Kneipen abgehalten – in Holzhausen oder auch hier in Beckeln. Bei dieser Gelegenheit konnten die Geehrten eine Runde für alle bestellen. Das hätte ich heute natürlich auch gern getan, aber das ist mir hier im Dorfgemeinschaftshaus leider nicht möglich“, bedauerte Remke.

Sitzung bei Stromausfall im Kerzenschein

Eine Sitzung sei ihm aus 35 Jahren Ratsarbeit in ganz besonderer Erinnerung geblieben: „Im Januar 1990 haben wir nichtöffentlich beim damaligen Bürgermeister Heini Oestermann in der Wohnstube getagt. Draußen wehte es anfangs ein bisschen, dann immer mehr. Irgendwann ging das Licht aus. Der Strom war weg. Bei Kerzenschein haben wir dann weiter beraten. Der Sturm wurde stärker. Wir hörten Tatütata. Die Feuerwehr rückte aus, um erste umgekippte Bäume von der Straße zu schaffen. Das lief alles glimpflich ab. Aber: Zwei bis drei Wochen vorher war mein Windrad in Betrieb gegangen, und die Firma aus Harpstedt, die zusätzliche Erde auf das Fundament aufbringen sollte, war noch nicht dazu gekommen, das zu erledigen. Ich musste nach der Sitzung erst mal zu Hause im Dunkeln gucken, ob die Anlage noch steht“, plauderte Remke zur allgemeinen Erheiterung aus dem Nähkästchen.

Beckeln ist dreifach im Samtgemeinderat vertreten

Die böse Vorahnung, der Sturm, der sich tatsächlich zu einem Orkan auswuchs, könnte sein Windrad zu Fall gebracht haben, bestätigte sich zu seiner großen Erleichterung nicht. Die Anlage sei „25 Jahre lang gut gelaufen“.

„Jung und dynamisch geblieben“

Beckeln sei zwar über 800 Jahre alt, dabei aber, wie der neue Gemeinderat beweise, jung und dynamisch geblieben, merkte Manfred Sander an. Immerhin seien im neunköpfigen Kommunalparlament nun drei Mandatsträger „unter 40“. Besonders freute sich Sander darüber, dass mit André Gerke, Günter Wöbse und Devon Drzimalla gleich drei Mitglieder des Beckelner Rates auch dem Samtgemeinderat angehören.

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