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Hat der Colnrader Hökermarkt eine Zukunft?

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Von: Jürgen Bohlken

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Kein Selbstläufer ist die Organisation des Hökermarktes in Colnrade.
Kein Selbstläufer ist die Organisation des Hökermarktes in Colnrade. © Bohlken

Colnrade – Warum künftig ein neuer Förderverein den Colnrader Hökermarkt veranstalten soll, hat Dietrich Kirchhoff, Vorsitzender des Sport-Clubs Colnrade (SCC), auf Nachfrage erläutert. Das habe mit der bisherigen federführenden Rolle des Fördervereins der Ortsfeuerwehr zu tun. „Die beiden Vorsitzenden Carsten Lüllmann und Günter Wachendorf werden ihre Ämter niederlegen. Aus den Reihen der Feuerwehr fanden sich keine Nachfolger. Auf Betreiben der beiden Noch-Vorsitzenden kam es zu einer Anfrage an alle Vereine aus der Gemeinde Colnrade, inwieweit sich diese an einer Wiederaufnahme des Marktes für 2022 beteiligen wollen“, so Kirchhoff.

Der SCC, die Feuerwehr und der Fischereiverein Colnrade, allesamt traditionell mit aktiven Helfern in den Hökermarkt involviert, hätten sich im Verlauf einiger Video-Konferenzen und Treffen zur Gründung eines gemeinsamen Fördervereins entschlossen. Und der soll nun an diesem Sonnabend, 26. März, aus der Taufe gehoben werden. Die Gründungsversammlung beginnt um 17 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Colnrade. Zur Teilnahme ermuntert fühlen dürfen und sollen sich insbesondere Bürgerinnen und Bürger, die selbst Aufgaben in Organisation und Durchführung übernehmen und somit aktiv mitarbeiten wollen.

Von dieser Bereitschaft hängt es letztlich ab, ob und – wenn ja – wie es weitergeht mit der weit über die Grenzen Colnrades hinaus beliebten Großveranstaltung, die vor dem Ausbruch der Pandemie Jahr für Jahr am Tag der Deutschen Einheit Besucher in fünfstelliger Zahl mobilisierte. „In den zwei bis drei Jahren vor Corona haben wir bereits gemerkt, dass immer mehr Arbeit auf immer weniger Schultern lastete. Vormalige Helfer wollten teils selbst mit Ständen auf dem Markt mitmischen oder den Feiertag einfach mal nur genießen. Durch die Pandemie ist die Situation sicherlich nicht besser geworden“, sagt Kirchhoff. Mancher habe erkannt: „Es geht auch ohne Hökermarkt.“ Und dass sich einige Leute, die auch anderweitig ehrenamtlich eingespannt seien, zurückzögen, sei nachvollziehbar.

Wir wollen auch deutlich machen, dass dieser Markt enorm viel Arbeit verursacht und sich nicht mal ,eben so’ organisieren und vorbereiten lässt.

Dietrich Kirchhoff

„Gleichwohl wollen sich Feuerwehr, SC und Fischereiverein generell zum Hökermarkt bekennen und die Veranstaltung auch in diesem Jahr gerne wieder ausrichten. Wir wollen aber ebenso deutlich machen, dass dieser Markt enorm viel Arbeit verursacht und sich nicht mal ,eben so’ organisieren und vorbereiten lässt. Einige nehmen sogar eine Woche Urlaub, damit sie diese wirklich ehrenamtlichen Arbeiten alle bewältigen können“, weiß der SCC-Vorsitzende. Seine ganz persönliche Meinung: „Wenn die Bürger, die Vereine, die Gemeinde, die Unternehmen und andere ein Interesse an einem dauerhaften und erfolgreichen Hökermarkt in Colnrade haben, erfordert das, sich mehr einzubringen, zumal dieser Markt nicht gottgegeben ist.“

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