Harpstedts Wälder sind so voll wie nie

Ab in den Wald: Das scheint für viele ein Ausweg aus dem „Lockdown light“ zu sein.
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Ab in den Wald: Das scheint für viele ein Ausweg aus dem „Lockdown light“ zu sein.

So viele Menschen wie noch nie sind laut dem Harpstedter Förster Eberhardt Guba derzeit in seinem Revier unterwegs. Besonders, seitdem der „Lockdown light“ gilt, sei die Zahl der Spazierenden wieder stark gestiegen. Das Problem: Sie parken alles zu und hinterlassen ziemlich viel Müll.

Harpstedt – Revierförster Eberhardt Guba spricht von einer klar zu beobachtenden Kurve: Sowohl während der ersten starken Kontaktbeschränkungen aufgrund der Coronakrise im März und April sei die Zahl der Waldbesucher spürbar angestiegen als auch in diesem Monat, in dem der sogenannte Lockdown light gilt. In den Sommermonaten hingegen sei es ruhiger gewesen: „Dann war deutlich zu merken, dass es wieder vorbei war.“

Guba, der seit 1981 als Revierförster arbeitet und unter anderem für den Harpstedter Wald, das Buchholz bei Groß Ippener sowie das Hölscherholz bei Wildeshausen und das Bassumer Friedeholz zuständig ist, fasst zusammen: „Es sind so viele Menschen im Wald, wie ich es in unser ländlich geprägten Region noch nicht erlebt habe.“ Das berge einige Schwierigkeiten, allen voran der begrenzte Parkraum und die fehlende Rücksicht der Gäste auf die Besonderheiten der freien Natur. Vollgestopfte Parkplätze und Müll sind die sichtbarsten Anzeichen. Sogar benutzte Einwegwindeln habe er bereits gesehen, kritisiert der Förster. „Das muss echt nicht sein.“

Er geht davon aus, dass die Leute, die kommen, teilweise ihre Umwelt neu entdecken wollen, teilweise aber auch einfach nach Gelegenheiten suchen, andere möglichst risikofrei zu treffen. „Wir begrüßen es, wenn sich viele Mitbürger in der Natur erholen wollen, denn auch dafür sind unsere Wälder da“, sagt Guba. „Allerdings stößt die Infrastruktur, vor allem der verfügbare Parkraum, in meinem Revier bei starkem Besucherandrang an ihre Grenzen.“ Übervolle Stellplätze könnten zu Problemen führen, vor allem, wenn die Waldeingänge und damit auch der Zugang für Rettungsfahrzeuge blockiert seien. Um zu signalisieren, dass Mitgebrachtes auch wieder mitgenommen werden sollte, verzichten die Landesforsten bereits seit Längerem auf Mülleimer.

„Die Tierwelt ist in Aufruhr“

Guba appelliert an die Waldbesucher desweiteren, darauf zu achten, keine Wildtiere zu beunruhigen und sich möglichst an die Wege zu halten. „Die Tierwelt ist sowieso schon in Aufruhr“, begründet er. In einigen Naturschutzgebieten wie dem Brammer oder dem Delmetal gelte sowieso ein Wegegebot.

Grundsätzlich empfehlen der Harpstedter und die Landesforsten, viel besuchte Wälder wenn möglich nicht zu den Stoßzeiten am Wochenende aufzusuchen. „Ein Waldspaziergang am Sonntagmorgen oder in der Woche kann erholsamer sein, als zu Hauptbesuchszeiten“, findet Guba. „Und wenn die Parkplätze bereits überfüllt sind, empfiehlt es sich, vielleicht ein anderes Waldgebiet aufzusuchen.“

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